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Baumfällungen für Sanierung der Rheingoldhalle?

Aus der Allgemeinen Zeitung von Maike Hessedenz:

Im Planungs- und Gestaltungsbeirat der Stadt wurden nun die Pläne für die Sanierung der Rheingoldhalle vorgestellt. Den Arbeiten könnten einige Bäume an der Rheinuferseite zum Opfer fallen. Die mit Spannung erwarteten ersten Pläne zur Sanierung der Rheingoldhalle wurden jetzt im Planungs- und Gestaltungsbeirat vorgestellt – und teilweise kontrovers diskutiert. Vor allem das Vorhaben, Bäume am Rheinufer zu fällen, stieß auf Kritik. Die von der Architektin Britt Thieme von „fs-Architekten“ vorgestellten Entwürfe sehen nämlich vor, die Zahl der Bäume vor der Rheingoldhalle an der Rheinuferseite zu reduzieren. Direkt vor der Halle stehen derzeit sieben Platanen.

„Es geht uns darum, die Rheingoldhalle wieder besser wahrnehmbar zu machen, im Moment verschwindet sie ein bisschen hinter den Bäumen“, sagt Thieme über den Blick von der anderen Rheinseite. Gerade über diese Perspektive gibt es aber Diskussionen. „Die Rheingoldhalle ist von dieser Seite ein sehr wichtiger Baustein in der Stadtsilhouette“, betont Architekt Stephan Lenzen vom Planungsbeirat. „Wir halten den Baumbestand an dieser Stelle aber für einen sehr wichtigen Bestandteil des Rheinufers.“ Es solle daher bei den Plänen doch darauf geachtet werden, möglichst viele Bäume zu erhalten, auch wenn das möglicherweise nicht bei allen gelänge.
Arbeiten sollen bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Auch mit den Überlegungen zu neuen Außentreppen ist der Beirat noch unzufrieden. Diese entsprächen aus ästhetischen Gründen nicht ganz den Wünschen des Beirats: „Das birgt eher die Gefahr eines Eindrucks eines Hinterhofs.“ Dies gelte es auf jeden Fall zu vermeiden. Es müsse eine architektonische Lösung her. „Wir finden, dass die jetzige angedachte Lösung dem Gebäude nicht wirklich gerecht wird.“ Die Pläne sehen vor, drei neue Außentreppen zum Rheinufer hin anzulegen. Sie sollen in einem Bauwerk untergebracht werden: „Die Fluchtwege werden wesentlich sicherer, weil die Personen, die über die Türen flüchten, sich wesentlich besser verteilen können“, argumentiert Thieme. Aus dem Gutenberg-Foyer heraus bestehe zudem die Möglichkeit, alle drei Fluchttreppen zu erreichen. Aktuell gebe es, was Fluchtmöglichkeiten angehe, nämlich das große Problem, dass es keinen direkten Fluchtweg aus dem großen Saal ins Freie gebe. Rettungswege seien bisher nur über Treppen, die untere Ebene und von dort ins Freie oder aus dem Saal heraus Richtung Rheinstraße über Treppenhäuser vorhanden. Die Gänge, die zu durchqueren seien, würden allerdings zudem von Caterern genutzt. Hinter der Bühne soll deshalb zusätzlich ein weiteres Treppenhaus angelegt werden, das direkt ins Freie führt.

Während der Beirat sich mit den Ideen zum Inneren des Gebäudes offenbar anfreunden kann, soll es für die Gestaltung der Fluchtmöglichkeiten und die Wahrung des Brandschutzes auf der Rheinufer-Seite nun noch mal einen eigens einberufenen Workshop geben.
Die Rheingoldhalle wird ab Ende des Jahres bis Ende kommenden Jahres renoviert. Nach der energetischen Sanierung und Brandschutzertüchtigung des Gebäudes soll ein getrennter Betrieb von Gutenberg- und Kongresssaal möglich sein. Die beiden Foyerbereiche sollen durch eine verschiebbare Glaswand getrennt werden können. Der Kongresssaal soll für insgesamt 3000 Personen ausgelegt sein.

Foto: Maike Hessedenz

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