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Rathaus Sanierung für 65 Mio. Euro?

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aus der Allgemeinen Zeitung Mainz von Monika Nellessen
 (Foto: Sascha Kopp)

Rund 65 Millionen Euro wird nach neuesten Schätzungen die Sanierung des Rathauses kosten. In einer rund vier Jahre alten Machbarkeitsstudie war noch von rund 50 Millionen Euro die Rede. Oberbürgermeister Michael Ebling begründete die am Dienstag öffentlich gemachte veränderte Bruttosumme mit allgemeinen Preissteigerungen („Jedes Jahr, das wir zuwarten, wird es teurer“), aber auch mit gesetzlichen Erfordernissen wie verschärften Brandschutzbestimmungen.

Dem Stadtrat wird Ebling, so der Beschluss des Stadtvorstands, am 20. Mai ein europaweites Ausschreibungsverfahren zur Abstimmung vorlegen, in dem ein Generalplaner gesucht wird. Der soll wiederum die in einem Ideenwettbewerb im Dezember 2014 prämierten Vorschläge sowie nachfolgende Beiträge der Bürgerschaft auf den jeweiligen Kostenaufwand prüfen. In einer 113-seitigen Broschüre hat der städtische Rathaus-Beauftragte Ferdinand Graffé, aktuell abgesegnet vom Stadtvorstand, die jeweiligen Vorschläge der Experten wie der interessierten Laien aufgelistet und mit Beschlussvorschlägen für den Stadtrat versehen. Das Kommunalparlament werde aber selbst entscheiden, welche Ideen auf eine weitere Realisierung hin geprüft werden, betonte Ebling. Um Zeit zu sparen, solle der Rat in seiner nächsten Sitzung nach Wunsch des Stadtvorstands in jedem Fall die Ausschreibung beschließen.

Innovative Vorschläge

Die exakte Prüfliste könne dann, falls mehr Zeitbedarf bestehe, nachgereicht werden. Laut Ebling kann eine komplette Auflistung aller Module inklusive Kosten bis zur zweiten Hälfte 2016 vorliegen. Wie der Oberbürgermeister betonte, werde sich der Generalplaner nicht mit baulichen Standards wie einer neuen Heizungsanlage oder künftig zu öffnenden Fenstern befassen. Laut Beschlussvorschlag des Stadtvorstands sollen Ideen wie die Absenkung des Jockel-Fuchs-Platzes zum Rheinufer hin, ein gastronomisches Angebot unmittelbar am Rathaus, die Öffnung der Dachfläche für Besucher oder eine Glaskuppel im Ratssaal kalkuliert werden, sodass der Rat sich dann quasi nach dem Baukastenprinzip wünschenswerte und finanzierbare Module zusammenstellen kann.

Zu den potenziellen Prüfaufträgen an den noch zu berufenden Generalplaner gehören auch ungewöhnliche Vorschläge wie der, vor dem Rathaus eine Steganlage mit Rheinschwimmbad, Gastronomie-Pavillon und Umkleiden auf dem Wasser zu installieren. „Wenn wir schon alles einer genauen Überprüfung unterziehen, sollten wir auch solch innovative Vorschläge einbeziehen, um auch hierfür realistische Kostenschätzungen zu bekommen“, rechtfertigte Ebling diese Entscheidung. Der Rat habe detailliertere Informationen und hohe Kostensicherheit verlangt. Jetzt bekomme er sie.

Kostenschätzung ohne Tiefgaragenrenovierung

Für planerische Leistungen im Vorfeld der Rathaus-Sanierung hatte das Kommunalparlament 1,5 Millionen Euro freigegeben. Die Planung der kompletten Sanierung wird sich laut Graffé auf rund zehn Millionen Euro belaufen. OB Ebling betonte, in der aktuellen Gesamtschätzung von 65 Millionen Euro seien anderweitig verursachte Kosten wie die ohnehin notwendige Sanierung der Rathaus-Tiefgarage nicht enthalten.