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Römische Amphoren bei Bauarbeiten am Zollhafen gefunden

Bei Aushubarbeiten im Mainzer Zollhafen sind Arbeiter in etwa vier Metern Tiefe auf einen ungewöhnlichen Fund gestoßen. 45 beinahe unversehrte römische Amphoren lagen dort fein säuberlich nebeneinander angeordnet. So dienten sie vermutlich als Schutz vor einsickerndem Wasser in der ehemaligen römischen Siedlung, die überwiegend aus Holzbauten bestand.

„Es hat sich ziemlich rasch herausgestellt, dass wir es bei den Amphoren mit einem außerordentlichen Fund aus römischer Zeit zu tun haben, der auf eine Siedlung in unmittelbarer Rheinufernähe aus der Zeit um Christus Geburt hindeutet“, sagt die Landesarchäologin Dr. Marion Witteyer aus Mainz. Sie und ihr Team haben die letzten vier Wochen die Fundstelle freigelegt und ausreichend dokumentiert.Obwohl der dauerhaft nasse Untergrund zur extrem guten Erhaltung des Holzes bis in unsere Zeit geführt hat, brachte die Feuchtigkeit für die Bewohner der Siedlung Probleme mit sich. Zur Trockenlegung und Stabilisierung des Baugrunds waren besondere Maßnahmen nötig: Amphoren, die als Transportbehälter Öl, Wein und Fischsauce aus dem Mittelmeerraum nach Mainz brachten, wurden nach dem Entleeren als Baumaterial zweitverwendet. Sehr häufig tragen die Behälter Aufschriften, die Angaben zum Inhalt, dessen Qualität und Herkunft liefern. Vergleichbare Befunde sind bisher aus Italien und Frankreich bekannt, was die überregionale Bedeutung des Mainzer Fundkomplexes nochmals unterstreicht.

Seit Freitag werden alle Fundstücke zur weiteren Bestimmung in die Landesarchäologie gebracht. Die Bauarbeiten für das Projekt “Rheinkontor” der LBBW Immobilien können damit ohne wesentliche Verzögerungen fortgesetzt werden. Peter Zantopp-Goldmann, Pressesprecher der Zollhafen Mainz GmbH & Co. KG, zeigte sich gelassen, als er vom historischen Fund erfuhr: „In Anbetracht der Tatsache, dass der Hafen in Mainz auf eine zweitausendjährige Geschichte zurückblicken kann, ist es nicht verwunderlich, dass bei Grabungsarbeiten der eine oder andere historische Fund ans Licht kommt.“

 

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