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MVG Räder: Preise steigen

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Das Mainzer Fahrradvermietsystem „MVGmeinRad“ ist bei den Nutzerzahlen weiter auf der Überholspur: Bis Anfang Oktober registrierte die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) rund 340.000 Fahrten im Jahr 2014 – das sind jetzt schon so viele Fahrten wie in 2013 insgesamt. Das Ziel für das laufende Jahr mit 400.000 bis 450.000 Fahrten, wird daher sicher erreicht. Von den Nutzerzahlen ist MVGmeinRad damit eines der erfolgreichsten Vermietsysteme in Deutschland.
Wirtschaftlich ist das Mainzer Fahrradvermietsystem aber noch nicht am Ziel: Zwar läuft MVGmeinRad nach dem Aufbau in den Jahren 2012 und 2013 sowie der aufgrund technischer Probleme notwendig gewordenen Software- und Systemumstellung Anfang 2014 inzwischen sehr stabil. Die MVG und die Stadtwerke Mainz AG als Muttergesellschaft halten aber an dem Ziel fest, das Fahrradvermietsystem mittelfristig ohne Zuschuss betreiben zu können. Deshalb sei es erforderlich, nach mehr als zweieinhalb Jahren Betrieb, die Tarife “anzupassen”.

Die Anpassung der noch heute geltenden Einstiegspreise aus dem Jahr 2012 war eigentlich schon viel früher geplant, war aber in der Aufbauzeit des Systems und aufgrund der Softwareumstellung Anfang 2014 zurückgestellt worden. So wird ab 1. Januar 2015 die Einzelfahrt mit einem der Räder 1,40 Euro statt bisher 1 Euro kosten, im Bus- und Bahntarif kostet die Einzelfahrt künftig 80 Cent statt bisher 50 Cent. Wer eine so genannte „Gold“-Jahreskarte kauft und dafür ein ganzes Jahr lang die erste halbe Stunde umsonst die Räder nutzen möchte, der muss künftig einmal jährlich 79 Euro statt wie bisher 59 Euro zahlen. Studenten müssen für ihre „Goldplus Studi-Karte“, künftig 39 statt 29 Euro einmalig im Jahr zahlen. Mit den neuen Tarifen bewegt sich MVGmeinRad im Vergleich mit anderen Fahrradvermietsystemen auf einem ähnlichen Niveau.

Zusätzliche Einnahmen und geringere Kosten soll in den nächsten Monaten die Optimierung des Stationsnetzes bringen. Die Nutzung der Stationen schwankt erheblich, einige Stationen wurden 2014 im Durchschnitt lediglich einmal am Tag (!) genutzt. Da MVGmeinRad als „Lernende Infrastruktur“ bewusst so konzipiert ist, dass die vom Stromnetz unabhängigen Stationen relativ einfach verlagert werden können, kann das gesamte Stationsnetz kontinuierlich an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Konkret betroffen sind jetzt einzelne Stationen im Außenbereich. So werden die rechtsrheinischen Stationen in der Steinern Straße, am Ratsherrenweg und in der Victoriastraße in Kastel/Kostheim abgebaut. Ebenfalls abgebaut wird die Station am Ottl-Beck-Kreisel in Laubenheim, dafür wird am dortigen Bahnhof die vorhandene Station vergrößert. Einige bestehende Stationen (Poststraße in Finthen, am Gonsenheimer Wald, am Volkspark) werden verkleinert, dafür gibt es neue oder größere Stationen am Mombacher Bahnhof und am Brückenplatz sowie der Feldbergstraße. Ziel dabei: Die Vermietzahlen sollen auch 2015 und in den Jahren darauf weiter steigen, gleichzeitig soll die Zahl der Verteilfahrten verringert werden, um die Kosten zu senken.

Gerade in den Außenbereichen werden die Stationen oft weniger genutzt als in der Innenstadt, die Wartung und das Auffüllen von Stationen außerhalb mit Rädern oder das Wegfahren von Fahrrädern mit den Verteilfahrzeugen ist dort zeitintensiv und sehr teuer. Die Verteilung der Fahrräder im System muss aus Kostengründen optimiert werden, da dies im Betrieb der größte Kostenfaktor ist. Mit der Erfahrung aus dem laufenden Betrieb sei deshalb aktuell eine Ausweitung des Stationsnetzes in die Außenbezirke nicht geplant und wirtschaftlich nicht möglich.

Ein großes Problem war leider dieses Jahr das Thema Vandalismus. Bisher wurden mehr als 220 Fahrräder von Tätern gestohlen oder beim Diebstahlsversuch so stark beschädigt, dass sie nicht mehr benutzt werden können. Die Schäden durch Vandalismus belaufen sich auf mehr als 100.000 Euro im Jahr – umgerechnet auf eine Fahrt sind das gut 30 Cent. Die MVG muss leider feststellen dass der Vandalismus in der jetzigen Form das Fahrradvermietsystem mittelfristig in seiner Existenz gefährdet. Deshalb erneut die Bitte an alle Bürger und Nutzer des Systems: Wer etwas Auffälliges rund um die melonengelben Räder oder die Stationen beobachtet, sollte dies unbedingt der Polizei melden.