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MAG stellt ihre Bilanz für 2020 vor – Allianzhaus wird zum Leerstandsprojekt

Foto: Domenic Driessen

Die Mainzer Aufbaugesellschaft mbH (MAG) präsentiert im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 in ihrer Bilanz ein Plus von 285.000 Euro, das als Genussrechts-Ausschüttung komplett ausgezahlt wird. „Wir hatten im MAG-Konzern wie viele andere Unternehmen auch einige größere Herausforderungen in der Corona-Krise zu meistern und freuen uns, dass wir das Jahr 2020 nach Ausschüttung des Genussrechts an die Stadt Mainz mit einer schwarzen Null abschließen konnten“, berichtet der kaufmännische Geschäftsführer, Nils Teske, auf der Bilanzpressekonferenz am 12. August 2021.

Bei einer Bilanzsumme von 111 Millionen Euro beträgt die Eigenkapitalquote des MAG-Konzerns 31,1 Prozent. „Wir haben nach wie vor eine ausgezeichnete Bonität, auch wenn coronabedingt die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung etwa bei der Hotelvermietung zurückgegangen sind“, so Teske.

Größter Verlustposten des MAG-Konzerns war die Tochtergesellschaft PMG Parken in Mainz GmbH, die in 2020 am stärksten von Corona betroffen war und alleine 3 Millionen Euro weniger Umsatz erwirtschaften konnte. „Wir mussten bei der PMG zeitweise Kurzarbeit einführen, unsere Fixkosten reduzieren und haben einige geplante Sanierungsarbeiten verschoben“, so Teske. Ungeachtet dessen wurde die Digitalisierung bei der PMG auch im Corona-Krisenjahr weiter vorangetrieben, „wir entwickeln mit Evopark unser Abrechnungssystem weiter und haben zusätzliche Angebote für unsere Kundinnen und Kunden aufgelegt.“ Außerdem hat die PMG in 2020 zwei neue Parkhäuser als Betreiber übernommen, die Quartiersgarage am Zollhafen und das Parkhaus in der Weißliliengasse.
Der Geschäftsverlauf der MAG im Jahr 2020 war stark geprägt von den typischen Schwankungen für Projektentwickler. Zahlreiche Projekte befanden sich in 2020 überwiegend in der Bauphase, wie beispielsweise „Wohnen am Hartenbergpark“, ein Projekt der emag GmbH gemeinsam mit der WB Wohnraum Mainz GmbH & Co. KG, oder das Wohnquartier Rodelberg von der Projektentwicklungsgesellschaft WTR GmbH & Co. KG – einer gemeinsamen Gesellschaft der J. Molitor Immobilien GmbH und der emag GmbH.

„Unsere Pipeline ist gut gefüllt“, so MAG-Geschäftsführer Martin Dörnemann, „ein Großteil dieser Projekte wird in den kommenden Jahren abgeschlossen und erfolgreich verkauft.“ Weitere im Bau befindlichen Projekte sind der Innovationspark Kisselberg oder die Quartiersentwicklung „immergrün“ in Mainz-Bretzenheim. Zu neu erworbenen Projekten gehören ein Grundstückskauf im rheinhessischen Hahnheim, auf dem die Traumhaus AG Doppelhäuser errichten wird, eine Wohnentwicklung in der Freudenbergstraße in Wiesbaden-Schierstein auf einem rund 7300 m² großen Grundstück sowie ein Hotelprojekt in Saarbrücken.
Hauptgesellschafter der MAG ist mit 43,3 Prozent die Landeshauptstadt Mainz, die zudem über die Zentrale Beteiligungsgesellschaft (ZBM) weitere 6,6 Prozent an der MAG hält, die Epple Holding ist mit 30,3 Prozent größter privater Anteilseigner, gefolgt von der Mainzer Volksbank und der Sparkasse Mainz mit jeweils 9,9 Prozent.

