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Kunst am Bau? – Landtag schmücken bald 3 Fahnen (Entwürfe bis zum 13.9. im Landesmuseum zu sehen)

Ist das Kunst oder kann das weg? 3 Fahnen mit den aufgetrennten drei Farben der deutschen Nationalflagge werden eingebettet in Messingrahmen nach der Sanierung des rheinland-pfälzischen Landtags vor dem Parlamentsgebäude auf dem Platz der Mainzer Republik wehen.

Ein Preisgericht hat am Montag den an die Fahne des Hambacher Fests angelehnten Entwurf des Berliner Künstlers Michael Sailstorfer mit dem Titel „Drei Farben“ mit großer Mehrheit zum Sieger des Wettbewerbs „Kunst am Bau“ gekürt.

Im Zuge der Generalsanierung des historischen Deutschhauses, dem Sitz des Landesparlamentes, hatte der rheinland-pfälzische Landtag im April dieses Jahres das Bewerberverfahren für den Wettbewerb gestartet. Die Resonanz war groß: 171 Künstler aus ganz Europa hatten sich für die erste Stufe des Verfahrens beworben. Zehn davon wurden in einer zweiten Stufe nach Sichtung durch ein Auswahlgremium eingeladen, das Modell eines Kunstwerks zu entwerfen.


„Mit dem Wettbewerb ‚Kunst am Bau‘ will der Landtag seiner Wertschätzung für die Bildende Kunst im öffentlichen Raum an prominenter Stelle sichtbar Ausdruck verleihen“, sagte Hendrik Hering. Die Aufgabe lautete, den rheinland-pfälzischen Landtag als besondere Stätte der Demokratie künstlerisch darzustellen. Gewünscht war, dass das Kunstwerk Anlaufstelle für die vielen Landtagsbesucher ist und sich sensibel in die städtebauliche Situation einfügt.

Die Jury befand in ihrer Urteilsbegründung, dass der Gewinnerentwurf „in herausragender Weise Bezug auf die inhaltlichen und städtebaulichen Rahmenbedingungen am Platz der Mainzer Republik“ nehme, erläuterte die Vorsitzende des Preisgerichts, Beate Kemfert, Vorstandsvorsitzende der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim. Das Werk leiste eine „künstlerische Transformation“ des Themas der Hambacher Fahne, deren Original nach der Landtagssanierung im Übrigen wieder im Plenarsaal aufgehängt werden wird. Durch die Trennung der drei Farben der deutschen Fahne auf jeweils rund neun Meter hohen Messingrahmen könne die Fahne neu erlebt werden. Der Künstler habe das Verblassen und Verschleißen des Tuches mitbedacht, heißt es weiter in der Begründung. „Wie die Demokratie selbst muss auch diese Fahne immer wieder erneuert werden.“ Und schließlich stehe die Form der drei Elemente für eine „Offenheit“. Der geschichtlich für Mainz und die deutsche Demokratie so bedeutsame Platz erfahre durch das im Wind flatternde Tuch eine neue Leichtigkeit ohne die Historie zu verdrängen. Der Ort bleibe begehbar, nahbar und lade Passanten ein.

Der Künstler Michael Sailstorfer wolle mit seinem Kunstwerk dazu beitragen, einen Ort zu entwickeln, an dem Demokratie aktiv erlebt und gestaltet wird, heißt es in seiner Bewerbung. Der Besucher solle eingeladen werden, über den Ort und seine Bedeutung zu reflektieren.

Ausstellung aller Entwürfe bis 13. September
Im Rahmen einer Ausstellung in der Lobby der Steinhalle im Landesmuseum sind der Gewinnerentwurf sowie alle weiteren neun Finalentwürfe ab diesem Mittwoch bis zum 13. September öffentlich ausgestellt. Der Eintritt ist frei.

Bildnachweis: Landtag Rheinland-Pfalz/Andreas Linsenmann

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