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Umbau des Mainzer Bischofshauses

Wenn im Sommer die komplette Privatbibliothek aus dem früheren Bischofshaus von Kardinal Lehmann ausgelagert ist, werden in dem bisherigen Gebäudekomplex am Bischofsplatz notwendige Umbauarbeiten beginnen. Künftig wird das Bischofshaus wieder in seinem ursprünglichen Zweck als Wohnung und Arbeitsplatz des Mainzer Bischofs genutzt werden. Je nach Baufortschritt ist mit einem Einzug von Bischof Kohlgraf allerdings nicht vor Herbst 2022 zu rechnen. Dem Mainzer Bischof wird nach den Umbauarbeiten im Gebäude eine Vier-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad zur Verfügung stehen. Das Provisorium in der Domstraße, in das Bischof Kohlgraf nach seiner Weihe gezogen ist, wird künftig wieder vermietet. Auch die Bibliothek von Lehmann wird ausgelagert.

Das Bischofshaus am Bischofsplatz war in den Jahren 1978/1979 gebaut worden und ist seitdem noch nie umfassend modernisiert worden. 1979 war dort Kardinal Hermann Volk eingezogen; ab 1983 hatte dort Kardinal Lehmann gewohnt. Durch das Baualter sind unter anderem Brandschutzmaßnahmen und die Erneuerung der Elektro- und Sanitärinstallationen erforderlich.
Neben dem eigentlichen Bischofshaus mit den Wohn- und Diensträumen von Kardinal Lehmann, waren in dem Komplex auch zwei Häuser der Weihergartenstraße mit dem Bischofshaus baulich verbunden. Dort wohnten die beiden Ordensschwestern, die den Haushalt führten; auch die Wohnung des Bischöflichen Sekretärs, Gästezimmer und ein Teil der Bibliothek waren dort untergebracht.
Es ist vorgesehen, die einzelnen Teile wieder voneinander zu trennen. Ein großer Teil der Fläche in den Häusern der Weihergartenstraße wird dann künftig – baulich getrennt vom Bischofshaus – wieder als Büroräume genutzt. Auch die Mitarbeiter des Bischofs werden dort Büroräume erhalten, hinzu kommen Besprechungsräume sowie die Kapelle des Bischofshauses, bei der es aktuell keinen Renovierungsbedarf gibt. Bis zur Klärung des Verbleibs der Bibliothek war das frühere Haus von Kardinal Lehmann teilweise als Bürofläche für Dienststellen des Bischöflichen Ordinariates genutzt worden.

„Es ist gut und sinnvoll, dass das Bischofshaus mit dem anstehenden Umbau am Bischofsplatz wieder in unmittelbare Nähe des Ordinariates kommt“, betont der Mainzer Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz. „Tatsächlich ist für das Haus am Bischofsplatz durch seine Lage auch keine andere Nutzung denkbar. Als Bischof Kohlgraf im Jahr 2017 ins Amt kam, war es erforderlich für ihn in der Domstraße zunächst ein Provisorium zur Verfügung zu stellen, da Kardinal Lehmann noch am Bischofsplatz wohnte. Nachdem nun eine Lösung für dessen umfangreiche Bibliothek gefunden ist, kann die Übergangslösung für den Mainzer Bischof
in der Domstraße wieder aufgegeben werden.“

Ein wesentlicher Teil der Privatbibliothek des früheren Mainzer Bischofs, Karl Kardinal Lehmann (1936-2018), wird von der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin übernommen, die damit ihren Bestand für das 2019 gegründete Institut für Katholische Theologie (IKT) ergänzt. Das Bistum Mainz und die Humboldt-Universität haben in einem Schenkungsvertrag geregelt, dass aus der nachgelassenen Bibliothek die Bestände zur katholischen Dogmatik und Ethik sowie zur christlichen Gesellschaftslehre und Pastoraltheologie mit einem Umfang von rund 12.000 Bänden nach Berlin gehen.

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