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Der große Test: Saft- und Suppenläden


von Nicola Diehl und Morvyn Lipinski

Draußen macht sich eisige Winterkälte breit. Und von überall drohen Schnupfenviren, dem gutgläubigen Immunsystem einen Streich zu spielen. Zeit, die inneren Zellen zu stärken und mit Vitaminwaffen das köpereigene Gesundheitsheer zu rüsten. Wir testen warme Suppen und leckere Säfte und sagen der kalten Jahreszeit den Kampf an.

Gerti’s Kulinarische Köstlichkeiten

… an der Ecke Ludwigsstraße/Weißliliengasse ist so etwas wie das Stabsquartier eines Saftimperiums, das sich über ganz Mainz verteilt. Neben der ‚Zentrale‘ in der Innenstadt tummeln sich Gerti’s Saftläden im Untergeschoss der Römerpassage, im Rondell am Bahnhofsvorplatz sowie auf dem Wochenmarkt am Marktplatz. In der größten Filiale an der Ludwigsstraße gibt es Salate, Nudeln, Pizza, Obstsalate und natürlich auch frische Obst- und Gemüsesäfte. Basis der Saftkreationen ist meistens Orangen- oder Karottensaft. Der Kunde kann aber auch selbst kreativ werden und entscheiden, was in den Mixer kommt. Das Testobjekt „Multivitaminsaft“ sieht im Becher recht ansehnlich aus, einzelne Fruchtpartikel in satten bunten Farben sind zu erkennen. Geschmacklich ist diese Komposition leicht säuerlich, reich an feinem Fruchtfleisch und vor allem süß. Den 0,4l-Saft gibt es ab 2,90 Euro und kann als „juice to go“ im Plastikbecher plus Deckel mitgenommen oder gemütlich vor Ort mit oder ohne Speise genossen werden.

Schnell auf die Hand in der „Saftbar“ am Bahnhof

Für Reisende bietet sich Aricis Saftbar im 1. Obergeschoss des Hauptbahnhofs an. Neben Säften gibt es hier auch kleine Snacks wie Obstsalate und Couscous-Salat. Man kann aus 14 unterschiedlichen Saftkompositionen wählen, die abenteuerliche Namen tragen: „Super Power“ besteht aus Ananas, Papaya und Orange oder „Cross Over“ aus Karotte, Apfel und Fenchel. Das Obst und Gemüse wird teils frisch und teils gefroren in einen monströsen silbernen Mixer gegeben. Der Saft, der dabei rauskommt, erinnert durch seine einheitliche Farbe und feine Konsistenz an einen Smoothie. Der Multivitaminsaft ist rötlich orange und schmeckt angenehm fruchtig. Er wird im Plastikbecher mit Deckel für unterwegs gereicht. 2,50 Euro kostet der kleine Becher mit 0,3l und 2,90 Euro der großen mit 0,4l.

Der Außenseiter: die „Hemo-Saftbar“ im Gutenberg-Center

Auch auf der „grünen Wiese“ wird frischer Saft gepresst. Im Gutenberg-Center versteckt sich die ‚Hemo-Saftbar‘. Die Auswahl an Säften ist nicht so groß wie bei Gerti oder im Echt Saftig, aber dennoch ausreichend. Die Gemüse- und Obstsalate in der Auslage sehen knackig frisch aus. Ein Grapefruit-Orangen-Ananassaft kostet in der 0,3l-Variante 2,70 Euro oder groß (0,4l) 3,50 Euro. Geschmacklich schwächelt das Fruchtgetränk: Ziemlich wässrig ist die Konsistenz und der Orangengeschmack überlagert alles. Ein bisschen Säure von der Grapefruit ist zu schmecken, aber nach Ananas schmatzt der Saftschlürfer vergeblich. Außerdem lagern sich nach wenigen Minuten Schichten ab und das Obstgemisch schmeckt nicht so richtig frisch. Die Hemo-Saftbar ist eher was für den schnellen Saft zum Mitnehmen. Reizvoller für Gaumen und Auge erscheinen die Salate und Quarkspeisen.

