| | Kommentieren

Gastro-Tipp: Beim Budiker (Mainz-Neustadt)

Die Neustadt hat unter gastronomischen Gesichtspunkten noch Luft nach oben, das finden Walery Engel und Marc Jenne. Vor allem meinen sie damit die Kneipenlandschaft. Die beiden springen daher gerne selbst in die Bresche und schaffen Abhilfe. Die ehemalige Fiszbah in der Raimundistraße 13 haben die beiden gerade übernommen, komplett neu gestaltet und ihr den Namen „Beim Budiker“ verpasst. Seit einigen Tagen ist geöffnet. Drei Jahre liegt es zurück, dass sie das Lokal „Neustadtapotheke“ am Frauenlobplatz eröffnet haben und seitdem erfolgreich betreiben. Und damit nicht genug. Die beiden wollen noch in diesem Jahr auch das „Nirgendwo“ in der Boppstraße neu eröffnen, nachdem sich der Vorbesitzer Willi Zimmermann aus dem Laden zurückgezogen hat. Derzeit ist noch geschlossen. „Beim Budiker“ allerdings sind die Fässer schon angezapft. „Wir haben sechs verschiedene Fassbiere im Angebot“, berichten Marc Jenne und Walery Engel: Berliner, Tegernseer, Krusovice, Binding, Büble und Braufactum Palor. Die Flaschen kommen dagegen von regionalen Kollegen wie KKR, Kiezbaum und Eulchen, aber auch die Spanier Estrella und Sol budiken mit. Außerdem gibt es Cocktails, Longdrinks, verschiedene Gin- und Tonic-Sorten, Shots und vieles mehr. Als Weine finden sich ein Roter (Hofmann Cuvée) und mehrere Weiße von Büsser-Paukner über Weegmüller bis zum Metzger (3,40 bis 5,80 Euro das Glas). Auch kleinere Speisen, unter anderem Flammkuchen, Salate oder Sandwichs, stehen auf der Karte.

Nostalgie ist gerne gesehen

Der Fokus der neuen Bar liegt auf dem Abend und der Nacht. Geöffnet ist täglich ab 17 Uhr; unter der Woche ist um 2 Uhr Schluss, am Wochenende erst gegen 3 oder 4 Uhr morgens. „Wir wollen unseren Gästen damit die Möglichkeit geben, auch spät am Abend noch herkommen zu können“, erklären die Wirte – oder „Budiker“, wie es im Berliner Raum vor allem früher oft hieß. Die „Budike“ ist eine Bezeichnung für eine Kneipe, die allerdings auch in Berlin inzwischen eher zur Rarität geworden ist. Nostalgie ist bei den beiden Neustadtwirten allerdings ohnehin gerne gesehen: Die Musik, die „Beim Budiker“ läuft, kommt nicht aus dem PC, sondern ausschließlich vom Plattenspieler oder von der legendären REVOX Tonbandmaschine B77. Entsprechende Bänder stehen bereit. Ein wenig schick, ein wenig urig, dennoch geradlinig, vor allem aber gemütlich, so soll es „Beim Budiker“ sein. Ein halbes Jahr lang haben sie die alte „Fiszbah“ dafür umgebaut, viel Holz verarbeitet, eine riesige Theke um die Ecke herum gebaut, neue Technik und eine neue Küche installiert. Auch die Toiletten können sich nun mehr als sehen lassen. Einziger Minuspunkt ist das recht hohe Preisniveau bei der auch noch zu steigernden Zubereitungstechnik der Cocktails. Bei unserem Test am ersten Wochenende gab es den Mojito im Tumbler-Glas für satte 8 Euro – mit Eiswürfeln am Stück und Sirup statt Rohrzucker. Als Ausgleich gab es dann jedoch mehrere Runden Pfeffi („Substanz der Stadt“) aufs Haus – ok, wir sind besänftigt… Willkommen ist in der Raimundistraße jeder, betonen die beiden – alle Altersgruppen vom Studenten bis zum reiferen Semester, von der WG bis zum Zollhafen-Publikum.

Text Maike Hessedenz (Allgemeine zeitung) und David Gutsche Foto hbz/Jörg Henkel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.