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Sozialdezernent Dr. Lensch zur Schließung von Kindertagesstätten, Schulen und sozialen Einrichtungen

Um die Ausbreitung des Corona-Virus abzubremsen sind seit Montag dieser Woche alle Kitas und Schulen bis zum Ende der Osterferien geschlossen worden. Darüber hinaus wurden auch die Angebote der Mainzer Jugend – und Sozialeinrichtungen abgesagt oder verschoben. „Das sind tiefgreifende Entscheidungen für unsere Stadt, die sich keiner leicht gemacht hat. Jedoch gilt es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und eine Überforderung unsers Gesundheitssystems abzuwenden“ sagt Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch. „Am Freitag haben wir beschlossen, unsere Kindertageseinrichtungen zu schließen, und unsere Abteilung Kindertagesstätte hat umgehend mit den Vorbereitungen begonnen. Die Eltern sind so schnell als irgend möglich informiert worden, und es wurde ein Notdienst organisiert. Am Montagmorgen habe ich mir selbst ein Bild von der Situation vor Ort gemacht und festgestellt, dass unser Personal die Situation mit den Eltern sehr gut gemeistert hat. Heute und morgen werden wir uns die Situation nochmal genau anschauen und überlegen, ob wir eventuell nachsteuern müssen.“

Aktuell werden 218 Kinder in den 57 städtischen Kindertagesstätten betreut. Die Notfallbetreuung richtet sich vor allem an Berufsgruppen, deren Tätigkeit zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und der Grundversorgung der Bevölkerung notwendig sind, aber auch an einzelne Eltern, die sonst keine Möglichkeit haben, ihrer Berufstätigkeit nachzugehen, wie z.B. Alleinerziehende.

Die Stadtverwaltung steht hier im Austausch mit der Stadtelternvertretung und hat Vertreterinnen und Vertreter der STEA bereits am Freitag über die Notplanung informiert. Andreas Winheller aus dem SprecherInnenkreis der STEA verweist auf die besondere Belastung der Eltern durch die Schließung der Kitas: „Die grundsätzliche Entscheidung der Schließung der Schulen und Kitas tragen wir mit. Eltern haben sicherlich Verständnis, dass die kommenden Wochen sehr schwere Einschränkungen mit sich bringen. Von daher war auch die Entscheidung zur Ausweitung der versorgungsrelevanten Berufsgruppen durch das Land ein wichtiger Schritt, um besondere Notsituationen für einzelne Familien abzuwenden. Wichtig ist jetzt, dass Familien den Notdienst nur im absoluten Notfall nutzen.“ so Andreas Winheller.

„Eine ähnliche Regelung wurde für die Schulen seit Montag angeordnet“ so der Sozialdezernent. „Ausnahmen sind die Förderschulen, die weiterhin für Schülerinnen und Schüler mit komplexen Beeinträchtigungen und finalen Erkrankungen beschult werden. Diese Kinder gehören zu besonders schützenswerten Personengruppen und hier brauchen Eltern oft mehr zeitlichen Vorlauf, die häusliche Betreuung ihrer Kinder zu organisieren.“

Der reguläre Betrieb in den Mainzer Schulen ist vorerst bis zum Ende der Osterferien (17.4.2020), ausgesetzt. Einige Ausnahmen hat die Aufsichtsbehörde eingeräumt, so können z.B. die Abiturprüfungen stattfinden. „Unsere städtischen Mitarbeitenden des Schulamtes unterstützen die Notfallbetreuung an den Mainzer Schulen und sind vor Ort. Wie man mich unterrichtet hat, sind es hier ca. 100 Schülerinnen und Schüler, die betreut werden müssen.

„An dieser Stelle möchte ich allen Eltern danken, die sich sehr schnell auf diese Notsituation eingestellt haben und Betreuungslösungen für ihre Kinder gefunden haben. Mir ist bewusst, vor welch schwierige Situationen die Schließung die Familien stellt.“ betont Dr. Eckart Lensch.

Für viele weitere soziale Einrichtungen in Mainz gibt es Ausnahmeregelungen, die zum Schutz vor der Erkrankung ergriffen wurden. Speziell haben die stationären Pflegeinrichtungen auf die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums reagiert und ihre Hygienemaßnahmen verstärkt sowie Kontakte und Besuche auf ein Minimum beschränkt.

„Für die Pflege- und Integrationsdienste wurden bereits Regelungen getroffen, um die Versorgung der besonders schutzbedürftigen Personengruppe zu gewährleisten“ ergänzt Dr. Eckart Lensch.

Foto: Sascha Kopp

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