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2×5 mit Matthias Heppner (OB-Kandidat der Piratenpartei)


Matthias Heppner, Jura Student, Kreisvorsitzender für Rheinhessen der Piratenpartei und ihr Oberbürgermeister-Kandidat

Wie kamen Sie zu den Piraten?
Früher war ich in der FDP. Aber ich hab mich netz- und wirtschaftspolitisch immer mehr davon entfernt. Bei den Piraten gefielen mir die Offenheit und die flache Hierarchie. Oft wird gesagt, die Piratenpartei ziehe Wählerstimmen von den Grünen ab, weil sie ähnliche Ziele verfolge.

Worin unterscheiden sich die Piraten von den Grünen?
Wir sind ein Stück liberaler. Und der zweite Punkt ist die Netzpolitik. Bei den Grünen ist mehr Technikfeindlichkeit vorhanden. Zum Beispiel werden Computer und Smartphones als etwas gesehen, was den Menschen von der Natur entfernt. Das entspricht nicht meinem Wesen, da ich großer Fan von Internet-Kommunikation bin. Der dritte und entscheidende Punkt aber ist, dass die Grünen sich im Laufe der Jahre etabliert und professionalisiert haben und damit auch Strukturen besitzen, wie sie in anderen Parteien zu finden sind. Zum Beispiel das Delegiertensystem, das wir vermeiden wollen. Wir sind offen, sodass jeder, auch auf der untersten Ebene die Chance hat, seine politische Meinung einzubringen. Es wird sich zeigen, ob uns das weiterhin gelingt.

Was würden Sie als Oberbürgermeister von Mainz verändern?
Unser Programm hat Stichworte wie fahrscheinloser Nahverkehr oder das bedingungslose Grundeinkommen. Wir wollen davon wegkommen, die Welt nur mit rein wirtschaftlichen Augen zu sehen. Das fordert zu viele Opfer, wie Hartz IV Sanktionen und Menschen, die im Berufsleben Antidepressiva nehmen oder an Burnout und Mobbing leiden. Wir wollen eine neue Idee von Gesellschaft, die aus diesem Hamsterrad heraus führt. Wir wollen den Menschen zu mehr Freiheit verhelfen. Natürlich kann ich das als Bürgermeister nicht alles umsetzen, denn unsere Partei müsste dazu noch stärker werden. Also wäre meine erste Amtshandlung, mich mit den Abläufen vertraut zu machen und anderen Parteien zu verständigen, welche Dinge wir gemeinsam angehen können.

Wie beschreiben Sie Ihren (politischen) Stil?
Ich bin jemand, der den Konsens sucht und würde mich nicht als aggressiv bezeichnen. Ich versuche, meine Meinung deutlich zu machen und mich in andere hineinzuversetzen. Man hält mich für vertrauenswürdig und ich höre mir andere Meinungen an, ohne meine eigene Meinung durchdrücken zu wollen.

Was macht Ihnen an der politischen Arbeit Spaß und was nicht?
Diskussionen machen mir Spaß und neue Ziele und Visionen zu entwickeln für eine schönere Welt. Weniger Spaß macht mir formaler Rechtskram, also alles Gesetzestechnische und welche Formalien eingehalten werden müssen. Da bin ich froh, dass wir Experten dafür haben.

Sie haben sich für die vegetarische Lebensweise entschieden?
Ich bin seit neun bis zehn Jahren Vegetarier und mittlerweile fast Veganer. Ich finde es nicht mehr richtig Fleisch zu essen und brauche es auch nicht. Irgendwann kam auch die Idee, etwas mit meiner Schwester geschäftlich daraus zu machen. Sie hat eine Gewürzmanufaktur in Lüneburg und bietet Gewürzmischungen an. Gewürze sind von Natur aus vegan. Sie sind wichtig für leckeres Essen und für den Geschmack verantwortlich. Auch beim Fleisch kommt der Geschmack durch Gewürze. Wir bieten vegane Gewürze und Rezepte an, beispielsweise aus Indien ein Rezept mit Kurkuma. Ansonsten esse ich viel Gemüse und Obst und achte darauf, dass ich mich ausgewogen ernähre.

Haben Sie noch andere Hobbies?
Ich betreibe verschiedene Webseiten, bin also auch Webdesigner. Sport mache ich auch regelmäßig im Fitnessstudio, zwei Mal die Woche, und gehe joggen. Ich lese viel und höre sehr gerne Musik, meistens Rock. Neulich habe ich eine Band entdeckt, die heißt „Red“, oder sonst auch Linkin‘ Park und Meat Loaf.

Wie bringen Sie andere Menschen zum Lachen?
Indem ich versuche, witzig zu sein, was mir hoffentlich manchmal gelingt. Zumindest lassen die Reaktionen der Menschen darauf schließen. Ich bin ein Mensch, der eine positive Grundeinstellung hat, ich bin Optimist und auch Idealist. Das sind die Grundzutaten, um eine glückliche Atmosphäre als Basis voraussetzen zu können. Was würden Sie gesellschaftlich gerne ändern? Dass Menschen mehr für ihre Meinungen eintreten. Dass sie nicht resignieren oder sich zurückziehen und vor allen Dingen auf keinen Fall denken, dass die Welt unveränderbar sei. Die Menschen brauchen ein Leitbild für eine bessere und gerechtere Gesellschaft. Das wünsche ich mir und diese Entwicklung sehe ich auch bei den Piraten.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Think positive.

Interview: David Gutsche
Foto: Ramon Haindl