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Zieht Craft-Bier-Unternehmen „Kuehn Kunz Rosen“ ins Alte Rohrlager?

Kuehn-Kunz-Rosen
Artikel aus der Allgemeinen Zeitung von Michael Erfurth

Im Alten Rohrlager (Foto unten) der Stadtwerke in der Weisenauer Straße soll im nächsten Jahr Bier gebraut werden. Wendelin Quadt, Inhaber der in Gonsenheim ansässigen Gesellschaft „Kuehn Kunz Rosen“, bestätigte auf AZ-Anfrage die Pläne, auf einem Teil des Geländes unterhalb des Stadtparks eine kleine Brauerei mit eigenem Sudhaus und Silo einzurichten. Neben dem Rheinhessen-Bräu in Ebersheim wäre das Projekt die zweite, vollwertige Brauerei in Mainz, in der handwerklich gebrautes Bier hergestellt und auch abgefüllt wird. (Foto: NAK)

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Bislang ist „Kuehn Kunz Rosen“ ein Zwei-Mann-Betrieb, der von Gonsenheim aus geführt wird und sein „Craft Bier“, also handwerklich produziertes Bier, in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern vertreibt. Quadt ist für die Organisation zuständig, ein Braumeister für die Entwicklung und Herstellung des Biers. Gebraut allerdings werden die vier Sorten – vom hellen Bier bis zum dunklen Bock – im bayrischen Bamberg. „Wir haben nach einem geeigneten Standort in Mainz gesucht und sind fündig geworden“, sagt Quadt. „Das war Liebe auf den ersten Blick. Vom ersten Moment waren wir begeistert über die Möglichkeit, im Alten Rohrlager endlich eine Heimat für unsere Craft Bier Brauerei in Mainz zu finden.“

Zwei historische Betriebsgebäude sollen dafür umgebaut werden. Außerdem werde ein kleiner Schankraum eingerichtet, in dem die Biere gekostet werden können und kleinere Veranstaltung stattfinden sollen. Das alles aber muss die Stadt noch genehmigen. Im Ferienparlament des Stadtrats am Mittwoch steht der Bauantrag auf der Tagesordnung.

Dann auch mehr Mitarbeiter nötig

Die Vertragsverhandlungen sind abgeschlossen, der Bauantrag ist gestellt, bestätigte Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne. Die Umbaukosten für die beiden historischen Gebäude werde der neue Nutzer übernehmen. Höhne: „Vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt dem Bauantrag zu, dann wird die Brauerei als attraktiver Mieter die leer stehende Halle und das leer stehende Betriebsgebäude gegenüber des Eingangs des Alten Rohrlagers künftig nutzen.“

„Wenn alle Genehmigungen vorliegen, wollen wir loslegen mit den Sanierungen und Umbauten, um dann im zweiten Quartal 2017 unsere Brauerei und den Schankraum zu eröffnen“, sagt Quadt. Mit der Inbetriebnahme der Brauerei werde sich die Mitarbeiterzahl auf etwa fünf bis zehn erhöhen.

Ursprünglich sollte das KUZ einziehen

Der Gebäudekomplex, in der die Brauerei einziehen soll, wurde in den Jahren 1853 bis 1855 als erstes Mainzer Gaswerk errichtet. Von 1855 bis 1914 befand sich auf dem Gelände eine Kokerei, in der Gas für die Versorgung der Stadt gewonnen wurde. Anschließend nutzten die Stadtwerke das Areal als Lagerfläche unter anderem für große Rohre – daher der Name des Geländes.

Im Juli 2015 verkündeten Höhne und Oberbürgermeister Michael Ebling, das Rohrlager solle zum vorübergehenden Domizil für die freie Kulturinitiative Peng und zum Ausweichstandort für das Kulturzentrum für die Zeit des Umbaus an der Dagobertstraße werden. Die Übergangslösung fürs KUZ in der Rohrlager-Halle hatte sich aber wegen zu hoher Kosten zerschlagen. Hier soll nun die Brauerei einziehen.

Derzeit sei geplant, das Peng die Gebäudeteile an der Weisenauer Straße Ende September nutzen kann, teilten die Stadtwerke mit. Die Peng-Pläne seien nicht von der Brauerei-Ansiedlung tangiert.