| | Kommentieren

OB-Wahl: Ebling & Haase gehen in Stichwahl am 10. November

Jede Zeit hat ihre Moden. Die der grünen Welle ist gerade schon wieder ein wenig vorbei. Jedenfalls hat die grüne Kandidatin Tabea Rößner bei der Oberbürgermeisterwahl am 27. Oktober keine Spitzenwerte erreichen können: um die 20 Prozent – nur in der Neustadt 32,4 Prozent – ein Debakel.
In die Stichwahl am 10. November bei einer gesamten Wahlbeteiligung von fast 46 Prozent gehen also Amtsinhaber Michael Ebling (SPD) mit 41 Prozent, gefolgt vom parteilosen Nino Haase mit stolzen 32,4 Prozent. Haase wird unterstützt von CDU, ÖDP und Freien Wählern. Da keiner der fünf Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte, kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

Nino Haase; Michael Ebling; Schlag den Ebling; Fotos: Sascha Kopp, Lukas Görlach; Montage: VRM/zink

Zweite Halbzeit fängt an
Der ehemalige „Schlag den Raab“-Kandidat Nino Haase schaffte es, viele Kräfte zu mobilisieren, und kündigt eine starke zweite Halbzeit bis zur Stichwahl an. Seine Chancen stehen gar nicht mal so schlecht. Es kommt nun darauf an, wer die meisten grünen (und dort auch weiblichen) Wähler auf seine Seite ziehen kann, und, wer es schafft, die meisten Leute zum zweiten Urnengang zu motivieren! Spannend bleibt, ob die Grünen als Koalitionspartner im Stadtrat für die SPD eine Wahlempfehlung aussprechen werden – für einen Kandidaten, der sich im Wahlkampf möglichst weit von der SPD präsentiert hat.
Lohnenswert auch ein Blick auf die Wahlbeteiligung in den einzelnen Stadtteilen. Diese schwankte je nachdem zwischen 40 bis 50 Prozent. Die höchste Beteiligung gab es in Drais mit 63,8 Prozent: Dort hatte Ebling auch sein niedrigstes Ergebnis mit 36,1 Prozent und Haase wiederum sein höchstes mit 45,2 Prozent. Heißt es also: je höher die Wahlbeteiligung, umso besser für Haase – zumindest in manchen Stadtteilen? Schwer zu sagen. Komischerweise hat er als jüngster und angeblich innovativster Kandidat ausgerechnet in der Neustadt mit nur 21 Prozent sein schlechtestes Ergebnis eingefahren. Vielleicht zählen die CDU&Co-Verbindungen am Ende ja doch mehr als die reine Person. Mehrere Details spielen zumindest für die Stichwahl eine Rolle. Am effizientesten zeigt es Ebling mit der niedrigsten Wahlbeteiligung in seinem Heimatort Mombach von 37,5 Prozent, die ihm dennoch mit 55,5 Prozent der Stimmen sein bestes Ergebnis brachte – Mini-Max-Prinzip, – wenn es doch nur immer so laufen würde. Bei der OB-Wahl 2012 holte die SPD bzw. Ebling im ersten Wahlgang übrigens 40,5 Prozent. In der Stichwahl setzte er sich damals mit 58,2 Prozent gegen den Kandidaten der Grünen, Günter Beck, durch.
Es zählt also jede Stimme. Wenn Haase es nicht schafft, die Grünen für sich zu gewinnen – was schwierig wird –, und zudem keine Nicht-Wähler mobilisiert, wird er vermutlich nur den zweiten Platz belegen. Das könnte aber knapp werden.

David Gutsche

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.