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Mainzer Bachchor in der Klemme

Die ersten Universitätsgottesdienste des Jahres sowie die Passionskonzerte in Frankfurt und Mainz mit der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach fanden für den Bachchor zuletzt erfolgreich unter der Leitung von Erik Grevenbrock-Reinhardt statt. Der künstlerische Leiter Prof. Ralf Otto war aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage die Dirigate zu übernehmen. Erst im April kam es zu weiteren Hiobsbotschaften für den renommierten Chor.

Im April dieses Jahres verstarb der langjährige Vorsitzende des Kuratoriums und bedeutende Förderer des Chores, Peter Eckes. Zum anderen wurde auf der Frühjahrssynode der evangelischen Kirche Hessen-Nassau (EKHN) beschlossen, die finanziellen Zuwendungen der EKHN für den Bachchor ab 2024 um 50 Prozent zu kürzen. Gleichzeitig wurde die Frage der künftigen Trägerschaft des Bachchors aufgeworfen. Hinter den weiteren geplanten Konzerten des laufenden Jahres standen plötzlich erhebliche Fragezeichen, zumal sich die gesundheitliche Situation von Ralf Otto nicht verbesserte. Nach 38 Jahren gab dieser sodann schließlich sein „Amt“ ab. Für das Konzert beim Rheingau Musik Festival mit der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach konnte kurzfristig der ehemalige Thomas-Kantor aus Leipzig, Gotthold Schwarz, als Dirigent gewonnen werden.

Die Unsicherheit über die Zukunft des Bachchors verstärkte sich, da eine neue künstlerische Leitung gefunden werden musste. Für die Konzerte mit der Missa Solemnis von Ludwig van Beethoven im Oktober in Mainz und der Alten Oper Frankfurt konnte kurzfristig mit Christoph Spering ein adäquater Ersatz gefunden werden.

Nachdem sich zwischenzeitlich klärte, dass der Chor auch im Jahr 2024 in der Trägerschaft der EKHN bleibt, laufen bezüglich der Neubesetzung der Chorleitung aktuell Gespräche mit der Kirchenleitung; zurzeit sind aber noch keine konkreten Perspektiven über die zukünftige Ausgestaltung dieser Position erkennbar. Erfreulicherweise kam der Chor seit Oktober in Kontakt mit zwei renommierten Dirigenten aus der Region, Martin Winkler und Tristan Meister. Beide Musiker haben zugesagt, auch im nächsten Jahr abwechselnd die Gottesdienste zu dirigieren und den Bachchor im Mainzer Musikleben präsent zu halten. Sie sind aktuell an der Planung von Konzerten aktiv, um für die Übergangszeit bis zur Neubesetzung der Chorleitungsstelle eine qualitativ hochwertige Weiterführung der Arbeit des Bachchors zu gewährleisten.

So wird am 20. Januar 2024 um 17 Uhr ein Benefiz-Konzert zu Gunsten des Bachchors in der Christuskirche stattfinden, bei dem der „Messias“ von Georg Friedrich Händel unter der Leitung von Martin Winkler und in Zusammenarbeit mit dem Orchester L‘arpa festante aus München aufgeführt werden wird. Die Solisten sind Jasmin Hörner (Sopran), Ulrike Malotta (Alt), Christian Rathgeber (Tenor) und Hans Christoph Begemann (Bass). Das Konzert wird bei freiem Eintritt stattfinden – um großzügige Spenden wird gebeten!

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