| | Kommentieren

Bürger-Diskussion zur Ludwigsstraße startet am 26. Juni

Die Erneuerung der Shopping-Welt auf der Ludwigsstraße (wir berichteten) geht in die nächste Runde. Wie die Stadtspitze nun bekannt gab, findet der 1. Termin vom anvisierten „Bürgerentscheid“ am 26. Juni um 18 Uhr im Schloss statt. Eine zweite Veranstaltung soll im August laufen.
Dort werden Hinweise der Bürger gesammelt; die Entscheidungshoheit wird aber letztlich dem Stadtrat und Gremien obliegen. Auch auf den Plakaten ist kein Wort von Bürgerentscheid zu finden, sondern ein “Diskutieren Sie mit”. „Wir wollen die Meinungen vieler Bürger abholen“, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). „Entscheiden tun am Ende die Gremien“, stellte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) klar.
Groß sind die Differenzen beim Mammut-Projekt  Lu. Aber noch sei angeblich nichts in Stein gemeißelt versichern der OB und die Dezernenten, alles – wirklich alles – sei noch offen und in der Planung. Ebling: „Das ist nur ein Entwurf, eine Idee des Projektträgers. Man kann es gut finden oder schlecht finden. Man kann sagen ‘Ich will’s ein bisschen anders.’ Darum machen wir dieses Verfahren, um genau diese Debatte zu führen.“ Spielräume seien noch vorhanden, betonte auch Marianne Grosse. Sowohl bei der Quadratmeterzahl als auch bei den Gebäudehöhen im Eingangsbereich.

Doch der Druck sitzt den Stadtspitzen spürbar im Nacken. Weder möchte man sich eine zweite Pleite nach ECE leisten, noch einen zweiten Bibelturm-Bürgerentscheid. Die Spannung steigt also. Erst recht auch nach der neuen Zusammensetzung des Stadtrates nun nach der Wahl, als auch in Hinblick auf die anstehende OB-Wahl. Setzt man sich nun mit der Lu ein Denkmal, oder in die Nesseln? Auch für Ebling ist das ganze aktuell ein “Schweinsgalopp” gesteht dieser.

Die „Bürgerbeteiligung“ moderiert und strukturiert übrigens die Kölner Agentur https://www.squirrelandnuts.de/ für einen mittleren fünf-stelligen Betrag. Deren Chef Erik Flügge ist selbst SPD Mann und gewann die Ausschreibung unter 13 Bewerben.
Im ersten Teil der Wettbewerbe gehe es um die städtebauliche Gesamtsituation zwischen dem Gutenberg- und dem Schillerplatz, führte Grosse aus. Der zweite Teil sei dann der Realisierungswettbewerb für die Gebäude in der Fuststraße, außerdem ein Ideenwettbewerb für den China-Pavillon, der sich jedoch nicht im Besitz des Investors befindet. Der dritte Wettbewerbsteil drehe sich um Karstadt selbst und lege den Schwerpunkt auf die Fassadengestaltung. Außerdem werde eine Fragebogen-Umfrage zum Bauprojekt gestartet. Konkret ginge es hier darum, wie sich die Mainzer ein Einkaufszentrum vorstellen, so Agentur-Chef Flügge.

von David Gutsche

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.