„Echt Saftig“ kann Suppe und Saft

Ein echter Beideskönner ist der in der Fußgängerzone gelegene Echt Saftig-Laden in der Betzelsstraße 13. Die große Tafel über dem Bartresen listet ein großes Angebot an frischen Säften, Shakes und Smoothies. Letztere werden mit Eis oder Joghurt gereicht. Die Säfte verstecken sich nicht hinter Namen wie Power-Vital-Fitness-Getränk, sondern heißen so, wie das Obst. Der Grapefruit-, Ananas-, Bananensaft ist zartrosa von der Farbe, einzelne Obstzutaten sind nach der Mixtur nicht mehr zu erkennen – aber zu schmecken! Das ist ein großer Pluspunkt, noch dazu schmeckt die Vitaminbombe absolut frisch, nicht zu süß und nicht zu sauer und hat eine saftig-cremige Konsistenz. Der kleine 0,3l-Saft kostet je nach gewählter Zutat 2,80 bis 2,90 Euro, sein großer Bruder (0,4l) 3,30 bis 3,40 Euro. Alle Säfte sind auch warm zu haben. Außerdem beherbergt die Karte Specials wie den Sojashake, die Kleine Mahlzeit (mit Haferflocken, Joghurt und Obst) sowie Weizengrassaft. Zwar überwiegt im ‚Echt Saftig‘ das Obst, aber leckere Suppen gibt es auch. Die wechseln fast täglich und sind allesamt hausgemacht. Die Karotten-Pistazien-Suppe kommt im großen Pott mit Brot. Sie schmeckt fein cremig und ist mit kleinen Pistazienstücken gespickt. Sowohl die Karotten-, Pistazien- als auch die Kürbiscremesuppe sind ordentlich gesalzen. Auch Kartoffelsuppe oder deftiger Erbseneintopf sind zu haben. Jede Suppe – ob zum Mitnehmen oder dort essen – kostet 4,50 Euro. Das Platzangebot ist mit drei Stehtischen samt Hocker sowie zweiHolztischen plus Bank eher klein. Im Sommer macht das Draußensitzen sicherlich mehr Spaß.

„Souperie“ kocht vegan, milch- und lactosefrei

Nicht weit weg vom „Echt Saftig“ in der Großen Langgasse 6 ist die Souperie zu Hause. Ein echter Suppenprofi, denn hier gibt es wirklich (fast) nichts anderes. Fünf verschiedene Suppen wechseln sich wöchentlich ab. Darunter findet sich mindestens eine vegetarische Variante. Auch milch- und lactosefreie Suppen stehen auf der Karte. Sie kosten zwischen 4,20 und 4,90 Euro und sind allesamt hausgemacht. Großes Plus: Zu jeder Suppe gibt es das passende i-Tüpfelchen in Form von frischem Schnittlauch, Sonnenblumenkernen oder Wursteinlage. Beim Brot wählt der Gast zwischen hellem, dunklem oder Zwiebelbrot. Und: Für den kleinen Hunger reicht die halbe Portion zum halben Preis. Das Ambiente in der Souperie ist freundlich, zu den Steh-Hocker-Tischen gesellen sich seit kurzem auch ein paar Tische und Stühle. Alles in allem der perfekte Mittagstisch. Nur das Geschirr wirkt ein wenig in die Jahre gekommen.

Wärme dank Schärfe im „Gulaschhouse“

Für Suppen- und Fleischliebhaber ist das Gulaschhouse in der Gaustraße 9 eine gute Alternative. Hier gibt es allerdings nur zwei Suppengerichte: „Gulasch hot or not“. Die eine Variante ist scharf, die andere nicht – so verspricht es zumindest die Speisekarte. Beim Test stellt sich jedoch heraus, dass Schärfe in beiden Sorten steckt. Leichte Abstufungen sind zu erkennen. Geschmacklich gibt es nichts zu meckern, das Gulasch schmeckt frisch und ist mit zartem Bio-Rindfleisch gespickt. Zwiebeln, Paprika- und Kartoffelstücke sind erkennbar. Lediglich ein bisschen mehr Salz verträgt die Suppe. Das steht leider nicht auf den Tischen, wird aber von der Bedienung auf Anfrage gebracht. Die kleine Portion Gulasch kostet 4,50, die große 6,50 Euro. Hier ist der Preisaufschlag von zwei Euro gemessen an dem Mengenzuschlag im Suppenteller nicht ganz so gerechtfertigt. Der Nachschlag für 1,50 Euro ist da schon attraktiver. Dazu trinkt der Gulaschliebhaber gute südamerikanische Rotweine in den quirligen, weil nicht sehr großen Räumlichkeiten.