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Chöre im Land fordern Perspektive

Der Chorverband Rheinland-Pfalz fordert verbindliche Regelungen für die Chormusik in Rheinland-Pfalz. Das Präsidium des größten Verbandes der Amateurmusik im Land bestätigt: „Haben bereits Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt.“ 

Ansteckung alleine über das Singen „höchst unwahrscheinlich“
Studien zweier voneinander unabhängiger Institute belegen, dass eine Ansteckung mit dem Corona-Virus alleine über das Singen „höchst unwahrscheinlich“ ist. Die Forschenden der Bundeswehr-Universität München und an der Musikhochschule Freiburg bewerteten in ihren Risikoeinschätzungen, dass Singen in Gemeinschaft, unter Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien, durchaus möglich ist. Der Leiter der Münchner Forschungsstudie, Christian Kähler vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik, äußerte in einem Interview mit BR-Klassik: „Das Singen ist weniger ansteckend als das Spielen von Blasinstrumenten oder das Sprechen. Hier wird häufig Korrelation mit Kausalität verwechselt. Die Fehler werden im Sozialverhalten untereinander gemacht.“ Unter Einhaltung von Hygienevorschriften, wie unter anderem dem Einhalten der Abstände in Bezug auf die Raumgröße und ausreichendem Lüften, sei nach den quantitativen Forschungsergebnissen eine Ansteckung unmöglich, so Kähler.

CV-Präsident Wolff: „Wir fordern ein klares Signal von der Landesregierung!“
Auf Basis der aktuellen vorliegenden Forschungsergebnisse hat der Chorverband Rheinland-Pfalz dem Land ein erweitertes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt. „Die in unserem Konzept dargestellten Maßnahmen gehen in vielen Teilen über die Empfehlungen der Studien hinaus“, sagt Karl Wolff, der Präsident des Chorverbandes Rheinland-Pfalz. „Nachdem wir diese Anforderungen der Landesregierung erfüllt haben, fordern wir nun eine verbindliche Äußerung zu weiteren Perspektiven der Chormusik in der aktuellen Situation.“ Chöre und auch Musikvereine können nur in ihrer Gesamtheit das kulturelle Vereinsleben im Land gestalten, so Wolff. „Wir fordern daher ein klares Signal von der Landesregierung und verbindliche Regelungen, insbesondere für die Chöre, damit der Probenbetrieb, wenn auch mit Einschränkungen, wieder aufgenommen werden kann.“

„Der von der Landesregierung in ihrer ‚Zukunftsperspektive‘ genannte Termin für Veranstaltungen im Innenbereich – der 10. Juni – wäre so eine verbindliche Aussage“, fordert das Verbandspräsidium. „Nach aktueller Faktenlage gibt es, sofern die Sicherheits- und Hygienevorgaben strikt eingehalten werden, keinen Grund, das Singen in Gemeinschaft, in den Chören des Landes, so auch generell in Gottesdiensten, weiterhin zu unterbinden.“ Aktuelle Berichterstattungen über „weitere Ansteckungen“ in Chören anderer Länder wurden bereits im März veröffentlicht, seien somit längst bekannt gemacht und demnach nicht wirklich neu.

Großer Abstand bis hin zu Körpertemperaturmessungen
Das Präsidium des Chorverbandes Rheinland-Pfalz stellt in diesem Zusammenhang aber auch klar, dass es sich durchaus um Präsenzproben in kleinen Gruppen, mit entsprechend großem Abstand zueinander handeln würde. Auch Körpertemperaturmessungen vor Eintritt in den Probenraum seien denkbar. Gerade Chorvereine, die aufgrund erster, nicht belegter Negativstudien besonders unter den Restriktionen der Corona-Verordnung leiden, brauchen jetzt schnell und verlässlich Öffnungsperspektiven für die Wiederaufnahme des Proben- und eines späteren Konzertbetriebs.

Einschränkungen sind den Choraktiven kaum noch zu vermitteln
„Durch die lange Stilllegung laufen die Chorvereine auch Gefahr, Mitglieder zu verlieren“, äußert auch der Vorsitzende einer der Kreis-Chorverbände im Land. „Das wäre eine fatale Entwicklung.“ Es stehe außerdem zu befürchten, dass sich Chöre, unter Missachtung geltender Bestimmungen und Hygienekonzepte, ad hoc zusammen fänden. Denn wenn die Lockerungen ab Mitte Juni zunehmend weiter wie beschrieben umgesetzt werden, ohne die Chöre einzubeziehen oder die Positionen der Fachverbände zu berücksichtigen, sei dies den Choraktiven kaum noch plausibel zu vermitteln.

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