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Golden-Ross-Kaserne als Kreativ-Standort?

aus der Allgemeinen Zeitung von Carina Schmidt:

Es soll ein Ort für Kreative werden. Beispielsweise für Unternehmen aus der Medienbranche. Denkbar wären auch eine Musikschule, Proberäume für Bands oder Künstler-Ateliers. Seit wenigen Tagen hat das straßenzugewandte Mannschaftsgebäude der Neuen Golden-Ross-Kaserne in der Mombacher Straße 56 einen neuen Eigentümer. Für 3,4 Millionen Euro konnte die Wiesbadener UB-Projektgesellschaft die Immobilie bei einer Zwangsversteigerung erwerben. Gegen den vorherigen Eigentümer, die Klassische Immobilien Deutschland BV & Co. KG mit Sitz in Neu-Isenburg, war ein Insolvenzverfahren eingeleitet worden.

Ursula Schramm, Geschäftsführerin der UB-Projektgesellschaft, und ihr Sohn David Wilk, der die Projektleitung übernommen hat, sprudeln vor Ideen, die sie in dem alten Gemäuer umsetzen wollen. Um alles auf den neuesten Stand zu bringen, sollen ein bis zwei Millionen Euro investiert werden. „Derzeit werden von unseren Ingenieuren Konzepte für die Haustechnik und den Brandschutz erstellt“, berichtet Wilk. Schon in wenigen Tagen sollen die Sanierungs- und Renovierungsarbeiten losgehen, dazu zählt vor dem Hintergrund der Büronutzug vor allen Dingen eine leistungsstarke Internetverbindung. Die Fenster müssen nicht erneuert werden, denn sie wurden zwischen 2002 und 2012 ausgetauscht.

Café und Parkplätze auf der Rückseite

Potenzielle Mieter wollen Schramm und Wilk durch individuelle Arbeitsbereiche bedienen. Diese sollen von einem Schreibtisch bis zu einer Büro-Etage von 1.000 Quadratmetern auf einer Ebene reichen. „Für Freiberufler, Kreative und kleinere Start-ups möchten wir sogenannte ‚Coworking Spaces‘ einrichten, die gemeinsames Arbeiten in größeren offenen Räumen möglich machen“, kündigt Wilk an. Insbesondere für jene kleineren Arbeitseinheiten will der Projektleiter mietbare Tagungs- und Veranstaltungsräume schaffen.

Gemeinsam nutzbar sein sollen ebenfalls die Empfangshalle und der rund 180 Quadratmeter große Wintergarten auf der Rückseite des Gebäudes. Hier könnte außerdem ein kleines Café einziehen, damit für die jeweiligen Bürogemeinschaften die Möglichkeit besteht, sich mit Snacks zu versorgen oder einfach nur zu entspannen. Ebenfalls auf der Rückseite befinden sich derzeit rund 60 Parkplätze. Sollten diese nicht ausreichen, möchte die Geschäftsführerin der UB-Projektgesellschaft in Absprache mit der Stadt weitere Stellflächen schaffen.

Historischer Charme soll bewahrt werden

Schramm und Wilk planen zudem das Dachgeschoss mit seinem Loftcharakter ausbauen. „Uns ist überhaupt wichtig, den historischen Charme der Gebäudesubstanz zu bewahren“, betont Schramm. Dazu zählt das Vorhaben, die unter Denkmalschutz stehende Immobilie optisch aufzupolieren, indem die komplette Ziegelsteinfassade und die Friese aus Sandstein gereinigt werden.
Neben den neuen Mietern gibt es auch alteingesessene: das Dienstleistungsunternehmen „Gregory Technology GmbH“ sowie die Tanz- und Bewegungsschule „Movimento“. Ersteres habe bereits einen Erweiterungsbedarf angemeldet. „Was die künftige Zusammensetzung der Mieterstruktur betrifft, ist uns wichtig, dass die Leute zusammenpassen“, sagt Schramm. Tatsächlich gebe es schon erste Interessenten, darunter vier größere Unternehmen und rund 15 Einzelpersonen.

Die gesamte Ertüchtigung des Gebäudes soll nach und nach durchgeführt werden. Projektleiter Wilk ist zuversichtlich, dass die ersten neuen Mieter schon in rund zwei Monaten einziehen können.

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