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Parkraum-Problematik verschärft sich bis in die Ortsteile

Kosten, knapper Raum, ungenutzte E-Parkplätze und ein wachsendes Angebot an Carsharing: Die Parkplatzsituation in Mainz spitzt sich weiter zu – nicht nur in der Innenstadt, sondern zunehmend auch in den Stadtteilen.

In der Oberstadt schlägt die SPD Alarm am Fichteplatz. In Gonsenheim fordern gleich zwei Initiativen den Erhalt von Parkflächen – darunter „RadAberFair“, die über 2.000 Unterschriften gesammelt haben. Die Übergabe an Oberbürgermeister Nino Haase ist für kommenden Dienstag geplant. Auch die FDP kritisiert den Wegfall von Stellplätzen und fordert einen Stopp weiterer Maßnahmen ohne vorherige Bürgerbeteiligung.

Die Forderungen aus der Bevölkerung ähneln sich:

Mehr Dialog: Bürger wünschen sich ein Ende der einseitigen Kommunikation per Pressemitteilung oder Infozettel im Hausflur – stattdessen wird ein Dialog auf Augenhöhe gefordert.

Schnelle Entlastung: Kurzfristig sollen Sonderregelungen oder temporäre Öffnungen benachbarter Parkzonen für Entlastung sorgen.

Bürgerbeteiligung: Bei langfristigen Lösungen im Zuge des Mobilitätswandels sollen Anwohner frühzeitig eingebunden werden.

Die Zahl der Einwohner in Mainz wächst – ebenso wie die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge. Gleichzeitig wird der verfügbare Parkraum bewusst reduziert, im Sinne einer „gerechten“ Verteilung des Verkehrsraums. Doch was ist gerecht? Immer wieder steht Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) in der Kritik – zuletzt wegen ihrer Auslegung der Tempo-30-Regelung.

Tatsächlich wird auf verschiedenen Ebenen offen von einem grundlegenden Wandel, bis sogar hin zum Kampf gegen die Autos gesprochen. ÖPNV ist hier ein Stichwort, oder häufig wird auch auf Carsharing verwiesen: Ein Fahrzeug könne bis zu 20 private Autos ersetzen, heißt es. Doch diese Rechnung wird von vielen Bürgern als unrealistisch empfunden – und ändert wenig an der angespannten Lage vor Ort.

So verschwinden bei der Umgestaltung von Straßen wie der Langgasse, Boppstraße, Mombacher -, oder Bonifaziusstraße nicht selten bis zu 80 Prozent der bisherigen Parkplätze – ohne erkennbare Ausgleichsmaßnahmen. Betroffene Anwohner fühlen sich im Stich gelassen. Der Druck auf die verbleibenden Flächen steigt – und macht sich nun auch in den Stadtteilen deutlich bemerkbar.

Ab Juli wird sich die Lage weiter verschärfen: Die Gebühren für Anwohnerparken steigen drastisch. Zwar bietet die PMG künftig Stellplätze über Nacht in einigen Parkhäusern an, doch für viele dürften die höheren Kosten eine zusätzliche Belastung darstellen. Ob die Hoffnung der Stadt aufgeht, dass mehr Menschen ihr Auto „einfach“ abschaffen, bleibt abzuwarten.