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Stadtrat beschließt Architekturwettbewerb Einkaufsquartier Ludwigsstraße

In die Diskussion um die Neugestaltung der Shopping-Area Ludwigsstraße ist heute Fahrt rein gekommen. Der Stadtrat hat die Auslobung eines Architektenwettbewerbs mit 43 Ja-Stimmen bei zehn Nein-Stimmen beschlossen. Viel Kritik gab es am Tempo von OB Ebling, resp. der Stadtverwaltung.

Seit mehr als 20 Jahren ist es erklärtes Ziel der Stadt, den Einkaufsstandort an der Ludwigsstraße zu stärken und die Innenstadt auch vor dem Hintergrund eines sich ändernden Einkaufsverhaltens zukunftsfähig zu machen. Lange Zeit wurde das Projekt von der ECE Hamburg verfolgt, nun jedoch hat Baulöwe Dirk Gemünden aus Ingelheim das Ruder übernommen. Mit Kritik vonseiten verschiedener Initiativen wird nicht gespart, vor allem am Verkauf städtischer Flächen an den Investor, aber auch weitere Punkte (wir berichteten).

Der städtebauliche Wettbewerb soll nach Vorstellung des Projektträgers Anfang Oktober ausgelobt werden. Auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit ist geplant – hier gilt es nun genau auf die Entwürfe zu schauen.
Sämtliche Unterlagen zur Auslobung sind HIER einsehbar. Ansprechpartner für alle interessierten Architekturbüros ist die Seyler + Pärssinen ProjektPartner GmbH in Stuttgart. Das gesamte Preisgeld für alle Bauteile liegt bei 61.000 Euro.

Im Gespräch ist letztlich eine Auswahl von acht Architekturbüros. Der Sieger-Entwurf soll auch auf seine Mikroklima-Tauglichkeit geprüft werden. Was denn sei, wenn man dann feststelle, dass der Siegerentwurf bei dieser Betrachtung durchfalle, wollte ein Stadtratsmitglied wissen. Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) dazu: „Es gibt noch Spielraum nachzubessern.“

Die Auslobung beinhaltet folgende Punkte:

  • Es gibt keine eindeutigen Aussagen zur Stilrichtung der architektonischen Entwicklung. Allerdings sollte der Charakter der Umgestaltung möglichst offen, transparent und inspirierend sein. Die Fassaden sollten Grün und Sandstein kombinieren.
  • Eine einheitliche Höhe der Pavillons und Vorbauten entlang der Ludwigsstraße ist nicht notwendig.
  • Das umgestaltete Einkaufsquartier Ludwigsstraße sollte grüner sein als heute. Dies kann sowohl durch Begrünung von Plätzen als auch durch Fassadenbegrünung erreicht werden.
  • Die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sollte verbessert werden. Dafür müssten u. a. viele konsumfreie Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten ohne Verzehrzwang geboten werden.
  • Ein Brunnen oder öffentliches Wasser in anderer Form wäre wünschenswert.
  • Die Umgestaltung des Einkaufsquartiers Ludwigsstraße sollte so erfolgen, dass Angsträume verringert werden und dies gleichzeitig nicht zu Lasten abwechslungsreicher Gestaltung oder von Freiräumen geht.
  • Das Einkaufsquartier Ludwigsstraße sollte planerisch so gestaltet werden, dass neben den Interessen des Einzelhandels gleichwertig auch weitere Nutzungen des öffentlichen Raums für Aufenthalt, Kunst, Gastronomie und Kultur ihren Raum finden könnten. Feste sollten auf den Plätzen weiterhin stattfinden können, allerdings sind diese nachrangig gegenüber der alltäglichen Nutzbarkeit.
  • Das Nutzungskonzept soll kleinere, inhabergeführte und hochwertige Geschäfte ermöglichen.
  • Spezielle Nutzungen (Dachterrasse nach Geschäftsschluss, Nutzbarkeit der Markthalle als Veranstaltungsort, City Hub) sind gewünscht.
  • Das Quartier braucht ein schlüssiges Verkehrskonzept für unterschiedliche Mobilitätsformen.
  • Die Erschließung des Hotels mit Bus und PKW darf nicht über den Bischofsplatz erfolgen.

 

Foto: Harald Kaster

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