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Vorverkauf für das Open Ohr 2022 startet

Der Vorverkauf für das Open Ohr 2022 startet! Unter dem Titel „Gegensteuern“ bietet das 48. OHR ein vielfältiges Programm aus Kunst, Kultur und politischer Debatte vom 3. bis zum 6. Juni 2022 live auf der Zitadelle.


Unter dem Titel „Gegensteuern“ dreht sich auf dem OPEN OHR Festival in diesem Jahr alles um den Tribut für das Allgemeinwohl: Die Steuer. „Steuern sind allgegenwärtig und betreffen uns in den alltäglichsten Lebensbereichen“, so Laura Acksteiner, Mitglied der diesjährigen Freien Projektgruppe. Mit jedem Einkauf von Lebensmitteln zahlt man Mehrwertsteuer; das Erste was vom Lohn abgezogen wird, ist die Einkommensteuer. Subventionen aus Steuergeldern fließen z. B. in den öffentlichen Verkehr oder in BaföG-Leistungen. Steuern sichern auch das Bildungs- und Gesundheitssystem und die öffentliche Infrastruktur. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, welche enorme Wirkung das Steuersystem auf unser Leben hat. Dabei geht es uns auch darum, gemeinsam mit dem Publikum darüber zu diskutieren, welche Steuermaßnahmen gefördert oder überarbeitet werden sollten, um gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder dem Armutswachstum gegenzusteuern“, erklärt Projektgruppenmitglied Asya Weißgerber.

In vielfältigen Podiumsveranstaltungen wird das Thema Steuern aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. Zur Eröffnung des Festivals stellt sich zunächst die grundsätzliche Frage nach dem Sinn und Unsinn von Steuern. Wenn Steuern doch eigentlich dem Gemeinwohl dienen, sollte man diese dann nicht auch gerne zahlen? Bislang assoziieren Viele mit Steuern nur den Drang, eben diese einzusparen. In mancher Hinsicht wird es Zeit, dass Man(n) gegensteuert, wenn man nur an die noch bis vor Kurzem bestandene Luxusbesteuerung von Periodenartikeln denkt oder an das Konzept des Ehegattensplittings. Kaum bis gar keine Steuern zahlen wiederum viele Global Player. Das Podium Von Steueroasen und anderen Fata Morganen beschäftigt sich mit den Steuervermeidungstaktiken internationaler Konzerne und dem Kampf für internationale Steuergerechtigkeit. Vom Graubereich der Steuervermeidung ist es dann meist gar nicht mehr so weit bis zum illegalen Steuerbetrug. Wie Banken und Superreiche den Staat um Milliarden Euro betrügen können, ist Thema des Podiums Steuerbetrug als Geschäftsmodell – Cum-Ex und seine Folgen. Überall gibt es merkwürdige Schlupflöcher und Obergrenzen, die scheinbar dazu ausgelegt sind, Reiche und Familiendynastien steuerlich zu entlasten. Dem Einfluss von Steuern auf die Verteilung von Vermögen widmet sich das Podium Tax the rich?! Wohlstand und Fairteilung. Während Superreichen das Geld quasi hinterhergeworfen wird, scheint es umso weniger bis gar Keine Kohle für Umweltschutz zu geben. Schließlich fließen Subventionen aus Steuergeldern weiterhin eher in die Kohle-Industrie als in den Ausbau erneuerbarer Energien. Eventuell würde es aber auch helfen, das Konzept Steuern nochmal ganz neu zu denken. Vielleicht gelingt ein Konzept, das Gegen Steuern, um Steuern und über Steuern hinaus geht und trotzdem alle Bedürfnisse trifft, die ein moderner Sozialstaat angehen sollte. Weitere Gedanken und zentrale Thesen zum Festivalthema gibt es im Thesenpapier.

Neben den politischen Debatten findet sich das Thema auch auf dem gesamten Festivalgelände in Ausstellungen, Workshops, auf der Leinwand und auch auf der Bühne immer wieder. Darüber hinaus gibt es genug Platz zum Tanzen und Feiern.

Musik
Als Local Opener wird die Band RAGGLYF aus Wiesbaden mit ghanaischem Reggae, Dancehall und Afrobeat das Festival musikalisch eröffnen. Elektronisch und analog zugleich entführt das Duo Umme Block mit Synthies, Beatmaschine und energetischem Gesang ihr Publikum in schwebende Klangräume. Für die Kleinen und Junggebliebenen hat Rapperin und Aktivistin Sookee als Sukini jede Menge Geschichten und Liesberklärungen voller Trost, Mut und kindlicher Phantasie auf Lager. Die Besucher:innen dürfen sich außerdem freuen auf das NylonPunk Trio Acht Eimer Hühnerherzen, auf ekstatisch-melancholische Indie-Vibes der Münchner Band Matija, auf Post-Hardcore gepaart mit Rap und Cello á la Sperling und vieles mehr.

Kabarett
Zu den Kabarettist:innen, die das OPEN OHR Festival dieses Jahr mit ihrem Feingefühl für Humor beehren, zählt Erika Ratcliffe. Mit schwarzem Humor und wienerischem Zynismus macht sich die asiatische Wahl-Berlinerin in ihrem Programm Guten Tag gnadenlos über alles lustig und dabei am meisten über sich selbst. Nicht weniger als ein Spektakel verspricht das Programm von Quichotte zu werden, der es versteht, mit Gitarre, Rap und urkomischen Geschichten geschickt unaufdringlich politisch zu sein.
Im Theater findet das Festivalthema seine Aufbereitung in den Darstellenden Künsten. Die Besucher:innen können sich auf spannende, anspruchsvolle und faszinierende Stücke freuen, die demnächst bekannt gegeben werden. Aber auch hier darf getanzt werden: Kira & Anders laden mit Das phantastische Grammophon von Mr. & Mrs. Twistly bei Electro-Swing-Beats zum gemeinsamen Tanzabend ein, ob in der Küche zu einer Tasse Tee, im Wohnzimmer oder in schwindelerregender Höhe.
Hinzu kommen viele weitere Veranstaltungen, z.B. Workshops mit Steuertipps, ein Poetry Slam und natürlich ein gewohnt vielfältiges Filmprogramm passend zum Festivalthema.

