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Nächstes „Open Ohr-Festival“ voraussichtlich vom 21. bis 24. Mai

Mit dem 47. OPEN OHR Festival, das vom 21. bis zum 24. Mai auf der Zitadelle in Mainz stattfinden wird, möchte die Freie Projektgruppe Raum für Diskussionen rund um das Thema Familie bieten. Unter dem Titel „Lasst uns bunte Banden bilden!“ soll sich mit dem Thema über vier Tage lang intensiv und auf vielfältige Weise beschäftigt werden.
Das Thema Familie betrifft jede*n Einzelne*n von uns. Familie prägt und begleitet uns mehr oder weniger unser gesamtes Leben lang. In Familien werden wir hineingeboren, adoptiert, aufgenommen, sie kann Halt geben oder auch eine Last sein. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist die Familie wieder stärker in den gesellschaftlichen Fokus gerückt. Ihre Bedeutung ist nicht nur für jede*n unterschiedlich – schließlich ist jede familiäre Erfahrung auf ihre eigene Art und Weise einzigartig. Sie hängt auch vom jeweiligen Blickwinkel ab: Ob Gesellschaft, staatliche Institutionen, Familienmedizin, Psychologie, Sozialarbeit usw., in jedem Bereich ergeben sich eigene Fragestellungen und Interpretationen zum Begriff Familie.

„Wir möchten genauer hinschauen, wer in Deutschland überhaupt zur Familie gezählt wird“, sagt Projektgruppenmitglied Lena Kaluza. „Wie kann es zum Beispiel sein, dass gleichgeschlechtliche Eltern oder Trans*Eltern in Deutschland immer noch nicht die gleichen Rechte haben wie Eltern, die eher den Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft entsprechen?“ Mit der sogenannten „Ehe für Alle” wurde bereits eine bedeutende Errungenschaft hin zu mehr gesellschaftlicher Gleichbehandlung erreicht. „Doch wie zeitgemäß kann überhaupt ein Familienrecht sein, das auf einem Abstammungsprinzip aus dem 19. Jahrhundert basiert?“, ergänzt Projektgruppenmitglied Konrad Herfurth. Wann und wie dürfen oder sollen sich Staat und Gesellschaft in die Familie einmischen und wie sieht es mit der Geschlechtergerechtigkeit sowie Kinder- und Jugendrechten in Familien in Deutschland aus?

Diesen Fragen möchten die Veranstalter*innen gemeinsam mit den Festivalbesucher*innen nachgehen. Dabei lohnt es sich, den Wandel gesellschaftlicher Vorstellungen und Bilder von Familie zu betrachten und deren Auswirkungen auf Familien und die Gesellschaft zu reflektieren. Gerade vor dem Hintergrund technischer Fortschritte, beispielsweise in der Genanalyse oder der Pränataldiagnostik, muss sich unsere Gesellschaft mit der Ethik zukünftiger Familienplanung auseinandersetzen. Zu diesen und weiteren Debatten rund um Familie möchte die Freie Projektgruppe mit dem geplanten Programm einen substanziellen Beitrag leisten.

Neben den Podien und themenbezogenen Informationsangeboten soll sich dem Thema u. a. in Theateraufführungen, Filmen, Lesungen und Workshops gewidmet werden, eingerahmt von Musik und Kabarett zum gemütlichen Feiern in familiärer und freundschaftlicher Runde. Erste bestätigte Künstler*innen und weitere Programminformationen werden in den kommenden Wochen und Monaten auf der Webseite (www.openohr.de) und auf Facebook (facebook.com/openohrfestival/) veröffentlicht.

Ein Blick zurück
Aufgrund der Corona-Pandemie musste das 46. OPEN OHR Festival 2020 ausfallen. Unter dem Titel „Keinraumwohnung“ war das Festivalprogramm rund um das Thema Wohnen als Grundrecht und als soziale Frage zum Zeitpunkt der Absage bereits vollständig ausgearbeitet. Umso schwerer fiel es der neuen Projektgruppe bei der Planung des 47. Festivals, sich für ein gänzlich neues Thema zu entscheiden. Die außerordentlichen Umstände, die das Corona-Virus auch in dieser Saison mit sich bringt, sowie eine beinahe komplett neue Gruppenzusammensetzung bewegte die Freie Projektgruppe dennoch dazu, einen neuen thematischen Fokus zu setzen. Zum 47. OPEN OHR Festival findet sich die OPEN OHR Familie nach einer langen und entbehrungsreichen Zeit wieder zusammen. In 2021 lädt die Projektgruppe daher zum Thema Familie dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, aufeinander zuzugehen und die bunte Vielfalt des Festivals und seiner Besucher*innen wieder gemeinsam zu feiern – wenn auch anders als jemals zuvor.

Pandemiegerecht
Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Pandemie wird nun erstmals zusammen mit der Stadt Mainz ein Festivalkonzept erarbeitet, das Abstands- und Hygieneregeln sowie die Kontaktnachverfolgung berücksichtigen und gleichzeitig dem hohen inhaltlichen Anspruch des OPEN OHR Festivals gerecht werden soll. Aus Gründen des Infektionsschutzes wird es dieses Jahr daher leider keinen Festivalzeltplatz und keine Verkaufsstände geben können und auch die Anzahl der Tickets wird begrenzt sein. Doch auch wenn das 47. OPEN OHR in einem veränderten Rahmen stattfinden wird, so erwartet die Besucher*innen dennoch ein gewohnt anspruchsvolles inhaltliches und künstlerisches Programm. Weitere Details zum diesjährigen Festivalkonzept folgen demnächst.

Das OPEN OHR Festival ist ein politisches Jugendkulturfestival. Seit 1975 findet es jährlich über Pfingsten auf der Mainzer Zitadelle statt. Veranstalter*innen sind das Amt für Jugend und Familie der Stadt Mainz sowie eine Freie Projektgruppe aus derzeit neun ehrenamtlichen Mitgliedern. Die Gruppe entscheidet über das Thema des Festivals und gestaltet sein vielfältiges Programm.

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