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Mainz kriegt mehr Kinder – 17 neue Kitas im Bau & händeringende Suche nach ca. 700 zusätzlichen Erziehern

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Der Kita-Ausbau erreicht einen neuen Höhepunkt. Bis 2020 ist der Ausbau von 1.735 weiteren Kitaplätzen für Kinder unter 6 Jahren erforderlich. Der „Kindertagesstätten-Bedarfsplan 2016 mit Prognose bis 2020“ liegt jetzt vor und präsentiert all das. Er geht umfassend auf die Situation der Kinderbetreuung in der Stadt wie auch in den einzelnen Stadtteilen ein und stellt sie differenziert nach Altersstufen der Kinder vor. „Die Zahl der Kinder in Mainz steigt weiter an“ teilte Sozialdezernent Kurt Merkator mit. So auch die Zahl der Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Die nehme bis 2020 um 13 & zu. Zudem steige die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kleinkinder ebenfalls stark. „Der Kita-Ausbau in Mainz hat gigantische Ausmaße angenommen und strebt damit auf einen neuen Höhepunkt zu“, so Merkator weiter.

Für die nächsten Jahre heißt das: Ausbauen wie verrückt und viele zusätzliche Kapazitäten schaffen. Wir setzen alles daran, Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen“, so Dezernent Merkator: „Wir stehen gerne zu unserem Anspruch, Mainz als familienfreundliche Stadt auszubauen.“

Fazit der neuen Kitaplanung 2016:
Bis 2020 sollen zusätzlich 1.735 Betreuungsplätze, der überwiegende Teil davon Kitaplätze, geschaffen werden, die meisten davon in Stadtteilen Weisenau (397), Neustadt (280) und Hartenberg/Münchfeld (226), „was natürlich auch mit den dort vorgesehenen Neubaugebieten (Heiligkreuzareal, Zollhafen, Hartenbergpark) zusammenhängt“, so Merkator. „Die Stadt und die mit ihr kooperierenden Träger und Initiativen stellen sich der riesigen Herausforderung, die zusätzlich zu den vorhandenen 8.657 vorhandenen Kita-Plätzen (501 Krippenplätze, 7.317 Kindergartenplätze für Zwei- bis Sechsjährige, 839 Hortplätze) benötigten 1.735 Plätze (0-6 Jahre) wohnortnah und bedarfsgerecht bereit zu stellen.“ Die vorgesehene Erhöhung der Kapazität an Kitaplätzen um 22 Prozent in den kommenden 4 Jahren bedeute nicht nur, dass zusätzlich zu den bereits im Kitabedarfsplan 2015 vorgesehenen zehn Kita-Neubauten weitere sieben Kita-Neubauten in den Kitabedarfsplan 2016 aufgenommen wurden, sondern auch, dass Kapazitäten nochmals neu strukturiert bzw. mit mehr Kita-Gruppen geplant wurden.

Somit stehen in der Landeshauptstadt zum Jahr 2020 insgesamt 28 Kita-Neubauprojekte an, davon 25 städtische: 17 Neubauten sowie 8 Ersatzneubauten. Ca. 18 dieser Bauprojekte werde die Stadt Mainz als Träger selbst umsetzen, für bis zu 7 Objekte wird die Anmietung von Räumlichkeiten in Betracht gezogen. „Der Kita-Ausbau in der Stadt Mainz ist ein Mammutprojekt. Wir ackern und ackern, weil wir das stemmen und weil wir den Familien die benötigten Betreuungsplätze zur Verfügung stellen wollen“, sagte Dezernent Merkator. Nach wie vor sei allerdings die finanzielle Ausstattung des Kita-Ausbaus für eine Stadt in einem stark nachgefragten Ballungsgebiet wie Mainz nicht ausreichend: „Das fängt bei den Grundstücks- und Baupreisen an und endet nicht beim Thema Personalkosten und Personalgewinnung.“ Rund 750 Erzieherinnen und Erzieher – so der zum heutigen Stand geschätzte Bedarf – müssen bis 2020 für die neuen und die erweiterten städtischen Kindertagesstätten gefunden werden.

Der Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder bis 6 Jahre habe, bekräftigt Sozialdezernent Merkator, Vorrang. An den nennenswerten Ausbau von Hortplätzen sei daher vorerst nicht zu denken. Gleichwohl sei es ihm ein großes Anliegen, dass Eltern von Schulkindern bedarfsgerechte Betreuungsangebote vorfänden: „Wir halten vor allem Maßnahmen im schulischen Bereich für notwendig.“ Dazu zähle der Ausbau der Ganztagsschulen in Angebotsform, insbesondere in Stadtteilen, in denen es nicht genügend Hortplätze gebe, aber auch die Ausweitung des schulischen Betreuungsangebotes auf den Freitagnachmittag und zumindest teilweise in den Schulferien. Die Landeshauptstadt Mainz werde daher, so kündigte der Sozialdezernent an, in einem zweijährigen Modellprojekt eine Mainzer Grundschule in die Lage versetzen, erforderliche Plätze für die Nachmittags- und Ferienbetreuung bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen, Kindern aus einkommensarmen Familien den Zugang zur Betreuenden Grundschule zu erleichtern, qualifiziertes Personal zu beschäftigen bzw. vorhandene Honorarkräfte zu qualifizieren und ein pädagogisches Konzept zu entwickeln, das auf andere Schulen übertragbar ist.