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Vodafone startet heute bundesweit 5G-Netz, auch in Mainz

Als erster Anbieter in Europa hat Vodafone 5G Standalone freigeschaltet und macht damit den Datenaustausch in Echtzeit möglich. Die neue Mobilfunk-Generation 5G funkt seit heute unabhängig von der Vorgänger-Technologie LTE. Bislang wird 5G im Kernnetz Europaweit von der bestehenden LTE-Infrastruktur unterstützt. Vodafone stellt die LTE-Stützräder im 5G-Netz nun beiseite, Privat- und Industriekunden können die neue und eigenständige 5G-Technik nun mit ersten Smartphones nutzen. Daten werden in Mainz ab sofort mit Verzögerungszeiten von nur 10 Millisekunden übertragen. Das ist so schnell wie das menschliche Nervensystem. Es bringt Vorteile für Gamer bei Online-Spielen und ermöglicht neue Anwendungen in der Augmented Reality. Zudem verbrauchen die Handys mit der neuen Mobilfunktechnik rund 20 Prozent weniger Strom. Kunden müssen ihre Smartphones also seltener aufladen.

Deutschlandweit sind seit heute rund 1.000 Antennen bereit. Mit 5G Standalone schaltet Vodafone das Netz erstmals komplett auf eine eigene 5G-Technologie um.  Andere Anbieter folgen. Die Antennen sind verteilt in Großstädten wie Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und Düsseldorf sowie in kleineren Gemeinden wie Birgland (Bayern), Lohmar (Nordrhein-Westfalen) und Hattstedt (Nordfriesland). Doch die 1.000 Antennen hängen an nur 300 Standorten, räumte ein Vodafone-Sprecher kürzlich ein.

Das Handelsblatt hatte berichtet, dass alleine in der südchinesischen 13-Millionen-Einwohnermetropole Shenzhen mehr als 46.000 Basisstationen im 5G-Netz funken. Das ist mehr als in ganz Europa. Vodafone argumentiert, dass in China keine Frequenzauktion staatgefunden habe und die staatlichen Mobilfunkbetreiber alle LTE-Standorte auf für 5G nutzen könnten. 5G-Antennen im C-Band müssten in Deutschland sehr hoch hängen, „was viele 4G-Standorte nicht nutzbar macht, und neue sind schwer zu finden“, sagte Krzossa im Gespräch mit Golem.de.

Die ersten Smartphones, die die Technologie unterstützen sind jedenfalls verfügbar und können noch in diesem Monat per automatischem Firmware-Update mit der neuen Technik genutzt werden.

Mit der Umstellung auf 5G Standalone vergrößert sich auch die Reichweite der 5G-Stationen um 20 Prozent. Jede Antenne versorgt dann ein größeres Gebiet mit schnellem Netz. Zudem sinkt für Handynutzer mit 5G Standalone der Energieverbrauch um fast 20 Prozent, weil das Smartphone sich nicht mehr zeitgleich ins 5G- und ins LTE-Netz einwählen muss. Das führt zu einem geringerem CO2- Verbrauch.

Mit der neuen Technik können auch mehr Menschen und Gegenstände zeitgleich im Netz surfen. Eine 5G Standalone Antenne kann pro Quadratkilometer bis zu eine Millionen Menschen und Maschinen zeitgleich vernetzen. Das ist etwa zehn Mal so viel, wie bislang 5G Non-Standalone. Zudem sind hohe Bandbreiten von bis zu 700 Megabit pro Sekunde möglich. Damit lassen sich Videos oder Musik-Playlists noch schneller herunterladen.

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