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OB Michael Ebling zur Zukunft der E-Mobilität, Dieselfahrverbote und Mainzelbahn

Am 16. August veranstalten die Stadt Mainz, die Mainzer Stadtwerke, die Stadt Worms und der Energiedienstleister EWR in der Mainzer Rheingoldhalle die E-Mobilitätsmesse “World of eMobility”.
Im Vorfeld äußerte sich Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) in einem Interview mit den Stadtwerken:

Warum ist die Stadt Mainz Mitveranstalter der „World of eMobility“?

Bei der Verbesserung der Luftqualität in unserer Stadt kann Elektromobilität einen wichtigen Beitrag leisten. Stadt und stadtnahe Gesellschaften werden in Zukunft, wo immer dies möglich ist, auf E-Fahrzeuge setzen. Doch um einen breiten Durchbruch der neuen Elektroantriebe zu erreichen, wollen wir auch andere Akteure in unserer Stadt für den Umstieg gewinnen. Wir setzen beim Kampf gegen die Stickoxidbelastung auf Anreize statt Verbote. Die „World of eMobility“ ist ein Angebot, das genau zur richtigen Zeit wichtige Informationen zum Thema gibt und brennende Fragen beantwortet.

Ist in Mainz mit Dieselfahrverboten zu rechnen?

Die Stadtverwaltung unternimmt alles, um ein drohendes Dieselfahrverbot zu verhindern. Unter Hochdruck wird derzeit der sogenannte M3-Masterplan fertiggestellt, der ein sehr umfangreiches und ambitioniertes Maßnahmenpaket enthält, um die geltenden Grenzwerte so schnell wie möglich einzuhalten. In diesem Masterplan hat die Elektrifizierung des Verkehrs einen hohen Stellenwert.

Welche E-Mobilitätsprojekte gibt es bereits in Mainz und welche sind geplant?

Die Stadt Mainz hat sich mit ihrer Handlungsstrategie Elektromobilität viel vorgenommen: Auf der Straße und in Parkhäusern werden in den kommenden Monaten durch die Mainzer Stadtwerke weitere Ladepunkte errichtet. E-Fahrzeuge parken auf Mainzer Straßen mit Parkscheibe kostenlos. Gefördert durch den Bund erwirbt die Stadt 24 E-Fahrzeuge.

Auch die Mainzer Verkehrsgesellschaft bestellt die erste Tranche an Elektrobussen. Bei der Planung neuer Wohngebiete wird Elektromobilität von Anfang an mitgedacht. Wir werden aber auch untersuchen, wie ein Bestandsquartier in der Mainzer Neustadt e-tauglich gemacht werden kann. Hierbei wollen wir selbstverständlich die Anwohner in Workshops beteiligen und für das Thema sensibilisieren.

Die Stadt engagiert sich ja auch beim Thema öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Wie ist da der aktuelle Stand?

Unsere Bilanz kann sich durchaus sehen lassen. Auf diesem Gebiet arbeiten wir sehr eng mit den Mainzer Stadtwerken zusammen. Die Stadtwerke-Unternehmensgruppe hat im Frühjahr 2018 in Zusammenarbeit mit der Parken in Mainz GmbH (PMG) sechs zusätzliche Ladepunkte in drei Tiefgaragen und Parkhäusern im Stadtgebiet in Betrieb genommen. Damit betreiben die Mainzer Stadtwerke inzwischen in Mainz sieben öffentliche Ladesäulen auf Straßen und Plätzen und vier Ladesäulen oder Wallboxen in Tiefgaragen und Parkhäusern – das ergibt insgesamt 22 kommunale Ladepunkte für E-Fahrzeuge im Stadtgebiet. Weitere Ladesäulen und Wallboxen durch die Stadtwerke werden in den nächsten ein, zwei Jahren dazukommen und das Netz der Lademöglichkeiten dadurch immer enger und besser machen.

Wie sind die Reaktionen beispielsweise auf die stromgetriebene Mainzelbahn?

Die Straßenbahn ist der Klassiker der Elektromobilität und die Mainzer lieben ihre „Elektrisch“ seit jeher. Die Fahrgastzahlen für die neue Mainzelbahn haben die Prognosewerte bereits nach einem Jahr Betrieb deutlich übertroffen. Seit dem Ausbau der Straßenbahn ist nun über 30 Prozent des innerstädtischen ÖPNVs emissionsfrei mit Ökostrom der Mainzer Stadtwerke unterwegs – ein Wert, um den uns viele andere Großstädte beneiden.

Sind Sie schon einmal mit einem E-Fahrzeug gefahren? Wenn ja, wie war Ihr Eindruck?

Ja, elektrisch fahren ist klasse! Es ist viel leiser, man hat ein ruhiges Fahrgefühl und natürlich auch ein gutes Gewissen, etwas für die Umwelt getan zu haben. Aufgrund der schnelleren Beschleunigung kommt auch der Fahrspaß nicht zu kurz.

Foto: K. Dubno

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