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Stadt testet „Mobiles Grünes Zimmer“

Da in Mainz ja fast alles versiegelt ist, schafft die Stadt nun nach und nach mobile Grünelemente an, um wenigstens auf diesem Wege etwas Natur in die Stadt zu holen (wir berichteten). Ansonsten scheint es aufgrund unterirdischer Parkhäuser, Leitungen & Co. offenbar nicht möglich, auch mal etwas „offen“ zu lassen in Mainz. Umweltdezernentin Janina Steinkrüger und Neustadt-Ortsvorsteher Christoph Hand (beide Grüne) stellten die erste mobile Anlage heute am Bahnhof vor. Die Probephase läuft vier Wochen.
Zentrales Element ist eine zwei Meter hohe freistehende Grünwand mit einem Spalierdach. Bepflanzt ist sie mit verschiedenen Blattschmuck- und Blühpflanzen wie Astern, Nelke, Efeu, Kiwi, Erdbeere, Zitronenmelisse und Thymian . Die etwa 25 Quadratmeter große Vegetationsfläche ist auf einem speziellen Abrollcontainer montiert, der auch als Sitzfläche dient und zum Verweilen im Schatten einladen soll. Um die Nutzung zu erproben wurde die mobile Grünanlage zunächst vom Hersteller „Helix“ gemietet. Das Modell verfügt über ein integriertes Bewässerungssystem mit Wassertank und Solarpumpe.

Die Anlage soll nicht nur an besonders an heißen Tagen einen angenehmen Aufenthaltsort bieten, sondern auch als Idee verstanden werden, wie mehr Grün in die Städte gelangen kann : „Die Auswirkungen des Klimawandels sind gerade in den überhitzten Städten immer deutlicher zu spüren. Zur Anpassung an die sich wandelnden klimatischen Bedingungen müssen weitere Maßnahmen getroffen werden. Dabei stellt die Stärkung der grünen Infrastruktur in der dicht besiedelten Stadt eine zentrale Aufgabe dar. In den nächsten Jahren werden deswegen Projekte zur Entsiegelung und Begrünung weiter vorangetrieben. Zusätzlich werden wir künftig auch weitere mobile Elemente zur Ergänzung der grünen Infrastruktur und als Kommunikationsmedium nutzen. Diese können auch dort eingesetzt werden, wo eine Begrünung beispielsweise aufgrund von baulichen Hindernissen wie Leitungen im Untergrund sonst nicht möglich ist“, so Dezernentin Steinkrüger.

Durch Festsetzungen in Bebauungsplänen und die Anwendung der vom Stadtrat beschlossenen neuen Begrünungs- und Gestaltungssatzung, die am 1. Oktober in Kraft tritt, soll der Ausbau grüner Infrastruktur in der Stadt weiter vorangetrieben werden. Mit dem Förderprogramm zur Dach- und Fassadenbegrünung der „Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz“ regt die Stadt Grundstückseigentümer und Mieter dazu an, dem Trend zu mehr Grün in der Innenstadt zu folgen. Gefördert werden dabei freiwillige Begrünungsmaßnahmen bei Neu- und Bestandsgebäuden sowie freistehenden Mauern im Stadtgebiet von Mainz.

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