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SPD und Freifunk fordern mehr WLAN für Geflüchtete

Die Verlierer der Pandemie sind vor allem die sozial Schwachen – etwa beim Thema „Schulen“ die Migranten, die weder Geräte noch genügend (Deutsch)Kenntnisse besitzen, um mithalten zu können. Nicht einmal W-Lan steht mancherorts zur Verfügung. Die SPD fordert hier nachzubessern: „Es ist unbestritten, dass den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkünfte schnell und unbürokratisch geholfen werden muss, damit sie freien Zugang zum Internet haben“, macht Myriam Lauzi, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Stadtrat deutlich. „Besonders die schulpflichtigen Kinder benötigen den Internetzugang, damit sie auch in Pandemie-Zeiten am digitalen Unterricht teilnehmen können.“ Schon jetzt sei es aber auch möglich, dass Kinder und Jugendliche die Jugendzentren sowie weitere Orte der Gemeinwesenarbeit zur Lernunterstützung nach vorheriger Anmeldung aufsuchen können und dort die Möglichkeiten des Internetzugangs haben.

Die SPD-Fraktion zeigt sich gegenüber der Mainzer Freifunk-Community dankbar, die sich in den vergangenen Jahren sehr darum verdient gemacht hat, dass Flüchtlingsunterkünfte nicht digital abgehängt sind. Der Fraktion sei es ein wichtiges Anliegen, dass man in der Sache vorankommt: „Jetzt müssen die Räder bei den verschiedenen Protagonisten wie Stadt, Träger, Wohnbau, KDZ und auch Stadtwerke ineinandergreifen!“ Zudem müsse sichergestellt werden, dass dezentral untergebrachte Flüchtlingsfamilien genauso wie Familien mit wenig Geld für ihre Kinder einen Internetzugang erhalten. Die Telekom habe dafür einen entsprechenden Tarif eingerichtet, der über die Schulträger und Bildungseinrichtungen bezogen werden kann. „Wir können uns aber genauso gut auch hier aktive Nachbarschaftshilfe vorstellen, in dem man einfach unter Nachbarn das Internet teilt“, meint Erik Donner. Auch hier hätten die Freifunker schon viel Erfahrung.

„Freifunk ist ein freies Bürgerschafts-Netz mit dem Ziel, allen Menschen Zugang zum Netz und damit zu Wissen und Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen. Mit Freifunk kann man sehr einfach sein Netz mit anderen teilen“ so Florian Altherr, Vorsitzender des Fördervereins Freifunk Mainz e.V. Der Zugang zum Internet sei für alle, aber auch gerade für geflüchtete Menschen essentiell. Die Freifunker bieten daher ihre Hilfe beim Ausbau von WLAN in den Unterkünften an.

In der Corona-Krise helfen die ehrenamtlichen Freifunker bereits an anderen Stellen. So wurden in Zusammenarbeit mit Sozialministerium, dem Projekt Digitalbotschafter und der Landesmedienanstalt beispielsweise Altenpflegeeinrichtungen landesweit mit Freifunk-WLAN versorgt und den Bewohnerinnen und Bewohnern so einen freien Zugang zum Netz ermöglicht. Weiterhin stellen die Freifunker ein freies Video-Konferenz-System namens „Jitsi“ zur Verfügung, das von jedermann kostenlos und ohne Registrierung genutzt werden kann. Damit können sich Bewohnerinnen und Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen – aber auch alle anderen Menschen – in der aktuellen Situation besser vernetzen.

Obwohl die Versorgung der Geflüchtetenunterkünfte mit Internet und freiem WLAN essentiell für die gesellschaftliche Teilhabe ist und gerade aktuell für die Schülerinnen und Schüler im Homeschooling oder Distanzunterricht gebraucht werde, sei hier in den letzten Jahren zu wenig passiert, so die Freifunker. „Hier sehen wir die Stadt Mainz und die Betreuungsorganisationen in der Pflicht, Abhilfe zu schaffen.“ so Altherr.

Die Freifunker fordern nun schnell aktiv zu werden: „Es handelt sich nicht um Raketenwisschaft und es kostet nur wenig, für jede Unterkunft noch 2-3 weitere DSL-Anschlüsse oder eine Glasfaser-Anbindung zu buchen. Deren Bandbreite könne dann kurzfristig mit Freifunk-Routern in den Häusern verteilt werden. Die Freifunk-Technik sei erprobt und halte durchaus viele Nutzer aus, selbst in Massenunterkünften. „Der limitierende Faktor ist bisher aber die oft fehlende schnelle Internet-Anbindung“ erklärt Altherr. „Hier sollten Stadt und Betreuungsorganisationen schnell aktiv werden, damit geflüchtete Schülerinnen und Schüler möglichst bald gleichberechtigt am Unterricht teilnehmen können“.

Kontakt:

Freifunk Mainz e.V.

Florian Altherr (Vorsitzender)

Telefon: +49 176 30154360