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Mainz hat einen Nachtkultur-Beauftragten: Timo Filtzinger

Der neue Nachtkultur-Beauftragte steht fest. Einige Städte haben ihn bereits unter dem Namen „Nachtbürgermeister“ – Mainz jetzt auch. Es sind zwar schwierige Zeiten für dieses Thema, aber vielleicht bringt es das gerade jetzt. Eine Jury hat unter einigen Bewerbern den Mainzer Timo Filtzinger ausgewählt. Er soll Clubbetreiber, Veranstalter, Anwohner und Stadtverwaltung an einen Tisch bringen und Konzepte erarbeiten wie man das Club- und Kulturleben weiterentwickeln kann und dabei die Interessen der Anwohner berücksichtigt. Das Pilotprojekt ist zunächst auf sechs Monate ehrenamtlich ausgelegt. Die Stadt unterstützt mit modernster Kommunikationstechnik: nachtkultur@stadt.mainz.de oder www.mainz.de/nachtkultur.

Als Vertriebler durch und durch betreute Filtzinger zuletzt zwei Getränkefirmen und arbeitet aktuell bei einem Bauträger in Frankfurt, die unter anderem das Projekt „Wohnen am Steinbruch“ in Mainz vermarkten.

Oberbürgermeister Michael Ebling: „Wir brauchen einen Mittler oder eine Mittlerin für die unterschiedlichen Interessen: denen, die auf Nachtruhe vertrauen dürfen, und denen, die kulturell die Stadt beleben – in Clubs und Lokalen. Gerade Mainz hat hier viel kreatives Potenzial. Deshalb möchte ich einen Nachtkulturbeauftragten ins Leben rufen – ein engagierter Mensch, welcher Interessen ausgleicht und Impulse für eine Kultur junger Menschen gibt. Die jungen Mainzerinnen und Mainzer sollen stärker merken, dass sie uns mit ihren Ideen willkommen sind. Bevor hierfür eine offizielle Stelle bei der Stadtverwaltung Mainz geschaffen wird, möchte ich im Rahmen eines halbjährigen Pilotprojekts einen Testlauf starten und mit einem ehrenamtlichen Nachtkulturbeauftragten den Bedarf und die Anforderung an eine solche Stelle ermitteln und ein Nachtkulturkonzept entwickeln.“

Im Frühjahr wurde das Bewerbungsverfahren gestartet. Oberbürgermeister Michael Ebling hat gemeinsam mit der Jury, bestehend aus Vertretern der Vereinigung Musik Szene Mainz und des Kulturbüros Rheinland-Pfalz, unter den eingegangenen Bewerbungen den Kandidaten ausgewählt, der die Arbeit am 1. Juli 2020 aufnehmen wird.

Timo Filtzinger ist gebürtiger Mainzer und seiner Heimatstadt seit mittlerweile 35 Jahren verbunden. Schon früh zogen ihn das Mainzer Nachtleben, die Bar- und Kneipenkultur, sowie die vielen Veranstaltungen, die Fastnacht und die Mainzer Feste in ihren Bann. Nach einem beruflichen Aufenthalt in Berlin zog er vor rund 10 Jahren wieder zurück nach Mainz. Insgesamt acht Jahre betreute er für zwei verschiedene Getränkefirmen die Mainzer, Koblenzer, Trierer und Saarländische, sowie zeitweise auch die Frankfurter und Wiesbadener Gastronomie. Hierbei war es seine Aufgabe bestehende Gastronomiebetriebe zu unterstützen, Potentiale zu erkennen und diese zu fördern. Viele der Mainzer Gastronomen sind ihm deshalb persönlich bekannt.

Timo Filtzinger freut sich auf seine neue Aufgabe: „Mir wird warm ums Herz, wenn ich an die „damalige Zeit“ zurück denke, als es noch eine große Auswahl an Möglichkeiten in Mainz gab um auszugehen und Menschen überregional nach Mainz gefahren sind um gemeinsam zu feiern. Die Verluste für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Mainz, wie beispielsweise die Panama Bar, das 50 Grad, der Starclub oder auch der Safahi-Lounge haben mich in den vergangenen Jahren immer wieder beschäftigt. Zusammen mit der Stadt Mainz möchte ich das Projekt Nachtkulturbeauftragter zu meiner Herzensangelegenheit machen und sehe hierbei die Möglichkeit meiner Heimatstadt etwas zurückzugeben. Ich möchte durch meine Erfahrung mit der Gastronomie, als Vermittlungstalent und meinem großen Interesse die Anwohnerinnen und Anwohner, die Gastronomen, die Veranstalter und die Stadtverwaltung an einen Tisch bringen, um Bedürfnisse, Möglichkeiten aber auch Kummer und Sorgen zusammenzutragen. Eine Analyse der aktuellen Problemlage, eine offene Sprechstunde für Anwohnerinnen und Anwohner und ein Gastronomieaustauschstammtisch sind ein Auszug aus dem Konzept, welches ich mir für die Testphase überlegt habe. Freuen würde ich mich, wenn man nach einem halben Jahr gemeinsam zu dem Ergebnis kommt, dass das Pilotprojekt des Nachtkulturbeauftragten ein Erfolg war und aus dem Projekt eine offizielle Stelle entsteht.“

„Ich freue mich, dass wir für diese Aufgabe mit Timo Filtzinger einen waschechten Meenzer gefunden haben, der die Stadt liebt und lebt und der uns als ein guter Kommunikator und Netzwerker unterstützen kann. Gerade jetzt in der Zeit der Coronavirus-Pandemie, die insbesondere die heimische Gastronomie und die Clubs hart trifft, braucht das Mainzer Nachtleben eine Ansprechperson, die unterstützt, neue Ideen entwickelt und lokale Akteure miteinander vernetzt“, sagt OB Ebling.

Jurymitglied Norbert Schön von der Vereinigung Musik Szene Mainz: „Timo Filtzinger hat auch in Berlin und Frankfurt gelebt, und sich jetzt bewusst wieder für seine Heimatstadt Mainz als Lebensmittelpunkt entschieden! Ich freue mich, dass er seine zahlreichen Erfahrungen in seine neue Funktion als Nachtkulturbeauftragter einbringen kann und bin sicher, dass er als besonnener Vermittler mit Herzblut die unterschiedlichen Interessen von Anwohnern, Gastronomen und der Stadt vertritt.“

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