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Neues Artist-in-Residence-Programm für Mainz / Worms / Speyer

Die SchUM-Städte Mainz, Speyer und Worms starten ein gemeinsames Artist-in-Residence-Programm, das internationale Kunstschaffende und Kreative aus verschiedenen Disziplinen anregen soll, mehrere Wochen in den drei SchUM-Städten zu verbringen, zu leben und künstlerisch zu arbeiten. Angeboten werden die Stipendien zur Realisierung eines Vorhabens, das sich mit der Geschichte der SchUM-Gemeinden und ihrem religiösen, kulturellen und architektonischen Erbe kreativ auseinandersetzt und dadurch etwas Neues, Eigenes schafft. Bewerbungen sind ab jetzt möglich: www.mainz.de/artist-in-residence
Von Malerei über Fotografie, von Architektur bis zu Design, von Typografie bis zu Goldschmiedekunst, von Musik bis zu Literatur kann in SchUM 2021 alles entstehen. Die Stipendiaten erhalten in der Zeit ihres Aufenthalts einen wöchentlichen Unterhaltszuschuss, eine möblierte Unterkunft sowie ein Arbeitsatelier.

Ein wesentliches Ziel des Residenzprogramms ist es, die Öffentlichkeit, Kinder und Jugendliche sowie lokale Kunstschaffende und Initiativen einzubeziehen und zu Diskursen anzuregen. Zahlreiche Veranstaltungen werden den Aufenthalt der Kunstschaffenden umrahmen, auch die SchUM-Kulturtage finden in diesem Zeitraum statt.

Die Künstlerresidenz ist eingebunden in das bundesweite Festjahr #2021JLID, das der Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ mit seiner Geschäftsstelle in Köln organisiert und koordiniert. „Wir freuen uns sehr über den Beitrag der SchUM-Städte“, würdigt Andrei Kovacs, der leitende Geschäftsführer aus Köln, die Idee als „Bereicherung des Festjahres“. Dieses lebe von der starken regionalen Verankerung in ganz Deutschland, unterstreicht die Generalsekretärin des Vereins 321, Sylvia Löhrmann. „Das Judentum ist konstitutiv für Deutschland. Das wird mit diesem Projekt veranschaulicht und trägt dazu bei, möglichst viele Menschen konkret anzusprechen.“

Die Ausschreibung des Programms wurde mittlerweile über zahlreiche internationale Kulturverbände, weltweit tätige Stiftungen, multikulturelle Institutionen und diplomatische Vertretungen verschickt und stieß auf großes Interesse. Erste Reaktionen und Anfragen trafen bereits aus aller Welt ein. Das Team um die SchUM-Koordinatoren von Speyer, Worms und Mainz sowie den künstlerischen Leiter erwartet vielversprechende Bewerbungen.

Um die Vielfalt der angesprochenen künstlerischen Ausdrucksformen zu repräsentieren, wurde jetzt eine hochkarätige Jury berufen, deren Mitglieder die Bereiche bildende Kunst, Literatur, Theater, Musik und Architektur vertreten, zugleich aber auch einen spartenübergreifenden Zugang sicherstellen und über internationale Erfahrungen verfügen.

Die Jury 2021 besteht aus Dorothee Baer-Bogenschütz, Nora Gomringer, Manuel Herz, Sebastian Sternal und Feridun Zaimoglu. Ende Juli wird das Gremium entscheiden, welche Künstler:innen in den SchUM-Städten Projekte realisieren können.

Die Jurymitglieder:

Dorothee Baer-Bogenschütz, geboren in Frankfurt am Main, ist Kunsthistorikerin und Journalistin. Sie arbeitet als freie Autorin und Kunstkritikerin für Kunstmagazine und Tageszeitungen, darunter die „KUNSTZEITUNG“, „DIE ZEIT“, die F. A.Z. und die „Jüdische Allgemeine“. Zahlreiche Beiträge in Kunstbüchern und Katalogen, daneben Vorträge, Moderationen, Jurytätigkeiten und Mitarbeit an Fernsehsendungen. Mitglied im Beirat der Kunstmesse „art KARLSRUHE“. Erfahrungen in Israel machte sie als Volonteer in einem Kibbuz und später bei journalistischen Recherchen.

NORA GOMRINGER, Schriftstellerin, wurde 1980 in Neunkirchen/Saar geboren. Studium der Amerikanistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Bamberg. Seit 2010 leitet sie dort das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia. Bisher liegen neun Lyrikbände und zwei Essaybände sowie zahlreiche Einzelveröffentlichungen von ihr vor. 2021 wurde Nora Gomringer mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. https://nora-gomringer.de

MANUEL HERZ, geboren 1969 in Düsseldorf, ist Architekt mit Büros in Basel und Köln. Lehraufträge in London, Rotterdam, Cambridge und Zürich. Seit 2015 Professor für Urban Studies an der Universität Basel. Mehrere Veröffentlichungen zur sozialen Funktion von Architektur. Unter seinen internationalen Bauten wurde insbesondere die 2010 eröffnete Neue Synagoge in der Mainzer Neustadt bekannt und mit dem Deutschen Fassadenpreis ausgezeichnet. http://www.manuelherz.com

