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Der große Test: Wo gibt es die besten Mainzer Falafel?

Kichererbsen sind weit mehr als unscheinbare Hülsenfrüchte mit einem witzigen Namen. Aus ihnen lassen sich köstliche Spezialitäten wie Hummus und Falafel zaubern. Nicht nur Veganer, Gesundheits- oder Figurbewusste kennen die Vorzüge dieser Erbse. Seit 8.000 Jahren verzehrt der Mensch die Nährstoffbomben. Falafel sind frittierte Bällchen aus pürierten Kichererbsen, Kräutern und Gewürzen, die vor allem in der arabischen Küche beliebt sind. Auf geht’s also in die Welt der Mainzer Kichererbsenringe!

Orientalisches Bistro (Flachsmarktstr. 22)

Im Bistro sieht es gemütlich aus. Rosa Wände, eine Sofaecke, Kissen und Lampen verleihen dem kleinen Laden eine heimelige Atmosphäre. Die freundliche Besitzerin Ghita El Fakshi kredenzt marokkanische Gerichte zu moderaten Preisen. Neben zahlreichen Fleischgerichten bietet sie auch einen Falafel-Teller für 5,90 Euro an. Als Vorspeise bekommt der Gast zunächst eine würzige Gemüsesuppe und Fladenbrot. Danach gibt es drei hausgemachte gut gewürzte Falafel. Zusammen mit einem Couscous- Salat, gekochter Aubergine und einem frischen Salat bilden sie einen ansehnlichen Kreis auf dem Teller. In der Mitte thront ein kleines Gefäß mit Joghurtsauce. Vor allem der in Zitronen-Essig-Dressing eingelegte Salat ist sehr gut abgeschmeckt. Die reiche Auswahl an anderen Delikatessen macht neugierig auf weitere Geschmacksexkursionen.

Mister Falafel (Lotharstr. 18-20)

Durch das schnörkellose Ambiente und das direkte Licht fühlen wir uns im ersten Moment nicht in den Orient versetzt. Dafür gibt es hier leckere frische Falafel. Die Riesenauswahl lässt keine Langeweile aufkommen. Mit sieben Falafel-Sandwich-Variationen (3 bis 4 Euro), einem Falafel- Burger und vier Falafel-Tellern (6,50 bis 7 Euro) macht der Laden seinem Namen alle Ehre. Wir probieren das klassische Sandwich für 3 Euro. So wie erwartet kommt es im warmen Pita-Brot. Schon beim ersten Bissen entfaltet sich ein Geschmackserlebnis, denn es enthält neben den kross frittierten Falafeln nicht nur knackigen Salat mit frischer Petersilie, Tomaten und Rüben: Die fein gewürzte Joghurtsauce schmeckt in Kombination mit der frischen Minze hervorragend. Der syrische Besitzer Georges Haydo erklärt gerne die verschiedenen Gerichte.

Zeytoun (Steingasse 21)

Er macht Catering, Kochkurse und ist manchmal Fernsehkoch: Als „Türke ohne Döner“ fiel Sedat Keser auch im sensor schon auf. Seit 2010 tobt er sich in der Steingasse aus. Bei seinen Falafeln legt er Wert auf „sieben besondere Gewürze“ und dass sie nicht durch Mehl, Bohnen, Kartoffeln oder Stärke gestreckt werden. Es gibt sie in drei Varianten: als im Fladen eingerolltes Sandwich (3,90 Euro) mit gemischtem Blattsalat und Joghurtsoße, Hommusteller (5,90 Euro) oder Falafelteller inklusive dreier „Mezze“ (7,90 Euro), serviert mit Fladendeckel zum Abheben. „Mezze“ sind wechselnde Vorspeisen aus der Glasvitrine. Wir wählen „Hommus“, angebratenen Blumenkohl und die „Tarator“ (Joghurt, Petersilie, Minze, Knoblauch, Sesampaste und Zitrone). Die außen knusprigen Falafeln schmecken fein, innen zart und sind dennoch schnittfest. Die erfrischende Tarator passt prima.

Le Cedre de Lebanon (Emmeransstr. 35)

In Mainz ist er zweifelsfrei der Platzhirsch unter den Falafel-Läden. Bereits seit 21 Jahren werden hier Falafel & Co. frittiert und andere Spezialitäten verköstigt. In der Glasvitrine liegen diverse Leckerbissen, es ist immer gut besucht und der freundliche Service wohl ebenfalls einer der Gründe für den Erfolg. Die Möbel haben schon bessere Zeiten gesehen und leider mussten wir uns den Tisch selbst abwischen. Im Falafel-Sandwich für 3 Euro stecken Salat, Tomaten, Zwiebeln sowie gut abgeschmeckte, hausgemachte Falafel im kross gebackenen dünnen Brot. Leider waren die Falafel etwas kalt und außen hätten sie knuspriger sein dürfen. Innen sind sie dafür schön weich. Mit der würzig-scharfen Sauce und der typisch libanesischen Sesampaste ist der gerollte Snack vom Le Cedre de Lebanon immer noch der Standard, an dem sich andere messen

Berliner Gemüse-Kebap (Große Bleiche 11)

Das Interieur hat den Charme eines Schnellimbiss und die Sitzplätze vor der Tür laden zwei Meter neben den fahrenden Autos nicht unbedingt zum Verweilen ein. Auf der Karte stehen türkische Gerichte. Seinen Namen hat das Lokal vom gebratenen Gemüse, das aus Kartoffeln, Karotten, Zucchini und Aubergine besteht. Es wird pur, mit Dönerfleisch oder Falafel angeboten. Wir wählen das Falafel mit Gemüse im Döner-Brötchen für 4 Euro. Die Falafel sind nicht selbstgemacht, mehlig und fade, auch der Salat ist ungewürzt. In unserem Fall besteht das Gemüse hauptsächlich aus Kartoffeln. Lediglich die scharfe Sauce ist lecker. Zusammen mit Cocktail- und Joghurtsauce soll sie dem Gericht die nötige Würze geben. Trotz der netten Bedienung ist der Berliner Gemüse-Kebap, zumindest was Falafel betrifft, weniger empfehlenswert.

