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Rathaus-Parkhaus: Teileröffnung im Spätjahr erwartet

Die Sanierung der vier Ebenen schreitet voran. Baubeginn war am 3. Mai 2021, wenn alles nach Plan verläuft, ist die Fertigstellung der drei Untergeschosse für Herbst 2022 vorgesehen.

„Die Sanierung befindet sich augenblicklich sowohl im Zeitplan als auch im Kostenrahmen, wir gehen von rund 12 bis 12,5 Millionen Euro aus“, erklärt der Geschäftsführer der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG), Nils Teske. Das Parkhaus Rathaus gehört der Rheingoldhalle GmbH & Co.KG, Betreiber ist die PMG Parken in Mainz GmbH, die Projektleitung der Sanierung hat die MAG übernommen, Projektleiterin ist Hargitta Hartmann von der MAG.

Saniert wird die Garage von unten nach oben, sodass ab Ende des Jahres die drei Untergeschosse für den Parkverkehr wieder vollständig nutzbar sind. Das Obergeschoss wird erst zum Schluss fertiggestellt, da die Gestaltung des Jockel-Fuchs-Platzes unmittelbaren Einfluss auf die Sanierung hat, schließlich ist die Bodenkonstruktion des Jockel-Fuchs-Platzes zugleich die Deckenkonstruktion des Obergeschosses. Zudem werden Teile des Jockel-Fuchs-Platzes zur Baustelleneinrichtung für die Rathaussanierung benötigt.

Während der gesamten Sanierung kommt es daher auf die Abstimmung mit der Projektgruppe der Rathaussanierung an: „Hier laufen die Abstimmungen konstruktiv und auf kurzem Weg, die Zusammenarbeit läuft sehr gut“, so MAG-Projektleiterin Hartmann.

Abgestimmt werde sich zudem mit der Mainzer Fernwärme GmbH, da die Versorgungsleitungen in den Seitenschächten der Rathaus Garage verlaufen. Im Zuge der Sanierung wurden die durch Korrosion sehr beschädigten Unterkonstruktion ausgetauscht, zugleich wurde dabei festgestellt, dass auch die Leitungen teilweise beschädigt waren und erneuert werden mussten.

Nach Fertigstellung des Parkhaus Rathaus werden rund 550 Stellplätze zur Verfügung stehen. Dabei ist geplant, auf der Ebene 1 Flächen für Fahrradparkplätze freizuhalten. Außerdem werden 15 E-Ladestationen für Pkws in der Ebene 2 eingerichtet. „Da auch eine neue Trafostation gebaut wird, ist die Rathaus Garage für eine künftige Erweiterung von E-Ladeparkplätzen vorgerüstet“, so MAG-Geschäftsführer Martin Dörnemann, „hier werden wir uns am Bedarf orientieren und entsprechend der Marktlage reagieren“. Zusätzlich zu den öffentlich zugänglich 15 E-Ladestationen für die PMG Kunden, werden für die Stadt Mainz weitere 10 Parkplätze mit E-Ladestationen installiert.

Mit der Sanierung sind im Namen der Rheingoldhalle GmbH & Co.KG rund 15 Unternehmen beauftragt worden, von Elektrofirmen bis zu Brandschutzplanern. Den Löwenanteil nimmt die Betonsanierung ein, hierfür wurde nach entsprechend europaweiter öffentlicher Ausschreibung die Karrié Bauwerkserhaltung GmbH beauftragt, die auch schon bei der Sanierung der Hilton-Garage erfolgreich für die MAG tätig war.

Ca. 16.000 Quadratmeter Bodenfläche, ca. 11.000 Quadratmeter Deckenfläche sowie ca. 7.000 Quadratmeter Wandfläche und Stützen müssen dabei insgesamt instandgesetzt werden. Oberpolier bei Karrié ist Ramazan Akcesme, er koordiniert aus dem Karrié-Bauleitungsbüro in der ersten Ebene einen Trupp von 30 bis 40 Handwerkern.

Die Arbeiter leisten dabei Schwerstarbeit: Ohrenbetäubend – und nur mit Gehörschutz zu ertragen – sind die Betonarbeiten mit den Hochdruckwasserstrahllanzen (HDW). Mit dieser Methode müssen allein 280 Stützelemente abgestrahlt werden. Eine gefährliche Arbeit: Unter erhöhten Sicherheitsbedingungen werden mit bis zu 3000 bar die schadhaften Stellen an den Betonpfeilern und Betonflächen buchstäblich abgesprengt. Zum Vergleich: Ein handelsüblicher Hochdruckstrahler arbeitet mit 50 bis 100 bar. Die HDW-Strahl-Arbeiter tragen daher von Kopf bis Fuß spezielle Schutzkleidung, unter anderem kugelsichere Schürzen.

„Durch das Hochdruckabstrahlen werden schadhafte Stellen unter dem Stahlbeton freigelegt“, erklärt Boris Palm, Geschäftsstellenleiter der Karrié Bauwerkserhaltung GmbH, „denn über die Jahre hinweg sind Tausalze durch kleine Risse in den Beton eingedrungen und ließen den im Beton verarbeiteten Stahl korrodieren.“

Im Bodenbereich der Stützensockel werden die Bewehrungsmatten aus Stahl im Anschluss größtenteils ersetzt, die Hohlstellen im Beton mit speziellen Mörteln reprofiliert. Im Anschluss erhalten alle Wände, Decken und Stützen einen Oberflächenschutz aus einer Spachtelung und einen Anstrich, um so vor erneutem Eindringen von Salz zu schützen.

Eine weitere Herausforderung, in der in unmittelbarer Rheinnähe gelegenen Tiefgarage, stellt das Grundwasser dar, das vor allem von Herbst bis Frühjahr in die Wartungsgänge eindringt.

„Leider wird durch winzige Risse immer wieder Grundwasser in die Tiefgarage gelangen, wir werden dazu ein spezielles fest installiertes Pumpensystem vorhalten, das bei Bedarf eingedrungenes Wasser wieder rauspumpen wird“, so MAG-Projektleiterin Hargitta Hartmann.

Die Sanierung im Parkhaus Rathaus hat übrigens schon 2018 mit ersten Voruntersuchungen begonnen. Ab Juli 2020 wurden pro Ebene sogenannte Testflächen erstellt, um die Schäden am Beton vorzuuntersuchen, um abschätzen zu können, wie umfangreich dann die eigentlichen Sanierungsarbeiten in der Hauptmaßnahme werden müssen.

Die Zusammenarbeit zwischen MAG und den beteiligten Unternehmen, insbesondere mit der Firma Karrié, die das größte Gewerk im Rahmen der Rathausgaragensanierung stellen, läuft insgesamt sehr gut. „Seit Anfang an tauschen wir uns regelmäßig und sehr zielführend aus“, so Hartmann und auch Karrie zeigt sich zufrieden, „das läuft alles sehr professionell. Das Erfreuliche daran, wir liegen trotz der komplexen Baustellensituation gut im Zeitplan“, ergänzt Raphael Gottwald, Projektleiter der Karrié Bauwerkserhaltung.

Neben der kompletten Renovierung der einzelnen Parkebenen wird zudem das neue Gestaltungskonzept der PMG umgesetzt, dazu zählen neben dem Design an Wänden und Decken, auch Parkplatz- und Farbmarkierungen sowie ein neues Beleuchtungskonzept auf LED-Basis. „Wir werden damit das vom „Auto Club Europa“ ausgezeichnete PMG-Farb- und Beleuchtungskonzept auch im Parkhaus Rathaus umsetzen“, erklärt PMG-Geschäftsführer, Nils Teske.