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Neuer Blitzer in der Boelckestraße in Mainz-Kastel

Von Wolfgang Wenzel (Allgemeine Zeitung Mainz vom 26.10.)

Einen Tempoblitzer hat die Stadt in der Boelckestraße nördlich der Autobahnbrücke in der Nähe des Fort Biehler platziert. Seit Freitag ist die Säule scharf geschaltet. Fährt jemand schneller als die erlaubten 100 Stundenkilometer auf der Strecke zwischen Kastel und Wiesbaden, wird dies als Beweis für ein Ordnungswidrigkeits- oder Bußgeldverfahren fotografisch festgehalten. (Foto: Jörg Henkel / hbz)

Unter Netzwerkern im Internet hatte sich die Nachricht über den neuen Blitzer am Wochenende schnell herumgesprochen. „Bin ihm knapp entkommen“, twitterte ein Fahrer. Doch das sei eine falsche Sichtweise. Als Radarfallen seien die Säulen auf keinen Fall gedacht. Sie seien Instrumente zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, sagte Rathaussprecher Siggi Schneider. Ihr Nutzen sei messbar. In den vorigen Jahren habe die Stadt das Straßennetz mit zusätzlichen Überwachungsanlagen ausgestattet, zuletzt in der Berliner Straße. 18 Blitzgeräte unterschiedlicher Bauart würden an gefährlichen Stellen betrieben.

Mehr Blitzgeräte, weniger Verkehrsverstöße

Doch die Zahl der Fälle werde immer kleiner. 2009 seien 86.317 Autofahrer geblitzt worden, 2010 seien es 59.339 gewesen. Dies könne als sichtbarer Beweis für die Wirksamkeit einer konsequenten Verkehrsüberwachung gewertet werden. Damit seien in der gleichen Zeit auch die Einnahmen aus Ordnungswidrigkeits-Geldern von knapp 1,5 Millionen auf 1,1 Millionen Euro gesunken. Dass die Stadt beim Betrieb der Anlagen finanziell trotzdem nicht draufzahle, sei doch klar, sagte Schneider.

Im Hinblick auf die Verkehrssicherheit lohnten sich die Anschaffungen auf jeden Fall. Stationäre Blitzgeräte seien an sechs Stellen im Stadtgebiet postiert. Beispiele für eine positive Wirkung ließen leicht finden. Die Blitzanlage in der Schiersteiner Straße erfasse rund 200 Tempoverstöße wöchentlich. 2007 seien noch bis zu 1.000 gezählt worden. Von einer Überwachungssäule in der Mainzer Straße in Wiesbaden würden stadtauswärts 1.000 und stadteinwärts bis zu 600 Fälle in der Woche erfasst. Bei der Einrichtung der Säulen vor drei Jahren im April seien diese Werte fast täglich erreicht worden.

Nach vier Tagen Betrieb in der Boelckestraße könne man noch keine verlässlichen Angaben machen. Die Anlage sei konstruktiv so ausgelegt, dass sie mehrere Fahrspuren gleichzeitig überwache. Doch am Beispiel des Blitzgeräts, das vor einem Jahr in der Berliner Straße an einer Bushaltestelle platziert worden sei, lasse sich nachzeichnen, wie zurückhaltend viele Autofahrer im Umgang mit dem Gaspedal geworden seien. Nach einem Monat Betriebsdauer sei dort die Zahl der Verstöße um fast 60 Prozent zurückgegangen.