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Stadtwerke weiter gut auf Kurs – Projekte für Netze, Mobilität, Schwimmbad etc. stehen an

Das Geschäftsjahr 2018 war für die Stadtwerke AG ein gutes Jahr. Der Überschuss belief sich auf 14 Mio. Euro. Der Ausgleich des Verlustes der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) ist hier bereits berücksichtigt. Vom Bilanzgewinn zahlen die Stadtwerke 5 Mio. Euro an die Stadt aus.

Das gute Ergebnis kommt auch durch den Ausverkauf des Zollhafens zustande, der weiter voran schreitet.  Gut 60 % der Flächen sind mittlerweile verkauft. Dieses Jahr sind weitere Baufelder dran. Im September wird aber auch eine begrünte Freifläche auf der Südmole im Rahmen eines Bürgerfestes an die Stadt und ihre Bürger übergeben.

Weitere Projekte der Stadtwerke sind der Ausbau der E-Busflotte bzw. die Digitalisierung der Verkehrssysteme im generellen. Dazu das Thema „Autonomes Fahren“. Hier wurden Erfahrungen mit dem EMMA Bus (Foto) gewonnen, der in Zukunft hier und dort eingeführt werden könnte. Dazu das Rad-Verleihsystem, das bald mit dem Wiesbadener RadSystem zusammen geführt werden soll, als auch die Großbaustelle Taubertsbergbad. Natürlich investieren die Stadtwerke auch weiterhin in die Netze, als auch Fernwärme, sowie in den Ausbau von Breitband. Dazu entwickelt man aktuell eine „Strategie 2025“, die einen Blick in die nächsten Jahre wirft.
Ausführlichere Infos zu den einzelnen Projekten bietet die PM der Stadtwerke:

Der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Daniel Gahr macht deutlich, dass die Stadtwerke im vergangenen Jahr neben dem ÖPNV-Verlust der Mainzer Mobilität von rund 14,1 Mio. Euro auch eine Konzessionsabgabe an die Stadt Mainz von 13,8 Mio. Euro zahlten und darüber hinaus die Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz mit 500.000 Euro unterstützt haben. Darüber hinaus engagiert sich die Unternehmensgruppe seit vielen Jahren auf vielfältige Weise in den Bereichen Kultur, Sport und Soziales, unter anderem bei der Kunsthalle. 

Das Eigenkapital stieg um 8 Mio. Euro auf 253 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote betrug damit zum 31. Dezember 2018 rund 35,4 %.

Übersicht über ausgewählte Geschäftsfelder

Infrastrukturentwicklung

Positiv verläuft weiterhin die Vermarktung der großen Mainzer Infrastrukturgebiete Zollhafen und Heiligkreuz-Viertel. Im Zollhafen ging im vergangenen Jahr die Entwicklung dieses einzigartigen Stadtquartiers am Rhein mit großen Schritten weiter voran. Inzwischen sind dort gut 60 Prozent der Grundstücksflächen von der Zollhafen Mainz GmbH & Co. KG, einer gemeinsamen Tochter der CA Immo und der Mainzer Stadtwerke, veräußert. Im Jahr 2019 sind als nächstes die Verkäufe der Baufelder Hafeninsel II und III und Hafenallee I geplant. Im Sommer steht zudem die Fertigstellung der Freianlagen auf der Südmole bevor. Diese Flächen sollen im Rahmen eines Bürgerfestes im Herbst an die Stadt übergeben werden.

Auch die Erschließung und Vermarktung des Heiligkreuz-Viertels auf dem früheren IBM-Areal in Weisenau schreitet  zügig voran: Der erste Architekturwettbewerb für das Baufeld 6 in dem neuen Wohngebiet konnte im Mai abgeschlossen werden. Hier  errichtet die Firma Sahle ab 2020 knapp 100 öffentlich geförderte Wohnungen. Für die Vergabe von Baufeld 11 an drei Mainzer Baugemeinschaften wurden bereits Reservierungsvereinbarungen geschlossen, die Hochbauplanungen laufen. Und für das Baufeld 7 ist der Verkaufsprozess aktuell in vollem Gang. In diesem Bereich des insgesamt rund 30 Hektar großen Heiligkreuz-Viertels sollen etwa 90 frei  finanzierte Wohnungen entstehen.

