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Peng: Mainzer Kulturverein sucht wieder neue Bleibe

aus der Allgemeinen Zeitung von Marianne Hoffmann:

Im Jahr 2006 wurde von engagierten Künstlern, Musikern und Designern der Kulturverein „Peng“ ins Leben gerufen. Grundprinzip des Peng ist es, nie lange an einem festen Standort zu bleiben. Leerstände in Mainz, die man über einen absehbaren Zeitraum nutzen kann, werden kurzerhand zum „Pengland“. Ein aufgegebenes Autohaus, eine alte Schule, die Neue Golden Ross Kaserne waren nur einige Stationen, in denen Peng zu Hause war.

Mietvertrag läuft aus

Seit knapp einem Jahr residiert das Pengland auf dem Gelände des Alten Rohrlagers an der Weisenauer Straße, das im Besitz der Stadtwerke ist. Konkret geht es um ein ehemaliges kleines Wohnhaus, eine offene Lagerhalle – eine Art Arkadengang – entlang der Weisenauer Straße sowie ein öffentlich nicht nutzbares Lagergebäude im Nordosten. Dazu kommen Veranstaltungs- und Ausstellungsflächen im ehemaligen Schalthaus, das man sich mit dem Fanprojekt von Mainz_05 teilt. Im August wird das Fanprojekt eigene, frisch restaurierte Räume beziehen und die Pengler, die ihre Vereinsarbeit allein über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzieren, stehen mit einer Halle und Nebenräumen alleine da, die durch extremen Schimmelbefall derzeit nicht nutzbar sind.

Im Oktober 2018 endet der Mietvertrag mit den Stadtwerken ohne die Option einer Verlängerung. Das habe man aber bei Vertragsabschluss schon so festgelegt, teilen die Stadtwerke auf AZ-Anfrage mit: „Es gibt nur eine Erlaubnis der Bauaufsicht und anderer Behörden für eine vorübergehende Nutzung dieses Gebäudeteils durch Peng bis zum Herbst 2018. Das war Peng auch von Anfang an bekannt und von Peng akzeptiert.“

Einige Räume nicht nutzbar wegen Schimmelbefall

Der Schimmelbefall im Bereich der Halle sei vermutlich auf nicht sachgemäße Belüftung/Heizung zurückzuführen und und erfordere Sanierungsmaßnahmen im fünfstelligen Bereich. Nach dem Auszug von Peng werde man diesen Gebäudeteil des Alten Rohrlagers entsprechend sanieren und umbauen, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Stadtwerke.

Die Pengler müssen sich also bald wieder auf Wanderschaft begeben. Der Verein sucht mit Hochdruck neue Entfaltungsräume, möglichst stadtnah, gerne auch im Zentrum. Der aktuelle Vorstand mit Nikan Rezai, Jonas Otte und Thomas Schneider hat den großen Wunsch, dass sich mehr Leute in die Arbeit des Kulturvereins einbringen. Frischer Wind und vielleicht nach Oktober ansprechende Räumlichkeiten – und der Peng-Gedanke kann weiterleben.

Foto: Elisa Biscotti

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