Diwan (Uni, von Pfeifferweg 10)

Beim Diwan kommt nur Frisches auf den Tisch. Seit 19 Jahren bereitet Besitzer Eyad Abou-Warda seinen Falafelteig, ebenso wie alle anderen Gerichte, jeden Morgen vor Ort zu – und hat sich so mit seinem Campus-Imbiss nicht nur unter Studenten einen Namen gemacht. Die Falafelbällchen sind kompakt, knusprig und fein gewürzt. Für besonders Hungrige packt er auch gerne etwas mehr auf den Teller. Der große Falafelteller mit Hummus, Tabula, Joghurt- und scharfer Soße kostet 4 Euro, die Variante zum Mitnehmen als Sandwich oder Rolle gibt es für 3,50.

Ayam Saman (Schottstraße 7 / Bahnhof)

Neueröffnung direkt am Hauptbahnhof: ein Syrer! Typisches Flair mit Auslagen am Eingang, Teppiche an den Wänden, eine dicke Couchecke, persische Lampen und Kronleuchter überall, arabische Musik und viele arabische Gäste. Man bestellt typischerweise eine Reihe von Vorspeisen und Hauptgerichten, von denen sich dann alle am Tisch nehmen. Spezialität sind die Schawerma (Döner mit Hähnchenfleisch). Die Preise sind eher noch günstiger als vergleichbare Restaurants: egal ob Taboule, Hummus, Salate, Lamm, Hackfleisch- Spießchen, Falafel, Hühnerfleisch im Wrap – alles ist tadellos lecker und gut gewürzt. Das Falafel Sandwich gibt es für 3 Euro. Es kommt lecker mit Sauce in dünnem Brot gewickelt und Salat / Gurke. Leider sind die Falafel nicht selbstgemacht, sondern aus der Tüte. Schmeckt trotzdem gut. Das Restaurant ist einen Besuch wert.

Damas (Holzstraße 34, Altstadt)

Vor allem abends gut besucht ist das Restaurant mit „frischen syrisch-libanesischen Spezialitäten“. Da brummt auch die Shisha Lounge im Untergeschoss. Im Sommer begehrt sind die Plätze draußen am Holzturm und an der Rheinstraße. Falafel (5,50 Euro) stehen mit der Beschreibung „Knusprig frittierter Kichererbsenring“ als Vorspeise zur Auswahl. Ein Ring aus Tomate, Salatgurke, Petersilie und vier kräftig-braunen Kugeln mit Sesam- Knusperkruste ist jedoch auf (fadem) Eisbergsalat angerichtet. Daneben einige Weizenfladen und eine Sesam- Joghurtsoße. Der Falafelkern ist weich und zerfällt leicht, die Kruste so richtig „crunchy“. Beides mundet fein und sättigt obendrein.

Sofra2 (Malakoff-Passage)

Rege Kundschaft am Malakoff, denn hier trifft eine neue Location auf jahrelange Erfahrung. Die ehemaligen Besitzer des Sofra2s aus der Altstadt sind umgezogen, haben aufgestockt und dabei das wichtigste „Detail“ nicht vergessen: gutes Essen! Falafel-Liebhaber dürften hier glücklich werden, denn die Kichererbsenbällchen sind innen weich und außen knusprig. Es gibt sie in drei typischen Varianten: Falafel-Sandwich, Falafelteller mit Salat und zwei verschiedenen Soßen und / oder mit Reis und Pommes. Für Abwechslung sorgt das Tagesmenü. Alle Speisen werden mit frischem, selbstgebackenem, warmen Brot serviert. Die Bedienung ist aufmerksam und kompetent. Ein Besuch lohnt sich.

Fazit

Insgesamt bewegen sich viele der angebotenen Falafel geschmacklich auf einem recht hohen Niveau. Unser Favorit war jedoch das Falafel-Sandwich bei Mister Falafel. Auch Zeytoun und Damas verkaufen Spitzenprodukte. Ein Geheimtipp ist das „orientalische Bistro“ für alle, die gerne marokkanisches Essen in Wohnzimmeratmosphäre genießen. Solide arabische Küche bieten das Le Cedre de Libanon und der Diwan. Sofra2 und Ayam Saman am Bahnhof haben gutes Essen für zwischendurch. Den Falafel vom Berliner Gemüse-Kebap muss man nicht unbedingt haben.

P.S. Nach Redaktionsschluss zwitscherte man uns noch im Bleicheviertel der Damaskus (Gärtnergasse) wäre wohl das beste überhaupt. Überzeugt Euch selbst!

Gabriel Werchez Peral, Thomas Schneider, Lena Frings, Ida Schelenz, David Gutsche

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