Mobilität       

Nach dem erfolgreichen Start und der Etablierung der Mainzelbahn Ende 2016 hat die Mainzer Verkehrsgesellschaft einen Fokus auf den umweltfreundlichen Umbau ihrer Busflotte gelegt. So wurden seit Herbst 2018 fast 100 Linienbusse mit entsprechenden Filteranlagen nachgerüstet. Dadurch können die Stickoxid-Emissionen dieser Fahrzeuge um mehr als 90 Prozent gesenkt werden – ein wesentlicher Beitrag zur Luftreinhaltung in der Innenstadt und deutschlandweit ein vielbeachtetes Projekt. Die Umrüstung der Busse kostete rund 1,9 Millionen Euro – etwas über eine Million Euro davon tragen die Mainzer Stadtwerke.

In der nächsten Zeit steht die Mainzer Mobilität vor einer Reihe von weiteren Zukunftsaufgaben. Dazu zählen unter anderem:

Modernisierung der Busflotte und Test von alternativen Antriebsarten

Voraussichtlich im September wird die Mainzer Mobilität ihre ersten vier Elektrobusse in Betrieb nehmen. Ebenfalls noch 2019 sollen vier mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenbusse erstmals im Liniennetz eingesetzt werden. Mit beiden umweltfreundlichen Antriebsarten will die MVG erste praktische Erfahrungen sammeln. Parallel haben die Mainzer Stadtwerke den nächsten Schritt auf dem Weg zum schrittweisen Umstieg auf eine abgasfreie Busflotte getan: Im Laufe des Jahres 2021 sollen 23 batteriebetriebene Elektrobusse angeschafft werden – vorausgesetzt, der Bund steigt in die Förderung ein.  Angesichts eines Investitionsvolumens von mehr als 20 Millionen Euro für die 23 neuen Fahrzeuge und die notwendige Ladeinfrastruktur ist dieser Umstieg ohne Förderung durch den Bund für die Mainzer Stadtwerke alleine finanziell nicht zu stemmen. „Auch wenn der Bund uns hoffentlich unterstützt, bleibt trotz der Bundesförderung der E-Busse der Eigenanteil der Mainzer Mobilität für das Gesamtprojekt bei rund 12,6 Millionen Euro“, verdeutlicht Daniel Gahr. Er ist überzeugt davon, dass die Fahrgastzahlen im ÖPNV weiter steigen werden. Aktuell befördert die Mainzer Mobilität etwa 56 Millionen Fahrgäste im Jahr.

Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme

Die Mainzer Mobilität plant die Modernisierung des integrierten Bordinformationssystems in den Bussen und Straßenbahnen. Alle Fahrzeuge sollen mit neuen Bordrechnern, neuen Komponenten für das „Intermodale Transport Control System“ (ITCS) und mit TFT-Monitoren ausgestattet werden. Ziel: Die Information der Fahrgäste soll deutlich besser werden. Dieses Projekt ist Teil des Programms M3 „Green City Mainz“. Zwar liegt inzwischen der Förderbescheid des Bundes vor, allerdings verbleibt trotz Förderung bei den Stadtwerken noch ein Eigenanteil von gut zwei Millionen Euro.

Ähnlich sieht es auch bei anderen Digitalisierungsprojekten aus wie etwa der geplante Aufbau und die Installation eines digitalen Betriebshofes, um die vorhandene Infrastruktur auf dem bestehenden Betriebshof in der Mainzer Neustadt zu ertüchtigen und unter anderem die Fahrzeugdisposition und das Instandhaltungsmanagement zu optimieren. Das Gesamtprojekt kostet rund acht Millionen Euro. Auch hier verbleibt ein Eigenanteil bei den Stadtwerken von etwa vier Millionen Euro.

Hinzu kommen weitere Zukunftsprojekte wie beispielsweise die Weiterentwicklung von EMMA, also die Entwicklung zusätzlicher Angebote durch autonom fahrende Kleinbusse in Mainz. Geplant ist in den kommenden Jahren ebenfalls die Erprobung eines „On-demand-Services“ durch die Mainzer Mobilität. Dahinter verbirgt sich ein Test mit Elektrofahrzeugen, bei dem Kleinbusse ergänzend zum bestehenden Bussystem quasi von den Fahrgästen geordert werden können.

