Direkt zum Inhalt wechseln
|

Ackerfest & Protest am 9. September

Auf die Relevanz von Ackerflächen soll das „Ackerfest“ nordwestlich der Mewa Arena aufmerksam machen. Initiiert vom „Netzwerk nachhaltige Stadtentwicklung“ in Kooperation mit Landwirten, präsentieren sich dort mehrere Umwelt- und Nachhaltigkeitsgruppen. Geplant sind Spiele, Mitmachaktionen und Infostände in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr.

Mit Spielen, Mitmachangeboten und Infoständen macht das Netzwerk nachhaltige Stadtentwicklung am Samstag, 9. September von 14 bis 17 Uhr bei einem Ackerfest nordwestlich der MEWA-Arena auf den Wert von Ackerflächen aufmerksam. Unter dem Motto „Acker ist Leben“ soll in Kooperation mit Landwirten und weiteren Akteuren aufgezeigt werden, wie wertvoll diese Flächen gerade im städtischen Umfeld für Stadtklima, Ernährungssicherheit und Biodiversität sind.

Eine Exkursion zu Tieren und Pflanzen durch Dr. Florian Menzel (Uni Mainz) um 15 Uhr gibt Einblicke in Flora und Fauna des Gebietes. Den Wert der Böden, die Biodiversität auf dem Feld sowie die Relevanz der Flächen für Klima und Wasserhaushalt verdeutlichen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), MainzZero, Nachhaltigkeitsinitiative Bretzenheim, Parents for Future (P4F) und die Solidarische Landwirtschaft Mainz e.V. (Solawi) mit kreativen Mitmachangeboten und Infomaterial.

Auf dem Gebiet soll eine Fläche von rund 50 Hektar in ein „Biotechnologie-Areal“ umgewandelt werden, was die Gruppen aus verschiedenen Perspektiven kritisieren. Das Ackerfest richtet einen positiven Blick auf die Ackerflächen im Bretzenheimer Becken und ihre nicht zu ersetzende Bedeutung für Klima, Versorgung und ökologische Vielfalt. Auch für das leibliche Wohl ist mit Kuchen und Getränken gesorgt, für Kinder stehen Spiele zur Verfügung.

Ortskundige Landwirte geben Einblicke in Anbau und in die aktuelle Lage der Landwirtschaft. Am Stand des BUND dürfen Gemüsesorten erraten werden, die in der Region wachsen. „Nicht zuletzt durch den Ukraine-Krieg wird uns allen vor Augen geführt, wie abhängig wir von Lebensmittelimporten sind. Für uns ist es auch aus diesem Grund absolut unverständlich, dass in der Stadt Mainz immer mehr Äcker versiegelt werden“, betont Maren Goschke von der Mainzer BUND-Gruppe. Über die stadtklimatischen Zusammenhänge informiert MainzZero und sammelt Unterschriften für ihre Grünachsen-Petition. MainzZero ist es wichtig, dass auch zukünftige Generationen in Mainz gut und ohne massive Gesundheitseinschränkungen aufgrund der zunehmenden Hitze leben können. „Die besten Kaltluftentstehungsgebiete sind zusammenhängende Ackerflächen. Deshalb finden wir es fahrlässig, dass immer mehr davon versiegelt und zerstückelt werden“, so Edith Heller, Sprecherin von MainzZero. Das betroffene Gebiet sei zudem eine wichtige Frischluftschneise, die bis in die heiße Mainzer Innenstadt kühlere Luft bringe.

Neben der klimatischen Relevanz sind die Flächen auch für den Wasserhaushalt wichtig, wie die Nachhaltigkeitsinitiative Bretzenheim an ihrem Infostand aufzeigen wird. „Sie sind für die Grundwasserneubildung und die Wasserspeicherung bedeutsam“, so Andrea Oppacher-Friedrich von der Initiative, welche sich federführend für das Ackerfest engagiert hat.

Die Parents for Future sind ebenfalls mit einem Infostand vertreten und geben Tipps zu klimabewusster Ernährung. Die Verbindung vom Ackerland zur Ernährungssicherheit wird so deutlich. Bei der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) kann man verschiedene Bodenarten erforschen. „So lässt sich erleben, welche Eigenschaften den Boden auf dem geplanten Baugelände zu einem wertvollen Gut machen“, betont Gisela Wolff von der Solawi. Auch verschiedene Outdoor-Spiele bietet das Ackerfest, so dass Kinder die Felder bei Spiel und Spaß erleben können.