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goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films, 10. bis 16. April in Wiesbaden


goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films, veranstaltet vom Deutschen Filminstitut, bietet auch in seiner 13. Ausgabe vom 10. bis 16. April 2013 ein vielseitiges Rahmenprogramm. Martina Gedeck ist Stargast der goEast Matinée und präsentiert den neuen Film des ungarischen Altmeisters István Szabó HINTER DER TÜR. Benedek Fliegauf, einer der aufregendsten Autorenfilmer des ungarischen Kinos und Präsident der goEast Jury, zeigt seinen aktuellen Film NUR DER WIND. Die Schulfilmtage bieten zu ihrem zehnjährigen Bestehen Klassiker und aktuelle Produktionen. Darüber hinaus werfen die goEast Specials einen Blick auf das zukünftige EU-Mitglied Kroatien und laden jenseits der Kinosäle zu Ausstellungen, einer Lesung und den legendären goEast-Partys ein.

Bei der diesjährigen Matinée begrüßt goEast mit Martina Gedeck eine der außergewöhnlichsten Charakterdarstellerinnen des deutschen Films und Fernsehens, die auch international große Erfolge feiert. In München geboren, absolvierte sie ihr Schauspielstudium an der Berliner Hochschule der Künste und war bereits während ihrer Ausbildung in ersten Filmen zu sehen. Ihren großen Durchbruch feierte sie mit dem Spielfilm BELLA MARTHA (2002), für den sie u.a. mit dem Deutschen Filmpreis und dem Preis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet wurde. 2006 war sie in Florian Henckel von Donnersmarcks Oscar-prämiertem Drama DAS LEBEN DER ANDEREN zu sehen und brillierte im selben Jahr in Robert De Niros DER GUTE HIRTE. Bei goEast präsentiert Martina Gedeck den aktuellen Film des Oscar-Preisträgers István Szabó HINTER DER TÜR (Deutschland, Ungarn 2012). Basierend auf dem gleichnamigen preisgekrönten Roman von Magda Szabó erzählt er vor dem Hintergrund des Ungarn der 1960er Jahre ein Drama von Macht und Freundschaft, Vertrauen und Verlust – und beeindruckt durch das eindringliche Zusammenspiel der zwei Protagonistinnen, die von Martina Gedeck und Helen Mirren verkörpert werden. Das anschließende Filmgespräch mit Martina Gedeck moderiert Rudolf Worschech (epd Film).

goEast Specials – Die Mischung macht‘s
Auch bei der Eröffnung von goEast am Mittwoch, 10. April, steht die Geschichte zweier Frauen im Mittelpunkt: Berührend und leichtfüßig inszeniert Regisseur Ilmar Raag in EINE DAME IN PARIS (Frankreich, Estland, Belgien 2012) die Beziehung zwischen der älteren Exil-Estin Frida und ihrer ebenfalls estnischen Pflegerin Anne. Jeanne Moreau, die Grande Dame des französischen Kinos, beweist in der Rolle der alternden Diva, dass sie mit ihrem anmutigen Spiel noch immer verzaubert.

Die goEast Schulfilmtage feiern in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Das internationale Jugendfilmfestival „Ale Kino!“ aus Polen hat zu diesem Anlass ein besonderes Kurzfilmprogramm mit Klassikern der polnischen Animationskunst zusammengestellt. Die Schulfilmtage bieten Kindern die Chance, das Medium Film und unterschiedliche Kulturen in einzigartiger Festivalatmosphäre kennenzulernen.
Passend zum EU-Beitritt, setzt goEast einen Akzent auf das filmische Schaffen Kroatiens. Das kroatische Filmarchiv wartet in Gedenken an den kürzlich verstorbenen Regisseur Krsto Papić mit dessen Klassiker HANDSCHELLEN (Jugoslawien 1969) auf und ergänzt damit das diesjährige goEast Symposium „Bright Black Frames – Der Neue Jugoslawische Film zwischen Subversion und Kritik“. Das Kroatien der Gegenwart zeigt dagegen der Episodenfilm ZAGREB STORIES VOL. 2 (Kroatien/Slowenien 2012), in dem sechs verschiedene RegisseurInnen einen sehr eigenen Blick auf das Thema Liebe im zeitgenössischen Zagreb werfen.

Anlässlich seiner Präsidentschaft in der diesjährigen internationalen Jury zeigt Benedek „Bence“ Fliegauf in den goEast Specials seinen aktuellen Film NUR DER WIND (Ungarn, Deutschland, Frankreich 2012) – Gewinner des Großen Preises der Jury auf der Berlinale 2012. Einer der produktivsten Autorenfilmer des ungarischen Kinos, ist er auch bei goEast kein Fremder: 2004 erhielt er für DEALER den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie und 2008 präsentierte das goEast Porträt eine Werkschau.

goEast – Mehr als Film
Zwei Foto-Ausstellungen ergänzen das goEast Festivalprogramm: Andrea Diefenbach ist in ihrer Fotoreportage „Land ohne Eltern“ der Lebenssituation von Arbeitsmigrantinnen der Republik Moldau auf der Spur. Die Bilder sind im Schaufenster Stadtmuseum Wiesbaden (Ellenbogengasse 3-7) zu sehen. Damit bebildert die Ausstellung dasselbe Thema wie der Dokumentarfilm MAMA ILLEGAL (Österreich 2012, Ed Moschitz) aus der goEast-Sektion Beyond Belonging. Die Ausstellung MOnuMENTI zeigt im Festivalzentrum im Gebäude der Wiesbadener Casino-Gesellschaft Denkmäler aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien und erörtert die Geschichten dahinter. In der Lesung aus seinem Kultbuch „Der Balkanizer“ erzählt Danko Rabrenović am Freitag, 12. April, mit Selbstironie und Humor aus seinem Alltag als „Jugo“ in Deutschland; bei der anschließenden legendären goEast Party im Kulturzentrum Schlachthof zeigt er sich mit seiner Band TROVAČI auch von seiner musikalischen Seite. Zum lautstarken goEast-Abschlusstanz gibt es schließlich am Dienstag, 16. April, im Kulturpalast Balkan Beats mit dem ABSINTO ORKESTRA, gefolgt von Gregor Maria Schubert am DJ-Pult.