Auch beim Fahrradvermietsystem MVGmeinRad möchte die Mainzer Verkehrsgesellschaft das Angebot weiter verbessern. Für den Sommer ist die so genannte „Verheiratung“ der beiden bestehenden Systeme in Mainz und Wiesbaden geplant.

Stadtwerke-Vorstand Daniel Gahr: „Das sind nur einige Projekte, die zeigen, dass sich beim Öffentlichen Personennahverkehr in den nächsten Jahren eine Menge tun wird. Dies gibt es aber nicht zum Nulltarif. Trotz der Förderung durch den Bund oder das Land erfordert es große Kraftanstrengung unserer Unternehmensgruppe, in den nächsten Jahren das alles zu stemmen.“

Umbau und Sanierung Taubertsbergbad

Am Taubertsberg wartet eine weitere große Aufgabe auf die MSW. Grundsätzlich entwickeln sich Sportbad und Freibad oberhalb des Hauptbahnhofes seit der Übernahme durch die Stadtwerke am 1. Januar 2018 sehr positiv. Rund 144 000 Badegäste besuchten 2018 das Sportbad, etwa 94 000 das Freibad. Macht zusammen rund 238 000 Besucher. Das ist deutlich mehr als in den Vorjahren, als zwischen 148 000 und maximal 214 000 Besucher dort gezählt werden konnten. Und auch die Gästezahlen für das Sportbad von Januar bis April 2019 liegen mit knapp 55 000 gut zehn Prozent über den Vorjahreszahlen.

Im Herbst 2018 hatten die Stadtwerke die früheren Überlegungen, die  eine Eins-zu-eins-Sanierung des früheren Erlebnisbades, des Sportbades und des Wellnessbereichs oberhalb des Hauptbahnhofes vorsahen, in Frage gestellt. Das noch in der Abstimmung befindliche neue Gesamtkonzept sieht vor, dass das frühere Erlebnisbad zum Teil als Kinderbereich dem bestehenden Sportbad angegliedert wird. Dieses Sportbad wird dadurch größer und zu einem neuen Sport- und Familienbad weiterentwickelt. Der andere Teil der bisherigen Flächen des Erlebnisbades wird einer Erweiterung der Saunafläche dienen. Dieses Grobkonzept diente zunächst als Grundlage für die Ausschreibung der Planungsleistung, die im Sommer erfolgen wird. Wenn ein Generalplaner gefunden ist und dieser mit seiner Arbeit fertig ist, können genauere Angaben zu Kosten oder Umbauzeiten des Bades gemacht werden.

Quasi als Vorgriff auf die spätere Generalsanierung wurde zwischenzeitlich beim Freibad der Bauantrag für die Sanierung des Schwimmerbeckens gestellt. Um während der später anstehenden längeren Sanierungsphase im Sportbad den Schwimmbetrieb für Schulen, Vereine und Schwimmer aufrechterhalten zu können, ist beabsichtigt, das vorhandene 50-Meter-Schwimmerbecken des Freibades als Mehrzweckbecken umzubauen und mit einer eigenen Traglufthalle ganzjährig nutzbar zu machen. Der Terminplan der Gesamt-Sanierung sieht vor, dass mit der Beckensanierung des 50-Meter-Beckens des Freibades und der entsprechenden Vorrichtung für den Betrieb einer neuen Traglufthalle im Winter direkt nach der Sommersaison 2019 gestartet werden kann. Klappt alles wie vorgesehen, könnten die Arbeiten im Freibad rechtzeitig zur Freibadsaison 2020 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten des Umbaus im Freibad werden auf mehr als 2,2 Millionen Euro geschätzt.

