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Wulff zurückgetreten – Krausch wiedergewählt

Der Senat der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat in seiner heutigen Sitzung Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch in seinem Amt als Präsident der Johannes Gutenberg Universität mit eindeutiger Mehrheit bestätigt. Mit 30 der 35 abgegebenen gültigen Stimmen wurde der amtierende Präsident für eine zweite Amtszeit bis 31. März 2019 an die Spitze der Johannes Gutenberg-Universität gewählt. Der Senat ist damit dem vorausgegangenen einstimmigen Votum des Hochschulrats für den 50-jährigen Physiker gefolgt, nachdem Wissenschaftsministerin Doris Ahnen dem Wahlvorschlag zugestimmt hatte. (Foto: David Ausserhofer/WiD)

„Diese Wahl werten wir als ganz besonderen Vertrauensbeweis für den amtierenden Präsidenten“, erklärt Dr. Hans Friderichs, Vorsitzender des Hochschulrats, „worüber wir uns besonders freuen. Denn Professor Krausch hatte sich 2006 als damaliger Vizepräsident der Universität Bayreuth auf ausdrücklichen Wunsch des Hochschulrats um das Präsidentenamt in Mainz beworben. Die erfolgreiche Entwicklung, die unsere Universität seitdem unter Leitung dieses Präsidenten genommen hat, bestätigt unsere Wahl und ist eine hervorragende Basis für die Johannes Gutenberg-Universität Mainz auf ihrem weiteren Weg zu einer weltweit anerkannten Forschungsuniversität.“

Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch ist seit 1. April 2007 Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die universitäre Entwicklung unter seiner Präsidentschaft ist geprägt von einer Fokussierung auf exzellente Profilschwerpunkte in der Forschung, die Entwicklung innovativer Lehrprojekte, eine Professionalisierung der gesamtinstitutionellen Steuerung und eine konsequente Öffnung der Universität hin zu anderen Bereichen der Gesellschaft. In seine Amtszeit fallen die strategische Fokussierung auf fünf „Forschungszentren“ (Exzellenzbereiche) und sieben „Forschungsschwerpunkte“ (Bereiche mit hohem Potenzial), die Verschränkung von herausragenden Forschungs- und Lehrleistungen in der forschungsorientierten Lehre und die Verabschiedung einer Lehrstrategie. Meilensteine der vergangenen fünf Jahre sind die Gründung neuer Forschungsinstitute wie das Helmholtz-Institut Mainz (HIM)  oder das von der Boehringer Ingelheim Stiftung mit 100 Millionen Euro ausgestattete Institut für Molekulare Biologie (IMB), die Einrichtung des Max-Planck-Graduate-Centers (MPGC) als innovativer Weg in der Graduiertenausbildung oder die Gründung des Instituts für Translationale Onkologie (TRON) als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich der individualisierten Medizin. Die von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingeworbenen Forschungsmittel („Drittmittel“) sind seit 2007 um 42 Prozent gestiegen und beliefen sich im vergangenen Kalenderjahr auf rund 96 Millionen Euro. Zudem stellt sich die Johannes Gutenberg-Universität Mainz in der zweiten Phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder in allen drei Förderlinien dem bundesweiten Wettbewerb der Universitäten. Unter dem Motto “THE GUTENBERG SPIRIT: Moving Minds – Crossing Boundaries” werden derzeit Vollanträge für eine Graduiertenschule der Exzellenz, für drei Exzellenzcluster und für ihr Zukunftskonzept durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Wissenschaftsrat (WR) begutachtet.

Professionalisierung der gesamtinstitutionellen Steuerung

Kernpunkt der Professionalisierung der gesamtinstitutionellen Steuerung der JGU ist die Einbindung exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Hochschulsteuerung bei gleichzeitiger Stärkung der dezentralen Entscheidungsorgane. Dabei legt die JGU besonderen Wert auf eine Beteiligung möglichst vieler ihrer Mitglieder und entwickelt einen neuen, integrativen Ansatz, der zwischen einer Steuerung durch wenige starke Leitungspersonen einerseits und der klassischen Gremienuniversität andererseits vermittelt. Wichtige Schritte auf diesem Weg sind die Gründung des „Gutenberg Forschungskollegs“ (GFK) im Jahr 2007 und des „Gutenberg Lehrkollegs“ (GLK) im Jahr 2011. Beide Kollegs verbinden Expertenberatung mit Instrumenten individueller Förderung in Forschung und Lehre, die sich an Exzellenz als alleinigem Kriterium orientiert. Flankierend schafft die JGU neue, breite Strukturen zur Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im Bereich des Qualitätsmanagements kommt der Johannes Gutenberg-Universität eine Vorreiterrolle zu: Seit März 2011 ist sie die erste und bislang einzige deutsche Universität, die das Siegel der Systemakkreditierung erhalten hat. Sie ist damit bislang die einzige Universität, die die Qualität ihrer Studiengänge durch eigene Verfahren und Instrumente sicherstellen darf und sich dazu nicht externer Akkreditierungsagenturen bedienen muss.

Öffnung der Universität

Im Jahr 2008 haben sich unter der Sprecherschaft von Krausch alle Mainzer Wissenschaftseinrichtungen, Museen und forschenden Unternehmen zur Mainzer Wissenschaftsallianz zusammengeschlossen. Als starker Partner an der Seite der Stadt Mainz hat diese Allianz ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt den entsprechenden Wettbewerb des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft für sich entschieden hat und im Jahr 2011 den Titel „Stadt der Wissenschaft“ tragen konnte.

Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, 1961 geboren, studierte Physik an der Universität Konstanz. Nach der Promotion und Habilitation war Krausch von 1996 bis 1998 Professor für Physikalische Chemie an der LMU München, 1998 übernahm er einen Lehrstuhl für Physikalische Chemie an der Universität Bayreuth. Sein wissenschaftliches Werk umfasst über 140 Originalarbeiten im Bereich der Physik und der Materialforschung, die in führenden internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht sind und insgesamt mehr als 6500 mal zitiert wurden. Von 2003 bis 2007 war er Vizepräsident der Universität Bayreuth für den Bereich Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs. Seit 1. April 2007 ist Professor Krausch Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Der Hochschulrat hatte dem Senat einen Wahlvorschlag mit Krausch als einzigem Bewerber zur Wahl vorgelegt. Die zweite Amtszeit läuft vom 1. April 2013 bis 31. März 2019.