Das Allianzhaus soll demnächst laut Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) bis mindestens 2025 als Leerstand für Start-ups und Kultur freigegeben werden. Die Gastronomie und der Kulturclub schon schön etc. im Erdgeschoss bleiben solange erhalten. Vermutlich wird es 2022 einen Ansprechpartner in Form eines Leerstandsmanagers geben. Mehr dazu in den nächsten Wochen.

Die MAG wurde 1966 gegründet. Im Unternehmen saßen schon damals privatwirtschaftliche Investoren auf der einen und die Stadt Mainz als öffentlicher Träger auf der anderen Seite. Die MAG ist somit seit nunmehr 55 Jahren eine der ersten Institutionen in Deutschland, die als Public Private Partnership bezeichnet werden kann.

Für die kommenden Jahre rechnet die MAG-Geschäftsführung wieder mit positiven Ergebnissen, zumal eine Reihe von angelaufenen Immobilienprojekten in den Jahren 2021 bis 2023 fertig gestellt werden. Auch die Entwicklung der Gesamtbranche ist positiv. Die Nachfrage nach gewerblichen Flächen und Wohnimmobilien ist unverändert hoch. Darüber hinaus ist die MAG derzeit in Akquisitionsgesprächen für weitere Zukunftsprojekte. „Der Immobilienmarkt im gesamten Rhein-Main-Gebiet ist nach wie vor hochattraktiv, auch wenn es immer schwerer wird, neue Projektgeschäfte an Land zu ziehen“, so Dörnemann.

Die Prognosen für das angelaufene Jahr 2021 sehen die PMG Parken in Mainz GmbH nach wie vor in einem schwierigen Umfeld: „Wir sind hier ganz wesentlich von der Wiederbelebung der Mainzer Innenstadt abhängig“, so Teske.

Neben den positiven Finanzbeiträgen für den städtischen Haushalt profitiert auch das regionale Handwerk von den Erfolgen der MAG mit einer jährlichen Wertschöpfung in zweistelliger Millionenhöhe. „Die MAG ist ein ganz wichtiger regionaler Motor für die Stadtentwicklung“, so Dörnemann. Der MAG-Konzern plant, baut und betreibt unter anderem Parkhäuser, öffentliche Bauten, integrierte Wohnkonzepte und Gewerbeansiedlungen. „Gerade die Kombination von Stadt-, Projekt- und Parkraumentwicklung bietet ein hohes Maß an Synergien, von denen alle Beteiligte profitieren“, erklärt die Geschäftsführung.

Zu den Säulen der MAG gehören demnach die Projektentwicklung und -steuerung; die gewerbliche und kommunale Stadtentwicklung; anspruchsvoller und preiswerter Wohnungsbau sowie Quartiersentwicklung; die Bewirtschaftung gewerblicher Bestände und schließlich die Parkraumbewirtschaftung über die PMG. „Unsere Stärke ist die enge Verzahnung unserer Geschäftsbereiche“, so Martin Dörnemann, „da wir auf all diesen Feldern sowohl über das technische, das bauliche und das personelle Know-how verfügen, stützen und verstärken sich die Unternehmensbereiche damit gegenseitig.“

Mehr Digitalisierung
Im Zuge der Corona-Krise hat die MAG die Digitalisierung und das mobile Arbeiten weiter ausgebaut. So wurden sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit mobilen Rechnern ausgestattet. Zeitweise wurde das gesamte Team in zwei Gruppen aufgeteilt, die alternierend mobil bzw. im Büro ihren Arbeitsplatz eingerichtet haben. Auf diese Weise wurde verhindert, dass eine denkbare Infektion das gesamte Team lahmlegt und eine Projektbetreuung gefährdet gewesen wäre.
Seit diesem Jahr präsentieren sich die MAG, PMG und emag im Social Media-Bereich mit regelmäßigen Informationen und Projektupdates auf Instagram.

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