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Wohnbau erwirbt Grundstück der Kommissbrotbäckerei

Im Auftrag der Stadt hat die Wohnbau Mainz das Grundstück der ehemaligen Heeresbäckerei in der Rheinallee 111 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben. Auf dem rund 9.300 qm großen Gelände werden in großer Zahl Wohnungen, einige Gewerbeeinheiten und in dem denkmalgeschützten Hallenbereich des Seitengebäudes Räume für soziale Einrichtungen und die geplante „Kulturbäckerei“ entstehen.

Das Ensemble entstand 1902 als Garnisonsbäckerei der Mainzer Festung und beherbergte neben dieser auch Magazine und Büros. Ein Teil der Gebäude wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Die einstige Heeresbäckerei mit ihrer gelben Klinkerfassade blieb erhalten und prägt noch heute das Erscheinungsbild des Areals. Die Bundeswehr hat den gesamten Komplex bis vor kurzer Zeit für Servicebereiche wie beispielsweise eine „Kleiderkammer“ genutzt.

Die Wohnbau will durch Neubau und Umbau von zwei Gebäuderiegeln insgesamt 145 neue Wohnungen errichten. 50 dieser Wohnungen werden vom Land Rheinland-Pfalz gefördert und langjährig mit einer Mietpreisbindung versehen sein. In einem weiteren Gebäuderiegel soll ein Kulturzentrum, von den Neustädtern schon „Kulturbäckerei“ getauft, entstehen.

Der Bund überlässt die Liegenschaft der städtischen Wohnungsgesellschaft zum ermittelten Verkehrswert. Das Wohnungsunternehmen profitiert dabei im Kaufpreis von der Verbilligungsrichtlinie des Bundes, nach der für den Bau von geförderten Wohnungen ein Abschlag vom Kaufpreis gewährt wird. Das Grundstücksgeschäft hat vor wenigen Tagen die erforderliche Genehmigung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages erhalten. Über den finalen Kaufpreis haben die Partner wie üblich in Grundstücksangelegenheiten Stillschweigen vereinbart.

„Hier entsteht in innerstädtischer Lage ein einzigartiges Quartier mit historischen und modernen Komponenten, in dem etwa 300 Menschen eine neue Heimat finden können und das den Neustädtern und darüber hinaus allen an Kultur und Gemeinschaft interessierten Mainzerinnen und Mainzern einen Ort für Erleben, Mitmachen und lebendiges Miteinander an die Hand gibt“, freut sich Oberbürgermeister Michael Ebling. Auch für ihn steht außer Frage, dass auch bei diesem Projekt in beträchtlicher Quote geförderte Wohnungen vorgesehen werden: „Gerade in der Neustadt brauchen wir weitere preisgünstige Mietangebote“. Zudem sieht er die Kommissbrotbäckerei zusammen mit dem in direktem Anschluss zum Quartier geplanten neuen Beethovenplatz als „hochattraktives Scharnier“ zwischen Neustadt und Rhein. Insgesamt gehe die Stadt mit ihrer Wohnungsgesellschaft ein „ungemein spannendes Projekt für Wohnen und Kultur in der Mainzer Neustadt an“.

„In den nächsten Monaten werden wir die Pläne für das Projekt entwickeln und mit allen Beteiligten – auch den an den künftigen Kultur- und Sozialbereichen interessierten Initiativen – abstimmen. Im Sommer 2021 sollen die Baumaßnahmen beginnen. Wir zielen darauf ab, das neue Quartier ab Sommer 2023 in die aktive Nutzung, also auch den Bezug der Wohnungen, bringen zu können“, stellen Thomas Will und Franz Ringhoffer, die Geschäftsführer der Wohnbau Mainz, in Aussicht.

Sie lenken den Blick auch auf die weiteren Aktivitäten ihres Unternehmens in der nördlichen Neustadt. Dort hat ein erster großes Wohnbauprojekt in der Wallaustraße bereits begonnen. Bis Anfang 2022 werden zwischen Goethestraße und der Moselstraße neben dem Quartier Kommissbrotbäckerei durch die Wohnbau Mainz weitere 220 Wohnungen und eine zusätzliche Kita mit Familienzentrum errichtet. „Unsere Wohnungen finden Sie am unteren Rand des Mainzer Mietspiegels“, dieser Slogan der Wohnbau gelte auch für die neuen Angebote im spannenden Neustädter Norden.

Die offizielle Schlüsselübergabe für die Kommissbrotbäckerei durch die BImA an OB Michael Ebling und die Wohnbau Mainz wird Ende Juli 2019 stattfinden.

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