„Das sind nur einige der vielen größeren Projekte, die wir vor uns haben und denen wir uns gerne stellen“, verdeutlicht der stellvertretende Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Dr. Tobias Brosze: „Wir erarbeiten gerade mit vielen Mitarbeitern gemeinsam eine Dachstrategie für unsere Unternehmensgruppe, die einen Blick bis ins Jahr 2025 wirft. Im Rahmen dieser Strategieentwicklung haben wir auch unseren Unternehmenssinn sehr prägnant zusammengefasst: „Da.Sein – Vor.Ort“. Diese Worte beschreiben, wie wir uns verstehen – als breit aufgestelltes kommunales Unternehmen, das seine Aufgaben der Daseinsvorsorge zum Wohle der Bürger dieser Stadt erbringt.“

Zur Daseinsvorsorge zählen unter anderem auch die Investitionen der MSW-Tochter Mainzer Netze GmbH in den Ausbau und den Erhalt der Strom-, Gas- und Trinkwassernetze in Mainz und Umgebung sowie die Investitionen mehrere MSW-Tochter- und Beteiligungsunternehmen in die Wärmeversorgung. Das Netzgebiet der Mainzer Netze GmbH erstreckt sich von Sprendlingen bis Biebesheim und umfasst 19 unmittelbar versorgte Kommunen in Rheinland-Pfalz und Hessen, vier nachgelagerte Netzbetreiber sowie die Stadt Mainz mit insgesamt rund 536 000 Einwohnern. Das Gasnetz erstreckt sich von Wackernheim bis Nauheim und umfasst dabei acht Gemeinden sowie die Stadt Mainz. Beim Trinkwasser wurden 2018 rund 15,1 Millionen Kubikmeter an Letztverbraucher verkauft – gut 500.000 Kubikmeter mehr als im Jahr davor. Für die Mainzer Netze GmbH genießt die zuverlässige Versorgung der Bürger oberste Priorität. Insgesamt sollen nach Plan in diesem Jahr rund 37 Millionen Euro in die Netzinfrastruktur investiert werden. Der Schwerpunkt im Netzbereich liegt dabei in der abschnittsweisen Erneuerung der Wassertransportleitung vom Wasserwerk Hof Schönau nach Mainz sowie in der Erneuerung und im Ausbau des Hochspannungsnetzes (Strom) mit den zugehörigen technischen Anlagen in den Umspannwerken. Die Mobilitätswende und die Energiewende, konkret der weitere Ausbau der Elektromobilität und der Zubau von Anlagen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien, stellen zudem künftig noch höhere Anforderungen an die Stromnetze. In den Ausbau und die Modernisierung der Wärmeversorgung sollen darüber hinaus durch die Mainzer Fernwärme, die Mainzer Wärme GmbH oder die Mainzer Wärme PLUS GmbH 2019 deutlich mehr als 10 Millionen Euro investiert werden.

Strom- und Gasvertrieb voll im Plan

Im Oktober 2016 startete die Stadtwerke-Unternehmensgruppe nach einer mehrjährigen Pause mit einem eigenen Strom- und Gasvertrieb. In ihrem zweiten kompletten Geschäftsjahr hat die Mainzer Stadtwerke Vertrieb und Service GmbH (MSVS) konsequent den eingeschlagenen Weg, eine stabile Kundenbasis durch den Verkauf von fairen und umweltfreundlichen Strom- und Gasprodukten aufzubauen und perspektivisch weitere Produkte, Services und Gesamtlösungen rund um das Thema Energie und energienahe Produkte für Privat- und Geschäftskunden anzubieten, weiter verfolgt. Die stetig steigenden Kundenzahlen erfüllen die Erwartungen und zeigen, dass dieser Weg richtig ist. 

Breitband: Lokale Kompetenz trägt Früchte

Die Mainzer Breitband GmbH hat als 100-prozentige Tochter der Mainzer Stadtwerke AG im Mai 2017 ihren Betrieb aufgenommen. Sie betreibt ein öffentliches Telekommunikationsnetz für Mainz und Rheinhessen und bietet ihren Kunden umfassende Telekommunikationsdienstleistungen im Großraum Mainz an. Das Glasfasernetzwerk der Mainzer Breitband GmbH umfasste Ende 2018 rund 87 Kilometer und 54 angeschlossene Gebäude. Das Alleinstellungsmerkmal der Gesellschaft ist der lokale Fokus, modernste Technologie und die Nähe zu den Kunden. 2019 soll das Glasfasernetz weiter ausgebaut und 50 zusätzliche Gebäude angeschlossen werden.

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