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Mainzer Ultras greifen Offenbacher Fans am Bruchweg an – Bremer Fans verletzen sich durch „Bengalos“

Gleich zwei Fußballspiele hatte die Polizei am Samstagnachmittag in den beiden Mainzer Stadien zu betreuen und warnte bereits am Dienstag, vor kritischen Situationen. Am Bruchwegstadion kam es dann zum Zwischenfall. Vor der Begegnung in der Regionalliga Südwest zwischen dem TSV Schott Mainz und den Offenbacher Kickers riefen die Offenbacher Anhänger zum Äppelwoi trinken ab 11 Uhr am Bruchwegstadion auf. Kurz darauf tauchten auch die Mainzer Ultras an gleicher Stelle auf. Ein blitzartiger und massiver Angriff aus einer Gruppe von ca. 130 Mainzer Ultras auf einen ankommenden Offenbacher Reisebus und PKW fand statt. Hierbei warfen die Angreifer mit vollen PET-Flaschen gegen die Scheiben des Busses und traten die Fahrertür des PKW komplett ein. Der Sachschaden beläuft sich auf 2.000 Euro.
Die Polizei verhinderte durch sofortiges Einschreiten weitere Angriffe. Die Gruppe der weit über 100 Mainzer Ultras flüchtet zunächst in Richtung Campus und wird kurz darauf einer Kontrolle unterzogen. Von insgesamt 170 Personen stellt die Polizei mit Unterstützung der Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei die Personalien fest und stellt Sturmhauben, Schlauchschals, Zahnschützer, ein Einhandmesser, und zwölf verschiedene Substanzen BTM sicher.

Bei dem Angriff auf den Reisebus handelt es sich nach derzeitigem Ermittlungsstand um einen schweren Landfriedensbruch. Weitere Straftaten können sich im Laufe der Ermittlungen ergeben.

Das Spiel zwischen dem TSV Schott und den Offenbacher Kickers verläuft aus polizeilicher Sicht völlig störungsfrei. Die Offenbacher Fans feiern zu jeder Zeit friedlich und reagierten nicht auf Provokationen.

Trotz zahlreicher Sicherstellungen an den Einlasskontrollen bei der Bundesligabegegnung zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem SV Werder Bremen in der Opelarena gelingt es Bremer Fans mehrfach massiv Pyrotechnik zu zünden. Durch das Abbrennen von Bengalos werden nach jetzigem Erkenntnisstand sechs Personen verletzt. Vier Personen erleiden Brandwunden, zwei klagen über erhebliche Augenreizungen. Alle Verletzten sind durch den Rettungsdienst versorgt worden. Die Polizei leitet in den bekannt gewordenen Fällen Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein. Das bloße Abbrennen der Bengalos stellt regelmäßig ein Verstoß nach dem Sprengstoffgesetz dar.

Während der sportlich unbedeutenden Begegnung zwischen Mainz und Bremen suchen zwei größere Gruppen Risikofans beider Mannschaften die Innenstadt rund um den Schiller- und Münsterplatz auf. Das Verhalten und Auftreten dieser Gruppen veranlasst die Polizei dazu, mit zahlreichen Einsatzkräften sich zwischen diesen beiden Gruppen zu positionieren um Auseinandersetzungen schon im Ansatz zu unterbinden. Dies gelingt und wird bis weit nach dem Spiel aufrechterhalten.

Nach dem Spiel kommt es zu vereinzelten Provokationen zwischen abreisenden Mainzer und Bremer Fans. Die Polizeikräfte verhindern auch hier ein Aufeinandertreffen. Bis zur Abfahrt des letzten Zuges um 19:46 Uhr in Richtung Bremen wird eine sichere Abreise für alle Fans gewährleistet.