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Ruf nach mehr Graffiti-Freiflächen

Die Diskussionen im Kulturausschuss über Graffiti-Flächen vergangene Woche, hat der Stadtjugendring Mainz begrüßt. „Endlich sind legale Graffitis als wichtiger Teil der Jugendkultur wieder Thema in Mainz geworden“, erklärt die Initiative. Seit über einem Jahr engagieren sich der Stadtjugendring im Austausch mit Graffiti-Künstlern für legale Flächen.

Im Herbst 2019 hätten sich Jugendliche mit dem Wunsch nach mehr legalen Graffitiflächen gemeldet. Damals gab es lediglich eine legale und frei zugängliche Wand in Mainz. Seither fordert der Stadtjugendring als Stimme der Künstler und in Vertretung für Kinder und Jugendlichen mehr legale und geeignete Wände. Dass Graffiti Jugendkultur und somit eine Ausdrucksform Jugendlicher sei, betont Raoul Taschinski vom Vorstand des Stadtjugendrings: „Graffitis sind eine Form der Beteiligung und Gestaltung im öffentlichen Raum.“ Vor zehn Jahren hat der Stadtrat das Graffiti-Konzept „Graffiti als Kunst anerkennen – Schmierereien verhindern“ verabschiedet. Vergangene Woche wurde eine Sammlung von Graffiti- Flächenpotentialen im Kulturausschuss vorgestellt und diskutiert. Die meisten der dort enthaltenen Flächen sind Konzeptflächen, die in Abstimmung mit der Verwaltung von „etablierten“ Graffiti-Künstlern gestaltet werden können. Die beiden anderen Kategorien (Frei- und Übungsflächen) sollen für jeden zugänglich sein. Während die Übungsflächen durch ihre verstecktere Lage für Anfänger*innen geeignet sind, sind die meist sichtbareren Freiflächen für etwas geübtere Sprayer von Interesse. „Es ist wichtig eine vielfältige Jugendkultur zu unterstützen, vor allem in einer Stadt wie Mainz. Wir sind zuversichtlich, dass nun mehr freie Graffitiflächen für Jugendliche legalisiert werden“, so Taschinski. Selbst Konzeptflächen könnten von Jugendgruppen unter fachkundiger Anleitung beispielsweise durch das Letterbox Kollektiv gestaltet werden.

Im Austausch mit Mainzer Sprayern, sei deutlich geworden, dass es für junge Sprayer vor allem um gut erreichbare Flächen geht, die ohne Absprachen gestaltet werden dürfen. Zudem wurde die Liste der Flächenpotentiale durch einige der Vorschläge des Stadtjugendrings ergänzt. „Es ist großartig, wenn die Beteiligung der Szene so ermöglicht und umgesetzt wird.“ Wir freuen uns auf den hoffentlich weiterhin zielführenden Prozess und wünschen uns, dass auch für die Umgebungsgestaltung die Bedarfe der Graffiti-SprayerInnen berücksichtigt werden, um zusätzlich illegales Tagging zu reduzieren. „Wir wären begeistert, hoffentlich Ende dieses Jahrs einige legale Graffiti-Wände gemeinsam mit Jugendlichen einweihen zu können!“

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