Weitere Programminfos und Ankündigungen gibt es bald unter www.openohr.de und auf Facebook und Instagram.

Pandemiegerecht
Nachdem das OPEN OHR Festival in den letzten zwei Jahren aufgrund der Corona-Krise erst ausfallen musste und zuletzt nur im Livestream stattfinden konnte, verspricht 2022 das lang ersehnte Wiedersehen, unter pandemiegerechten Bedingungen. „Wir möchten den Besucher:innen die größtmögliche Sicherheit bieten und gleichzeitig eine schöne Festivalatmosphäre auf dem Gelände schaffen“, erklärt Projektgruppenmitglied Agnes von Henning. „Unter Berücksichtigung der Corona-Schutzmaßnahmen planen wir ein Festivalkonzept, das möglichst vielen Menschen den Zugang zum Festival ermöglicht.“ Das Hygiene- und Sicherheitskonzept wird rechtzeitig vor dem Festival bekannt gegeben.

Tickets
Der Eintrittspreis für eine 4-tägige Dauerkarte für das 48. OPEN OHR Festival liegt im Vorverkauf bei 47,20 € inkl. aller Gebühren (29,60 € ermäßigt), an der Tageskasse bei 52,00 € (31,00 € ermäßigt). Eine Dauerkarte mit Zeltplatz (4 Tage) kostet 75,80 € inkl. aller Gebühren (58,20 € ermäßigt), an der Tageskasse 80,00 € (58,60 € ermäßigt). ACHTUNG: Gesonderter Vorverkauf der Wohnmobiltickets ab dem 30.04.2022. Infos unter www.openohr.de. Tageskarten gibt es nur an der Tageskasse. Eine Tageskarte für Freitag, Samstag oder Sonntag kostet jeweils 30,00 € (18,00 € ermäßigt; am Freitag ab 10.30 Uhr, Samstag und Sonntag ab 9 Uhr erhältlich). Eine Tageskarte für Montag kostet 15,00 € (Montag ab 9 Uhr erhältlich).

Ermäßigte Tickets:
Damit das OPEN OHR möglichst vielen Menschen zugänglich bleibt, wird die Ermäßigung zusätzlich zu den bisherigen Ermäßigungen auf Jugendliche von 13 bis 17 ausgeweitet. Dadurch sollen vor allem Jugendliche und Familien finanziell entlastet werden. Außerdem sind nun ermäßigte Dauerkarten auch im Vorverkauf erhältlich. Der Nachweis für den Anspruch auf Ermäßigung (z.B. Personalausweis oder weitere, siehe wie folgt) ist an der Tageskasse am Eintritt vorzuweisen.

Ermäßigte Tickets sind möglich für:
– Jugendliche ab 13 und bis einschließlich 17 Jahren (gegen Vorlage des Personalausweises)
– Personen mit ALG II oder Jobcenter-Bescheid
– Personen mit einem Sozialausweis, einem Familienpass oder Mainz-Pass
– Personen mit einer Julei-Card oder der Ehrenamtskarte von Rheinland-Pfalz
– Asylsuchende mit Pass „Aufenthaltsgestattung oder Ankunftsnachweis“
Kinder bis einschließlich 12 Jahre haben freien Eintritt (zur Kontrolle ggf. Kinderausweis mitbringen).

Weitere Informationen zu Ermäßigungen finden sich auf der Homepage oder können im Festivalbüro erfragt werden.

Vorverkauf:
Es wird empfohlen, Tickets im Vorverkauf zu erwerben, da diese günstiger sind und für die Festivalgäste und die Festivalveranstalter*innen eine höhere Planungssicherheit bedeuten.
Der Vorverkauf für das 48. OPEN OHR Festival und den Zeltplatz beginnt am 25. März 2022 ab 12 Uhr. Dauerkarten können online oder über die bekannten Vorverkaufsstellen gekauft werden. Der Vorverkauf von Wohnmobiltickets erfolgt gesondert ab dem 30. April 2022.
Ausführliche Informationen zum Vorverkauf gibt es unter: www.openohr.de .

Öffentliche Verkehrsmittel nutzen:
Die Dauerkarten bzw. Eintrittsbändchen für das OPEN OHR Festival gelten aufgrund der Kooperation mit der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH und dem Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund GmbH auch in diesem Jahr wieder als Fahrkarte im gesamten RMV-Tarifgebiet 65 (Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden) sowie im gesamten RNN-Gebiet für alle Verkehrsmittel (Bus, Straßenbahn, RB, RE, S-Bahn außer IC, EC und ICE). Die Parkplätze um die Zitadelle in Mainz sind sehr begrenzt und meist kostenpflichtig.

Das OPEN OHR Festival ist ein politisches Jugendkulturfestival. Seit 1975 findet es jährlich an Pfingsten auf der Mainzer Zitadelle statt, veranstaltet durch das Amt für Jugend und Familie der Stadt Mainz sowie der Freien Projektgruppe, derzeit bestehend aus sieben ehrenamtlichen Mitgliedern. Die Projektgruppe entscheidet über das Thema des Festivals und gestaltet sein vielfältiges Programm.

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