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Vermietung von Mainzer “Wohn-Klo” soll verboten werden – Alibiveranstaltung?

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Zugegeben: Günstiger Wohnraum in Mainz ist Mangelware. Nun hat es ein Ehepaar vom Harteberg / Münchfeld aber auf die Spitze getrieben und via Internet ein 8-qm-Wohnklo für 160 Euro Miete monatlich an Studenten vermietet. Laut der Anzeige befinde sich die “1-Zimmer-Wohnung” in Uni-Nähe. Die Konditionen klingen erstmal gut: Kaltmiete 160 Euro, Nebenkosten 1 Euro, 160 Euro Kaution. Das sind 20 Euro der qm, nicht schlecht… Eine Küche gibt es nicht, dafür ist das Zimmer mit Dusche / WC / Waschbecken und Bett und Kleiderschrank teilmöbliert.

Auf Nachfrage durch die “Allgemeinen Zeitung”, war das Zimmer am Freitag noch zu haben. Der Mann sagte der AZ, dass am Samstag mehrere Interessenten zur Besichtigung kommen würden. Auf die Nachfrage, ob das Zimmer baurechtlich in Ordnung sei, antwortet der Vermieter nur: “Seit zehn Jahren vermieten wir das Appartement und haben deshalb noch nie Ärger bekommen.”

Nun hat die Stadt sich zum ungewöhnlichen Angebot geäußert und stellt fest, dass es sich um keine zulässige Wohneinheit handelt. Ein Badezimmer, in das man ein Bett hineingestellt habe, sei kein Aufenthaltsraum. Gleiches gelte für eine Küche oder eine Garderobe. „Als Aufenthaltsraum gelten etwa Schlaf-, Wohn- oder Kinderzimmer“, erklärt Ellen König von der städtischen Pressestelle. „Was hier angeboten wurde, ist baurechtlich unzulässig, menschenunwürdig und unhygienisch.“ Deshalb werde die Bauaufsicht das Notwendige veranlassen.
Ähnliche Vorfälle, wie in Hartenberg-Münchfeld kämen immer wieder vor, bestätigt König: „Dahinter kann Dreistigkeit, aber auch Unwissen der Vermieter stecken.“ Wer auf der Suche nach einer Wohnung auf ein ähnliches Angebot stoße, könne sich jederzeit an Behördennummer 115 wenden und um Kontakt zur Bauaufsicht bitten.

Allerdings können wir ebenfalls berichten, dass manch andere Menschen hier und woanders noch “menschenunwürdiger” hausen. Zum Beispiel (Armuts)Einwanderer, wir berichteten. Oder eben die aktuellen Flüchtlinge in ihren Aufnahmeeinrichtungen, die jedoch bald auf Wohnungen “verteilt” werden, bzw. sich darum  kümmern müssen. Bei dem knappen Wohnungsangebot sind weitere Engpässe und ein Anstieg desolater Wohnverhältnisse zu befürchten. So sind eben nunmal die Zeichen der Zeit. Die Stadt und alle Willigen, sind daher weiterhin dazu aufgefordert für ein größeres Angebot an günstigem Wohnraum zu sorgen.