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Molitor investiert trotz Krise in Wohnungsbau – Ankauf von Gebäudeteilen des Schott-Musikverlags

Schott Music in der Altstadt ( Sascha Kopp)

Hohe Zinsen, gestiegene Baukosten – das Marktumfeld für den Wohnungsbau sieht düster aus. Viele bundesweit agierenden Projektentwickler haben ihre Aktivitäten im Wohnungsbau eingefroren. In und um Mainz sind es im privaten Sektor vor allem regionale Investoren, die weiterhin Wohnungsbau betreiben. Wie die J. Molitor Immobilien GmbH mitteilt, sind ergänzend zu laufenden Wohnungsbauprojekten weitere Großvorhaben in Planung. Ein weiteres Areal in Mainz wurde erworben: Gebäudeteilen des renommierten Schott-Musikverlags.

Im Weihergarten in der Altstadt hat die J. Molitor Immobilien GmbH gemeinsam mit der Sparkasse Rhein-Nahe Gebäudeteile des Stammhauses des Schott Musikverlags erworben. Mit der Konzentration auf die im Weihergarten gelegenen historischen Gebäudeteile passt sich der Traditionsverlag mit dem Verkauf der Gebäudeteile Weißliliengasse dem zunehmend digitalen Markt und veränderten Arbeitswelten mit wachsendem Home Office-Anteil an. So soll der Bereich zur Weißliliengasse zu innerstädtischem Wohnraum umgestaltet werden. „An diesem attraktiven Standort wollen wir gemeinsam mit unserem Partner Sparkasse Rhein-Nahe dringend benötigten Wohnraum in Mainz schaffen“, so Tina Badrot, Geschäftsführerin der J. Molitor Immobilien GmbH. Auf rund 4.000 m² Wohnfläche sollen im Bereich an der Weißliliengasse rund 60 Wohnungen entstehen, ergänzt um einen geringen Anteil an Büroflächen und einen gemeinschaftlichen Innenhof, der für exklusive musikalische Aufführungen genutzt werden kann.

Molitor schafft rund 100 Wohnungen in der Altstadt

Das Vorhaben am Weihergarten ist nicht das einzige Wohnungsbauprojekt, das die J. Molitor Immobilien GmbH trotz herausfordernder Marktlage in der Altstadt vorantreibt. Ebenso in der Altstadt, nur wenige hundert Meter entfernt, hat das Wohnensemble Weintor 12 gerade Richtfest gefeiert. In dem ehemaligen Bruder-Konrad-Stift-Anwesen entwickelt Molitor gemeinsam mit den Mainzer Unternehmen G.L. Kayser Immobilien GmbH und IGM Immobilien Gesellschaft Mainz mbH 30 Wohnungen. An der Fuststraße hat der Bau für den ersten Bauteil des Einzelhandelsquartiers LU: begonnen, in dem zehn weitere Wohnungen geschaffen werden – gemeinsam mit dem Domkapitel Mainz. „Insgesamt werden wir in der Altstadt in den kommenden Jahren rund 100 Wohnungen schaffen“, so die Molitor-Geschäftsführerin.

Über 600 weitere Wohneinheiten in und um Mainz

Gleichzeitig betont die Molitor-Chefin, dass weitere große Wohnungsbauprojekte in den Stadtteilen und im direkten Umland noch „on top“ kommen. So sei in Mainz-Weisenau der Bau von 200 Wohnungen, ein gemeinsames Projekt mit Fischer & Co., im vollen Gange. 25 % Förderung ist dabei vorgesehen. Für das Projekt Schützenhaus in Mainz Hartenberg-Münchfeld wartet Molitor mit den Partnern Volksbank Darmstadt Mainz und Rheinhessen Sparkasse auf Baurecht für 110 – 130 Wohnungen – ebenfalls mit Förderung. Und in Budenheim, vor den Toren von Mainz, starten im neuen Jahr die Erschließungsarbeiten für ein Quartier mit 322 Wohnungen, 44 Reihenhäusern und sechs Einfamilienhäusern. Hier entwickelt Molitor gemeinsam mit der Orgentec Holding GmbH.

Neuentwicklungen bei Schott Musik (Aus der Allgemeinen Zeitung)

Zudem haben die Gesellschafter des Mainzer Schott-Verlages ihre Geschäftsanteile auf die von ihnen gegründete gemeinnützige Strecker-Stiftung übertragen. Das teilte der Musikverlag selbst via Pressemeldung mit. Weiter heißt es hier: „Schott wird nach 253 Jahren in privater Hand noch im Laufe des Dezembers in den Besitz der Stiftung übergehen, die derzeit über ein Stiftungsvermögen von rund 18 Millionen Euro verfügt.“ Auf diese Weise werde die Unabhängigkeit des Musikverlages dauerhaft gesichert. Stiftung und Verlag bleiben weiterhin selbständig aktiv.

Vorstandsvorsitzender der Strecker-Stiftung ist Dr. Peter Hanser-Strecker, der seit über 50 Jahren Verleger des Schott-Verlages ist. Er zieht sich aus der operativen Geschäftsführung zurück und konzentriert sich als Stiftungsvorstand auf das verlegerische Profil und die Aufgaben im Zusammenhang mit der Musikförderung. An seiner Seite arbeitet als weiteres Mitglied des Stiftungsvorstandes seine Tochter Saskia Osterhold, die seit vielen Jahren Prokuristin des Schott-Verlages ist. Die Geschäftsführung des Musikverlages liegt bei Denis Martin Freiberg und Dr. Thomas Sertl. Mit dem Übergang in das Eigentum der Stiftung sei das Fortbestehen des Verlages ebenso gesichert wie seine verlegerische Mission, so Strecker. „Ich bin sehr dankbar, dass alle Gesellschafter und Gesellschafterinnen diesen Weg gemeinsam beschritten haben.“
Die Strecker-Stiftung wolle sich nachhaltig der Förderung von Musik, insbesondere im Bereich der Kinder- und Erwachsenenbildung, der Förderung des künstlerischen und musikwissenschaftlichen Nachwuchses sowie zukünftig verstärkt der Unterstützung von musiktherapeutischen Projekten widmen. Sie möchte in Zukunft vermehrt große Projekte auch in Kooperation mit anderen Stiftungen initiativ begleiten und auf diese Weise das Musikleben noch wirksamer unterstützen. Zu den langfristigen Aufgaben, die fortgeführt werden sollen, gehört das stiftungseigene Projekt „Singen ist klasse“. Es finanziert bereits seit drei Jahren Musikunterricht in Schulklassen, in denen kein regulärer Musikunterricht stattfindet, und wurde im Sommer 2023 mit dem Deutschen Kulturförderpreis ausgezeichnet.

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