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Bonner fordert Stanislaw Petrow-Platz oder -Straße in Mainz

Der Bonner Dozent Jürgen Fell (Uniklinik Bonn) fordert in einer Petition eine Straße oder einen Platz in Mainz nach Stanislaw Petrow (1939-2017) zu benennen. Petrow hat als Offizier der sowjetischen Luftverteidigungskräfte mit einer besonnenen und mutigen Entscheidung im Jahr 1983 den Ausbruch eines atomaren Weltkrieges verhindert.
In Bonn wurde der Bürgerantrag abgelehnt. Wäre es etwas für Mainz, wo sich auch OB Ebling für atomare Abrüstung einsetzt? Gerade in Zeiten eines weiteren NATO / Russland-Konfliktes?

In 2021 begingen die deutschen Mayors for Peace am Flaggentag ein Doppeljubiläum: Vor 25 Jahren, am 8. Juli 1996, veröffentlichte der Internationale Gerichtshof in Den Haag ein bemerkenswertes Rechtsgutachten. Der Gerichtshof stellte fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen. Zudem stellte der Gerichtshof fest, dass eine völkerrechtliche Verpflichtung besteht, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen.“ Damit steht das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes gleichsam am Anfang eines „Nach-Nuklearen“ Zeitalters. Um an dieses wegweisende Gutachten zu erinnern, führte die Landeshauptstadt Hannover als Vizepräsidentin der Mayors for Peace vor genau 10 Jahren den sogenannten Flaggentag in Deutschland ein. Mittlerweile beteiligen sich deutschlandweit immer mehr Städte an der Aktion, rund 400 Bürgermeister:innen zeigen am 8. Juli Flagge gegen Atomwaffen. Zahlreiche Friedensinitiativen begleiten diesen Tag mit vielfältigen Aktionen.

Die Atommächte haben den Vertrag nicht unterzeichnet, und auch Deutschland ist dem Verbotsvertrag bislang nicht beigetreten. Weltweit appellieren die Mayors for Peace daher an ihre jeweiligen Staaten, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen, so auch in Deutschland an diesem Flaggentag.

Für Mainz, die dem internationalen Netzwerk der Mayors for Peace seit 1984 angehört, hisste OB Ebling die Flagge vor dem Stadthaus Große Bleiche und erklärte hierzu: „Wir wollen erneut und immer wieder ein sichtbares Zeichen gegen nukleare Massenvernichtungswaffen setzen. Noch immer verfügen die Atommächte über schätzungsweise 13.080 Atomwaffen. Nuklearwaffenarsenale werden in jüngster Zeit stark modernisiert, mehr Waffen als bisher werden einsatzbereit gehalten. Diese Bedrohung muss ein Ende finden. Deshalb setzen wir uns am Flaggentag für die Abschaffung der Atomwaffen ein. Wir wollen, dass auch Deutschland dem Atomwaffenverbotsvertrag beitritt. Auf dem Weg dorthin sollte Deutschland als Beobachter an der ersten Vertragsstaatenkonferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag Anfang 2022 teilnehmen.“

OB Ebling nahm den Flaggentag auch zum Anlass sich bei den vielen Engagierten der Friedensinitiativen zu bedanken, die sich in verschiedenen Veranstaltungen und Initiativen das ganze Jahr einsetzen und für eine atomwaffenfreie Welt eintreten.

Wer sind die Mayors for Peace?

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 8.000 Städte gehören dem Netzwerk an, darunter mehr als 700 Städte in Deutschland. Rund 400 Städte in Deutschland beteiligen sich in diesem Jahr am Flaggentag.

Ein Kommentar “Bonner fordert Stanislaw Petrow-Platz oder -Straße in Mainz

  1. Schön wäre es wenn wir in unserer Welt solche Männer hätten. Wo der Verstand entscheidet und nicht das Gefühl. Oder der Machtanspruch. Lasst doch Menschen über Ihr Leben entscheiden und nicht totalitäre Staaten. Schafft Frieden kümmern wir uns lieber um die hungernde Bevölkerung in der Welt. Weil Essen und Wasser ist wichtiger als jede Rakete jeder Panzer und jede Waffe.

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