SEBASTIAN STERNAL, geboren 1983 in Mainz, ist Pianist und Komponist des Modern Jazz. Er studierte in Köln und Paris, lehrt Jazz-Theorie an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und leitet die Jazzabteilung an der Musikhochschule Mainz. Sternal erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den WDR-Jazzpreis, den Preis der deutschen Schallplattenkritik, den Neuen Deutschen Jazzpreis und zweimal den ECHO JAZZ. http://sebastiansternal.com

FERIDUN ZAIMOGLU wurde 1964 im türkischen  Bolu geboren und kam ein Jahr später mit seinen Eltern nach Deutschland. Nach dem Abitur brach Zaimoglu ein Medizinstudium ab und ist seit Ende der 1980er Jahre als freier Schriftsteller und bildender Künstler in Kiel tätig. Journalistische Tätigkeit für Zeitungen und Zeitschriften. Bekannt wurde er 1995 mit „Kanak Sprak“, seitdem zahlreiche Buchveröffentlichungen und Preise. Zaimoglu war 2015 Mainzer Stadtschreiber und Autor für die Nibelungen-Festspiele.

Als künstlerischer Leiter ohne Stimmrecht fungiert:

GÜNTER MINAS, Publizist und Kurator, geboren 1953 in Flensburg, seit 1987 in Mainz. Nach dem Studium der Psychologie und der Kunstgeschichte sowie kurzer wissenschaftlicher Tätigkeit in Braunschweig seit 1982 freiberufliche Arbeit als Journalist, Autor und Organisator von Kulturveranstaltungen in den Sparten Kunst, Film, Theater, Musik und Literatur. 1989 bis 2016 Programmberater von internationalen Filmfestivals. Minas ist Träger der Gutenbergplakette der Landeshauptsstadt Mainz. www.Minas-Mainz.de

Kontakt und Information

Dr. David Maier, Kulturkoordinator Stadt Worms:

david.maier@worms.de

 

Künstlerische Leitung:

Minas: minas@t-online.de

Tel. +49-173-3271039

 

Information zu SchUM:

www.schumstaedte.de

Diese Veranstaltung ist eingebunden in das bundesweite Festjahr #2021JLID, das der Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in

 

Auch das Land Rheinland-Pfalz hat eine Unterstützung des Projekts zugesichert
Kulturminister Konrad Wolf: „Wir verfügen in Rheinland-Pfalz über ein mehrere Jahrhunderte altes, beeindruckendes jüdisches Erbe. Jüdinnen und Juden in Speyer, Worms und Mainz haben kulturelle Leistungen erbracht, die noch heute das Judentum prägen. Dieses Erbe ist sehr lebendig und inspiriert uns heute weiterhin. Das SchUM-Artist-in-Residence-Projekt ist eine sehr gelungene Möglichkeit, das außergewöhnliche kulturelle Erbe der SchUM-Städte innovativ und kreativ zu interpretieren und neue Wege in der Vermittlung und Präsentation des kulturellen Erbes zu gehen. Gern unterstützen wir diese Initiative mit einer Landesförderung.“

Die künstlerische Leitung des Programms übernimmt der Mainzer Autor und Kurator Minas, über die Vergabe der Stipendien entscheidet ein international besetztes Fachgremium aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen. Das Stipendium soll noch in 2021 angetreten werden, es werden bis zu drei Stipendien vergeben. Die Ausschreibung ist international.

Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren sowie die gesamte Ausschreibung auf den Internetseiten der Städte Mainz, Worms und Speyer.

Oberbürgermeister Michael Ebling, Landeshauptstadt Mainz:
„Die enge Verknüpfung unserer Kulturregion in den drei rheinischen Städten, die auch auf der engen Verbindung unserer jüdischen Gemeinden seit mehr als 1000 Jahren fußt, wird mit dem „Artist in Residence-Stipendium“ zeitgemäß und damit auch für die junge Generation interessant und greifbar. Ich freue mich auf spannende Begegnungen in SchUM.“

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Speyer: „Ich sehe großes Potenzial, mit dem erstmals ausgeschriebenen Artist-in-Residence-Programm an die ausgeprägte schöpferische Leistungskraft der drei mittelalterlichen SchUM-Gemeinden Speyer, Worms und Mainz anzuknüpfen. Die internationale Auseinandersetzung mit diesem Erbe kann neue Akzente setzen, wird wichtige Begegnungen schaffen und damit auch neue Perspektiven für die drei SchUM-Städte eröffnen.“

Oberbürgermeister Adolf Kessel, Worms: “SchUM ist jüdisches Erbe für die Welt. Ein internationales Residenzprogramm spiegelt das in besonderer Weise wider, schafft transkulturellen Dialog und bereichert unsere Städte sowie unsere Kulturarbeit. Die Förderungen durch den Verein 321, den Bund und durch das Land Rheinland-Pfalz zeigen, welchen großen Stellenwert das Thema in Deutschland und darüber hinaus hat.“

Kontakt und Information
Pressestelle Landeshauptstadt Mainz: pressestelle@stadt.mainz.de

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