Der Unmut über das vielfach als kompromisslos empfundene städtische Vorgehen, etwa bei Abschleppaktionen, Parkplatzrückbau bei gleichzeitig angekündigt höheren Gebühren oder Strafzettelverteilung in den Wohnvierteln, ist groß. Vor kurzem hat sich eine Gruppe gegründet, die dagegen protestiert und eine Petition mit knapp 400 Stimmen gestartet hat: https://www.openpetition.de/petition/online/stadt-stoppen-park-und-andere-gebuehren
„Bevor die Stadt Mainz weitere Entscheidungen etwa zum Anwohnerparken und zum Parkplatzmanagement fällt, fordern wir ein Moratorium“, heißt es in der Petition: „Wir fordern eine Denkpause, in der die Stadt Mainz und die Bürgerschaft ins Gespräch kommen. In den Quartieren sollen mit den Ortsbeiräten Begehungen stattfinden, konkrete Lösungen für die aktuellen Situationen gesucht, und mit dem gemeinsamen Nachdenken über die Zukunft der Mobilität in den Vierteln begonnen werden.“
Das betreffe nicht nur die Oberstadt. Anwohner z.B. in Gonsenheim, dem Bleichenviertel oder an der Wallstraße kämpfen ebenso damit, dass sie keinen Stellplatz mehr in ihrer Wohnumgebung finden, weil sie meist als Mieter auf keinen privaten Parkraum ausweichen können.
Auf das Auto könnten viele Stadtbewohner, angesichts nicht ausreichender Alternativen, nicht ganz verzichten. Die Stadt brauche ein umfassendes Konzept, das fair, sozial und klimagerecht gerade in den Wohngebieten gute Lösungen auch für Autos und Fahrräder anbietet. Das jetzt angekündigte Nachtparken der PMG könne ein kleiner Teil einer Lösung sein. Hier wäre eine mehrwöchige (kostenlose) Testphase, auch zur tage- und nicht nur zur monatsweisen Nutzung anzuregen. Bisher fehle ein Konzept, das die gesamte Stadtgesellschaft in den Blick nimmt und die Lasten angemessen verteile.