| | 1 Kommentar

Open Ohr Festival 2022 vom 3. bis 6. Juni

Vom 3. bis 6. Juni 2022 ist die 48. Veranstaltung auf der Zitadelle angesetzt. Unter dem Titel „Gegensteuern“ beschäftigt sich das Festival über vier Tage auf vielfältige Weise mit dem Sinn des Steuersystems, der Verantwortung des Staates und der Frage nach Gerechtigkeit.

Auch wenn man es sich selten bewusst macht: Steuern sind allgegenwärtig. Mit der Geburt erhalten alle in Deutschland lebende Personen eine individuelle Identifikationsnummer und sind ab diesem Zeitpunkt Teil des Systems. Hinter dem Konzept der Steuer steckt die Idee einer solidarischen Gesellschaft, in der alle zum Allgemeinwohl beitragen. Die eingenommenen Gelder sollen durch das Prinzip der Umverteilung letztlich wieder allen zu Gute kommen, indem der Staat damit in Verkehrsinfrastruktur, Schulen, Gesundheitswesen und vieles mehr investiert. „Steuern haben eine enorme Wirkung auf die Gesellschaft, in der wir leben. Wir möchten aufzeigen, dass sie ein zentrales Instrument sein können, um unsere Zukunft und die der ganzen Welt zu gestalten“, sagt Maximilian Ebert, Mitglied der Freien Projektgruppe, die das Thema und Programm des OPEN OHR Festivals erarbeitet.

Die Bundestagswahl habe gezeigt, dass Steuerpolitik für viele, nicht zuletzt auch für jüngere Wählerinnen und Wähler eine wichtige Rolle spiele. Die Relevanz des Themas zeige sich außerdem in der Debatte um Maßnahmen für den Klimaschutz und der Tatsache, dass weiterhin Steuergelder in umweltschädliche Subventionen fließen. „Wie zeitgemäß ist dieses System, in dem ein Sojaschnitzel fast dreimal so hoch besteuert wird wie ein Schweineschnitzel? Oder in dem das traditionelle Familienbild steuerlich gefördert und damit Frauen systematisch benachteiligt werden? Steuern haben eine Lenkungswirkung, die politisch genutzt wird“, so Projektgruppenmitglied Laura Acksteiner. Die Auseinandersetzung mit dem Thema verdeutliche auch, dass die Steuerlast in Deutschland nicht auf alle Schultern gleich verteilt ist. Insbesondere Wohlhabende seien steuerlich im Vorteil und nach den Plänen der Ampel-Koalition zu urteilen, werde sich dies so schnell nicht ändern. Die Frage der Gerechtigkeit stelle sich dabei auch auf internationaler Ebene, wie die regelmäßigen Berichterstattungen über die Steuervermeidungstricks von Google, Amazon und Co. beweisen würden. Gemeinsam mit dem Publikum möchte die Freie Projektgruppe des OPEN OHR Festivals das Steuersystem kritisch betrachten, den Sinn und die Wahrnehmung von Steuern beleuchten und darüber diskutieren, wie ein faires System der Umverteilung für alle erreicht werden kann.

Neben den Podien und themenbezogenen Informationsangeboten soll das Thema auch künstlerisch aufgegriffen werden und sich in Theateraufführungen, Filmen, Lesungen und Workshops auf dem Festival wiederfinden, eingerahmt von Musik und Kabarett. Erste Auftritte und Programminformationen sollen in den kommenden Wochen und Monaten auf www.openohr.de und auf Facebook sowie Instagram veröffentlicht werden.

Ein Kommentar “Open Ohr Festival 2022 vom 3. bis 6. Juni

  1. „Oder in dem das traditionelle Familienbild steuerlich gefördert und damit Frauen systematisch benachteiligt werden? “

    Ist das so?
    Dieser satz klingt eher nach einem Glaubensbekenntnis, jemand findet das „traditionelle“ Familienbild nicht förderlich und schliest daraus eine Benachteiligung für alle Frauen. Das die Förderung dieses Bildes auch eine Bevorteiligung von Frauen sein könnte schliesst man völlig aus.

    Letztlich ist auch die Frage was ist denn die Konsequenz aus dieser Aussage?
    Und vor allem wenn man über „faire Umverteilung für alle“ spricht, dann muss man auch solche ideologischen Haltungen daran messen. Solange es mehr Frauen gibt, die lieber zu Hause bei ihren Kindern bleiben, anstatt zu arbeiten sollte der Staat das fördern.

    Und was mir bei solchen Diskussionen auch immer fehlt, ist die Frage woher kommen denn die Steuern?
    Dieser völlig verklärte Blick auf die Ausgaben, ignoriert völlig die Menschen die für diese Steuern arbeiten. Deren Positionen wird – so wie ich diese Ankündigung wahrnehme – kaum wahrgenommen und darüber wird nicht gesprochen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.