| | Kommentieren

Neuer Schulentwicklungsplan im Schulträgerausschuss vorgestellt

Der zuletzt vorgelegte Schulentwicklungsplan, der alle staatlichen Schulen in der Stadt berücksichtigt hat, stammt aus dem Jahr 2015. Nun wurde im Schulträgerausschuss der neue Schulentwicklungsplan vorgestellt.

Seither wurden jeweils einzelne Bereiche überarbeitet, so zum Beispiel die Grundschulen in der Neustadt und in Mainz-Gonsenheim im Jahr 2016 oder die Zahlen zu den weiterführenden Schulen im Juni 2018. Diese Ergänzung hatte wohl die weitreichendsten Folgen der vergangenen Jahre für die Mainzer Schullandschaft, da auf dieser Basis dessen die Errichtung von zwei neuen weiterführenden Schulen für die Stadt Mainz beim Land Rheinland-Pfalz beantragt wurde: Nach vielen Abstimmungsgesprächen wurde zum Schuljahr 2020/2021 eine neue Integrierte Gesamtschule (IGS Am Europakreisel) und zum Schuljahr 2021/2022 ein neues Gymnasium (in Mombach) genehmigt.

Die aktuelle Studie von Wolf Krämer-Mandeau zeigt, dass die Geburtenzahlen in der Stadt Mainz in den vergangenen Jahren weiter angestiegen sind: von rund 1.700 Kindern vor zehn Jahren auf knapp 2.100 Kinder aktuell. Damit steigt auch die Anzahl der zur Einschulung anstehenden Kinder nach dem Melderegister von rund 1.870 Kindern im Schuljahr 2020/2021 auf über 2.000 Kinder pro Jahrgang. Der Höchststand mit 2.130 einzuschulenden Kindern wird für das Schuljahr 2024/2025 erwartet. Der Höhepunkt der Gesamtgrundschülerzahlen hat sich jedoch gegenüber den früheren Schulentwicklungsplänen zeitlich nach hinten verschoben: von 2025 auf 2030.

Bei den weiterführenden Schulen werden die Anmeldungen ebenfalls weiter steigen: von bisher 1.700 Anmeldungen auf ca. 1.800 Anmeldungen im Jahr 2025 und auf ca. 2.000 Anmeldungen im Jahr 2030. Mit somit 300 Anmeldungen mehr war die Entscheidung für die zwei neuen weiterführenden Schulen wichtig und richtungsweisend. Auch die Entscheidung, das neue Gymnasium um zwei Jahre zu verschieben, wird von Krämer-Mandeau angesichts der Zahlen bestätigt.

Nun gelte es mit Geduld abzuwarten, wie die Eltern die neuen Schulen annehmen und wie sich dadurch das Gefüge der weiterführenden Schulen insgesamt verändere, so die Einschätzung von Krämer-Mandeau. Unter Umständen sei angesichts der steigenden Schülerzahlen nochmal ein Umsteuern in der Schullandschaft der weiterführenden Schulen notwendig.

Schuldezernent Dr. Eckart Lensch: „Der Schulentwicklungsplan bestätigt unsere Planungen für die Weiterentwicklung der Mainzer Schullandschaft. So hat die Eröffnung der IGS Am Europakreisel im August gezeigt, dass es richtig war, eine weitere IGS in Mainz zu planen. Die IGS konnte zu Beginn des Schuljahres direkt mit vier fünften Klassen erfolgreich in den Schulbetrieb am Interimsstandort Hechtsheimer Straße starten.“

Eine Anpassung des Schulentwicklungsplanes wird wahrscheinlich durch die jetzt veröffentlichten Planungen der Bischöflichen Ordinariats in Mainz notwendig, das angekündigt hat, zwei Grundschulen schließen und die Realschule plus Weißliliengasse um einen Zug erweitern zu wollen. Diese Planungen sind aufgrund der noch nicht abschließenden Beschlusslage und der Kürze der Zeit seit der Bekanntgabe der Pläne noch nicht im jetzt vorliegenden Schulentwicklungsplan eingearbeitet.

Bei den Martinus-Grundschulen besteht jedoch die Besonderheit, dass diese von Kindern aus dem ganzen Stadtgebiet und dem Umland besucht werden und nicht nur von Kindern aus dem direkten Umkreis der Schule. Daher werden sich die Auswirkungen der Schließung der Grundschulen durch das Bischöfliche Ordinariat werden derzeit von der Stadt Mainz berechnet. Die Folgen werden sich voraussichtlich auf zahlreiche staatliche Grundschulen verteilen. Schuldezernent Dr. Eckart Lensch: „Selbstverständlich wird die Verwaltung diesen Prozess eng begleiten. Mein Ziel ist es, für alle Mainzer Schulkinder eine gute Lösung zu finden.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.