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Ein Filmkunst-Haus für Mainz – sind die Capitol & Palatin Kinos gerettet?

Die Immobilie im Bleichenviertel
wurde an Fischer&Co verkauft – das
Ende oder der Beginn der Mainzer Programmkinos?

Die Zukunft der Programmkinos in Mainz könnte gesichert sein, ist es aber noch nicht ganz: Die Lösung – eine Art Stadtkino, ein Filmkunsthaus – schwebt einigen vor. Abriss und Neubau des Hauses in der Bleiche über den Investor Fischer+Co, mit Kinos im Erdgeschoss und Wohnungen obendrüber, so könnte auch das Alexander the Great gerettet werden. Auch die Stadt Wiesbaden unterhält zwei kommunale Kinos (das Caligari und das Murnau-Filmtheater), die großzügig Unterstützung finden. In Mainz wurde stets Geldmangel angeführt, das hat sich durch Biontech geändert. Zudem darbt das kommunale Kino CinéMayence, das seit jeher im französischen Institut am Schillerplatz untergebracht ist und mit in das neue Kinohaus wandern könnte. In den letzten Monaten kristallisierte sich bei der Politik und nicht zuletzt dem neuen Eigentümer Fischer+Co der Konsens heraus, dass die Programmkinos erhalten bleiben müssen. Nun ist die Kulturdezernentin Marianne Grosse, resp. der Stadtvorstand gefragt, diese mögliche Idee umzusetzen.

Ein Neubau mit Kino im Erdgeschoss erweise sich laut Kino-Betreibern als die logische Konsequenz, bringt allerdings den Umstand mit sich, dass das Capitol&Palatin nur einen kleinen Teil seiner aktuellen Kinoausstattung wiederverwenden könnte, und somit vor hohen Kosten stünde, die außerhalb der Möglichkeiten des Kleinbetriebs sind. Von vielen Seiten wurde hierbei die Unterstützung der Stadt gefordert.

Das Grundstück des Palatin-Gebäudes umfasst einen unbebauten Innenhof, der mehr als ausreichend Platz für einen zusätzlichen Saal bereithält: ein neues CinéMayence mit dem Programmkino Palatin im selben Gebäude – eine gewinnbringende und vielversprechende Kombination für eine reichhaltige Filmkultur, ein Filmkunst-Haus in der Innenstadt.
Die Stadt Mainz könnte als Teileigentümer des Kinobereichs auftreten und an die Programmkinos verpachten, während das CinéMayence ein für den Kinobetrieb konzipiertes Zuhause bekäme. Die Filmkultur hätte in Mainz einen langfristig sicheren Hafen.

Die Pläne laufen keineswegs ins Leere, sondern seien „sehr realistisch“, sagt Fischer+Co. Geschäftsführer Frank Röhr heute in der Allgemeinen Zeitung und betont, immer für den Erhalt der Kinos plädiert zu haben. Er finde die Idee richtig spannend und Fischer+Co. würde sie auch so umsetzen. „Wir sind bereit für diesen Königsweg“. Es müssten nun noch Gespräche mit dem Bauamt und der Verwaltung geführt werden. Eine absolute Win-Win-Situation für alle Beteiligten, so Röhr. Fischer+Co. habe als Eigentümer auch keine Probleme, die Kinos selbst zu vermieten.

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