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Gutenberg Marathon: Hitze & Ukraine Fünffach-Sieg

kateryna
Mit rund 75.000 Zuschauern an der Strecke war das Wetter zuschauer freundlich – aber fast schon tropisch schwül und für die Läufer viel zu warm. Viele Top-Athleten stiegen  wegen brütender Hitze aus. Die Ukraine schreibt ihre Laufgeschichte in Mainz fort: Bei den Männern gingen die ersten drei Plätze an Ukrainer. Yurij Rusyuk siegte in 2.20:31 h klar vor Anton Pototsky. Bei den Frauen gingen die ersten beiden Plätze an die Ukraine und Kateryna Karmanenko (Foto) läuft vor Svitlana Smitiukh in 2:44:39 h ihr einsames Rennen zum Erfolg. Von den Mainzer Marathon-Meistern siegt Uwe Kemmer in 2.57:57 h und bei den Frauen Rebecca Werking mit 3.28:24 h. Ergebnislisten unter www.marathon.mainz.de.

Bei den Männerns schreibt Yurij Rusyuk (Ukraine) in Mainz die Geschichte der Sieger aus der Ukraine fort: Am Tag zuvor beim Sport-Talk wirkte der 29jährige verschlossen, wortkarg, in sich gekehrt. So ging er auch das Rennen an: Nicht reden, mal schauen, dann machen. Er schloss sich einer zunächst achtköpfigen Spitzengruppe an, schaute, was sich tut – und als peu a peu die Kontrahenten erste Zipperlein offenbarten, nahm der kleingewachsene Athlet das Heft in die Hand und zog an. Sehr zum Leidwesen des eigentlich favorisierten, hochgewachsenen Aleksandr Babaryka.

Zum Halbmarathon kam man in wetterbedingten 1.10:00 h über die Matten: Danach zog Rusyuk in einer Dreier-Gruppe mit Babaryka und Debütant Salomon Berhe (SG Wenden/D) mehrfach kurz an – erst musste Babaryka passen, Minuten später spürte der deutsche Debütant, dass er zu viel gewollt hatte (er stieg später aus).
Rusyuk hatte den Hut auf – legte 90 Sekunden vor und musste nur zwischenzeitlich kurz den aufkommenden Anton Pototsky (Ukraine) fürchten – aber näher als 25 Sekunden kam dieser nicht mehr und wurde Zweiter in 2.21:14 h.

Während Berhe zu hoch gepokert hatte, machte es Daniel Ybekal (PSV Grün-Weiß Kassel) cleverer – er ließ das Topfeld ziehen und spekulierte zu Recht, dass es den ein oder anderen aus den Schuhen tragen würde. So kam es dann auch. Ybekal, der 2015 in Berlin eine starke 2.16:45 h gelaufen war, kam in hitzebedingten 2.27:13 h auf der letzten Rille ins Ziel – aber auf Rang vier. Es folgte Oliver Hoffmann (TSV Kirchhain/TH Mittelhessen) als Fünfter, der von Beginn an sein eigenes Tempo gelaufen war – er wurde damit Deutscher Hochschulmeister Marathon.

Schnellster Deutscher: Daniel Ybekal (PSV Grün-Weiß Kassel/4. Platz) in 2.27:13 h.

HALBMARATHON
Niels Bubel (D) siegt in 1.10:25 h im Halbmarathon – etwas überraschend – vor Ivan Babaryka (Sieger 2014/15, Ukraine), der augenfällig schwere Beine hatte (1.11:42 h) Allerdings: Babaryka siegte letzte Woche noch beim Kiew-Marathon in einer 2.25er Zeit – und musste dieser Tatsache Tribut zollen. Vor allem: Erneut eine Top-Leistung von Niels Bubel, der zudem HM-Hochschulmeister (HD Berlin)wurde.

FRAUEN

Bei den Frauen zeigte sich Kateryna Karmanenko (Ukraine) schon beim Sport-Talk am Samstag zu Späßen aufgelegt: Locker, selbstbewusst, mit Ausstrahlung. Diese brachte sie heute auch 1:1 auf den (glühenden) Asphalt beim Marathon. Zwar lief zu Beginn noch die spätere HM-Siegerin Kerstin Stephan teils weit über eine Minute in Front, was Karmanenko aber weglächelte. Sie lief ihr Rennen und ging früh allein auf die Pirsch nach dem Volldistanz-Sieg. Schade, denn mit Agnieszka Janasiak (Polen) und Andrea Szederkenyi-Tacacs (Ungarn) gingen zwei Mitfavoritinnen schon zum Halben wegen Problemen mit der Hitze aus dem Rennen.
Damit blieb es für die Führende ein einsamer Lauf gegen die Uhr – sie distanzierte die zweitplatzierte Ukrainerin Svitlana Smitiukh (TB Wiesbaden) um 14 Minuten. Was Smitiuk aber null interessierte, da diese eher ambitionierte Breitensportlerin ist – und sie zur eigenen Überraschung (trotz Führungsfahrrad neben ihr) in 3:03:25 h auf Platz 2 einkam. Auch Heike Volkert (LAV Stadtwerke Tübingen) als Dritte in 3.05:10 h war geflashed im Ziel und hätte sich dies kaum erträumen lassen. Unverhofft kommt selten, heute war es soweit. Abseits der Überraschungserfolge blieb das Zeitniveau des Siegertrios für Mainz – trotz der erklärten Neuausrichtung – bescheiden. Aber heute galt eher: Ankommen ist alles.

Schnellste Deutsche war 2016 Heike Volkert (LAV Stadtwerke Tübingen) als Dritte in 3.05:10 h.

!! Auf Wiedersehen zum nächsten Gutenberg Marathon am Sonntag, 7. Mai 2017 !!