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Mainz zeichnet BioNTech-Gründer mit Ehrenbürgerwürde aus

Am 10. März hat die Landeshauptstadt Mainz der Gründerin und den Gründern von BioNTech die höchsten Auszeichnung der Stadt verliehen: Die Ehrenbürger:innenwürde. Bei einem Festakt in der frisch sanierten Rheingoldhalle übergab OB Ebling der Ehrenbürgerin und den Ehrenbürgern ihre Urkunden.

„Sie haben in der Pandemie auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und der Welt den ersten Impfstoff gegen Covid-19 geschenkt. Dafür sind wir alle sehr dankbar. Die Grundlage für den Impfstoff auf Basis der mRNA-Technologie haben Sie mit Ihrer jahrzehntelangen Grundlagenforschung geschaffen. Nun können Sie aus Mainz heraus die Welt und die Medizin verändern. Diese beeindruckende Leistung im Kampf gegen tödliche Krankheiten wollen wir gebührend würdigen“, so Oberbürgermeister Michael Ebling.

Geehrt werden diese drei außergewöhnlichen Wissenschaftler:innen vor allem für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Medizinforschung und Biotechnologie und den damit verbundenen Einsatz zur Eindämmung der weltweiten Corona-Pandemie. Die Entwicklung eines Impfstoffes in kürzester Zeit hat nicht nur dem Unternehmen BioNTech, sondern auch der Stadt Mainz weltweites Ansehen und Anerkennung gebracht.

Herr Universitätsprofessor Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Huber ist ein international renommierter Arzt und Wissenschaftler. Nach seiner Berufung zum Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz im Jahre 1990 legte er den Grundstein für die Entwicklung eines führenden Kompetenzzentrums für Krebsimmuntherapien. Seine wissenschaftlichen Ansätze auf dem Gebiet der Krebsforschung und seine zukunftsweisenden Ideen und Initiativen zur Gründung von Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Mainz bildeten die Grundlage für die Entwicklung des Corona-Impfstoffes.

Frau Universitätsprofessorin Dr. Özlem Türeci ist Wissenschaftlerin und Ärztin von Weltrang auf dem Gebiet der Immunologie und Krebsforschung. Seit mehr als zwanzig Jahren ist sie mit ihren Forschungen für die Universitätsmedizin Mainz tätig und lehrt außerdem am Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie. Die Entwicklung des Covid-19-Impfstoffes war nur aufgrund ihrer jahrzehntelangen bahnbrechenden Forschungsarbeit möglich.

Herr Universitätsprofessor Dr. Uğur Şahin erlangte insbesondere durch seine wegweisenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der individualisierten Krebsimmuntherapie internationales Ansehen. Der Arzt und Wissenschaftler ist ebenfalls seit über zwanzig Jahren mit seinen Forschungen für die Universitätsmedizin Mainz tätig und lehrt dort experimentelle und translationale Onkologie. Seine bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse bei der Bekämpfung von Krebs und die enge Verbindung von Unternehmen und Forschung bildeten die Basis für die Herstellung des Impfstoffes.

„Wir sind wegen der Wissenschaft gekommen und wegen der Menschen geblieben. Diese Menschen haben Mainz nicht nur zu unserem Zuhause gemacht. Dank des leidenschaftlichen Einsatzes vieler ist die Stadt zu einem international sichtbaren Leuchtturm der Wissenschaft und der innovativen Arzneimittelentwicklung geworden, der weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist und geschätzt wird“, sagt Ugur Sahin. „Wir sind dankbar, ein Teil davon zu sein und nehmen die Ehrenbürgerschaft der Stadt aus vollem Herzen an,“ ergänzt Özlem Türeci.

Gundula Gause führte durch den Festakt, der von der A.C.I.M Dancecrew und klassischer Musik untermalt wurde. Oberbürgermeister Michael Ebling ehrte die Wissenschaftler:innen mit gebührenden Worten und überreichte den drei neuen Ehrenbürger:innen ihre Urkunden.

„Sie haben die Grundlagen dafür geschaffen, Mainz zu einem international anerkannten Forschungs-und Biotechnologiestandort zu machen. Und Sie haben unsere Stadt in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt. Am Ende muss vieles zusammen­kommen, um die ganze Welt zu verändern. Und ich hoffe und glaube, dass die „Heimat“, die Mainz Ihnen Dreien wissenschaftlich und privat geworden ist – der Standort, die Unterstützung von Stadt und Land, die Weltoffenheit und der internationale Austausch, die in der Stadt und an der Universität gelebt werden und nach mancher nicht enden wollender Labornacht auch schlicht die Lebensqualität – dass diese Heimat ihren kleinen Beitrag zu Ihren großen Errungenschaften leisten konnte. Sie haben die Profilbildung der Universitätsmedizin wesentlich geprägt. Wir verdanken es Ihnen, Ihrer Weitsicht und Ihrer Gabe, kluge Menschen um sich zu sammeln und andere Menschen von Ihren Ideen zu begeistern, dass zahlreiche Forschungsergebnisse der Krebsimmuntherapie in die klinische Anwendung übertragen wurden und dass Mainz ein Knotenpunkt für den Austausch von Forschungsergebnissen wurde. Sie haben damit früh einen wesentlichen Beitrag geleistet für die Entwicklung von Mainz zu einem international renommierten Forschungs-und Biotechnologiestandort für Immuntherapien und Impfstoffe“, so Oberbürgermeister Michael Ebling in seiner Rede.

„Als Wissenschaftsminister erfüllt es mich mit großem Stolz zu sehen, dass ganz Deutschland und die Welt auf den Wissenschaftsstandort Mainz schauen. Mit der mRNA­Technologieplattform von BioNTech geht nach dem Buchdruck nunmehr eine zweite Innovation von Mainz aus, die die Welt verändert hat. Ich gratuliere herzlich zur Ehrenbürger:innenwürde, welche die besondere Leistung für die Gesellschaft einmal mehr zum Ausdruck bringt“, so Wissenschaftsminister Clemens Hoch.

Zuletzt hatte die Landeshauptstadt Mainz nur noch zwei mit der Ehrenbürger:innenwürde ausgezeichnete Bürger:innen: Monsignore Klaus Mayer (seit 2005) und Margit Sponheimer (seit 2018). Nach dem Vorschlag von Oberbürgermeister Michael Ebling und der einstimmigen Unterstützung der Stadtratsfraktionen im November 2021, tragen nun auch die BioNTech-Gründer:innen Universitätsprofessor Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Huber, Universitätsprofessorin Dr. Özlem Türeci und Universitätsprofessor Dr. Uğur Şahin die Ehrenbürger:innenwürde. Seit 1831 hat die Landeshauptstadt Mainz nun 52-mal diese höchste Auszeichnung verliehen.

Die Veranstaltung wurde auch per Livestream übertragen; diese Übertragung bleibt dauerhaft auf der Website der Stadt Mainz zu sehen: mainz.de/ehrenbuergerwuerde