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Neues Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof West eröffnet bald

Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich der Radverkehrsanteil in der Stadt von 12 auf 25 Prozent verdoppelt. Mit dieser Zunahme geht auch mehr Vielfalt der Radmodelle einher: Immer mehr Nutzer investieren in ein hochwertigeres Fahrrad – auch Pedelecs und Lastenräder. Daraus resultiert ein wachsender Bedarf nach qualitativen Fahrradparkplätzen.
Mit der Schaffung des „Bike & Ride“-Angebots im Herbst links und rechts des Hauptbahnhofsvorplatzes konnten  die dort vorhandenen Abstellplätze  verdoppelt werden. Mit der absehbaren Fertigstellung des Fahrradparkhauses am Hauptbahnhof West wird dieses Angebot nun abgerundet. Es soll im April öffnen und bietet Platz für mehr als 1.000 Räder- ein Name für das Parkhaus wird noch gesucht.

Das vom Architekturbüro Schoyerer entworfene Fahrradparkhaus wird nach der Eröffnung im zweiten Quartal 2021 Raum für insgesamt

–              896 Doppelstockparker,
–              83 einfache Radeinstellungen,
–              10 Radboxen und
–              43 Stellplätze für Sonderräder

aufweisen. Die Kosten in Höhe von fast 2 Mio. € konnten aus den Mitteln der Stellplatzablöse finanziert werden.

Das Fahrradparkhaus wird über gesicherte Zugänge erreichbar sein, sodass der Einlass kontrolliert erfolgen kann. Zum Abstellen der Räder ist das Objekt in zwei Bereiche unterteilt: Im vorderen Bereich befinden sich mit 30 % des gesamten Angebots bezahlte Abstellplätze (insgesamt 268), die übrigen 70 %  entfallen auf kostenfreie Plätze (insgesamt 764).

Der Bezahlbereich ist zusätzlich über ein Drehkreuz gesichert. Dieses ist so konstruiert, dass man sowohl mit als auch ohne Fahrrad hindurchgehen kann. Dieser gesicherte Zugang wird in Serie produziert und hat sich in anderen Fahrradparkhäusern schon bewährt.

Auch haben Nutzerinnen und Nutzer des Bezahlbereichs künftig die Möglichkeit, einen festen Stellplatz zu mieten, sodass die Suche nach freien Radparkmöglichkeiten entfällt. Die Trennung zwischen den beiden Bereichen ist flexibel, damit diese je nach Nachfrage auf bis zu 50 % (maximal 452 Stellplätze) erweitert werden kann.

Verkehrsdezernentin Katrin Eder: „Die Inbetriebnahme des Fahrradparkhaues bedeutet einen weiteren Meilenstein für die nachhaltige Radverkehrsförderung in unserer Stadt. Dabei war mir besonders wichtig, dass nicht nur über 1.000 Stellplätze geschaffen werden, sondern diese auch überwiegend kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Mit der PMG kann den Nutzerinnen und Nutzern zudem ein erfahrener Betreiber zur Seite gestellt werden, der in Mainz in Sachen sicheres und komfortables Parken bereits etabliert ist. So steht den Radfahrenden in der Servicestation künftig vor Ort auch rund um die Uhr ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.“

Das Fahrradparkhaus, das federführend durch die Gebäudewirtschaft Mainz errichtet wurde, werde Platz für insgesamt 1.032 Fahrräder bieten, so Baudezernentin Marianne Grosse. „Wir bauen ja sonst hauptsächlich Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude – dies war unser erstes Fahrradparkhaus und schon allein deshalb eine besondere Baumaßnahme. Aufgabenstellung und Örtlichkeit waren nicht alltäglich, aber wie Sie bald sehen werden, ist ein hochfunktionales Bauwerk entstanden, das dabei auch richtig gut aussieht. Die durchblickende Streckmetallfassade vermittelt den Eindruck eines offenen Raumes: Man kann jederzeit von innen nach außen und umgekehrt blicken. So konnten wir trotz des geschlossenen Bereiches eine hohe soziale Kontrolle und eine freundliche Atmosphäre erreichen. Fällt Sonnenlicht auf den gelb beschichteten Boden, erhellt die Reflektion das gesamte Fahrradparkhaus“, so Grosse.

„Wir freuen uns sehr, dass wir von der Stadt Mainz den Zuschlag bekommen haben, das Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof zu betreiben. Wir füllen damit einmal mehr unser firmeneigenes Motto ,Wir bieten Platz für alle‘ mit Leben. Zugleich belegen wir damit, dass wir als verlässlicher Partner der Stadt Mainz zeitgemäße Mobilitätskonzepte anbieten: Ob E-Ladestationen, Park & Ride- oder Park & Rail-Angebote, ob Parken aufs Haus in Zusammenarbeit mit den Mainzer Einzelhändlern oder das PMG-Parkticket. So gesehen ist es für uns der folgerichtige Schritt, dass wir als Betreiber des Fahrradparkhauses nun auch hier unser Know-how und unsere Erfahrung in Sachen Parkraumbewirtschaftung mit einbringen können. Es geht uns nicht um Insellösungen, sondern um nachhaltige, integrierte Mobilitätskonzepte, an denen wir auch in Zukunft weiterarbeiten möchten. Für die Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen ist der Startschuss für das neue Fahrradparkhaus in jedem Fall ein großer Gewinn. Los geht es sobald die finalen Arbeiten abgeschlossen sind und die Zugangs-Technik zur Verfügung steht. Das wird sicher im Frühjahr so weit sein“, betont Nils Teske, Geschäftsführer der Parken in Mainz GmbH.

Fest eingeplant sei im künftigem Service eine Akku-Aufladestation für E-Bikes und Pedelecs sowie ein Fahrrad-Reparatur-Service in Kooperation mit einem ortsansässigen Fahrradhändler.

Name für das Parkhaus gesucht

„Ich freue mich, dass wir nun ein Jahrzehnte währendes Projekt in städtischer Zusammenarbeit fertigstellen können“, so Katrin Eder. „Die Zwischenzeit bis zur endgültigen Eröffnung möchten wir gern dazu nutzen, um die Mainzerinnen und Mainzer an der Namensfindung zu beteiligen. Mit über 1.000 Abstellanlagen rangieren wir in Deutschland neben Münster und Karlsruhe ganz weit oben. So ein Objekt hat einen griffigen und eingängigen Namen verdient.“ Vorschläge kann man in der Zeit vom 8.-14. Februar an fahrRad@stadt.mainz.de mailen. Aus den Einreichungen wird eine Jury den besten Vorschlag auswählen.           

 

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