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Kultur ins Rohrlager Mainz: Peng-Initiative und Kuz sollen vorübergehend aufs Stadtwerke-Areal

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Von Michael Erfurth (Allgemeine Zeitung), Foto: Sascha Kopp

Das Alte Rohrlager in der Weisenauer Straße soll zum vorübergehenden Domizil für die freie Kulturinitiative Peng und zum Ausweichstandort für das Kulturzentrum werden.

Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne stellten am Dienstag auf dem Gelände an der Straße in Richtung Weisenau die Idee für eine vorübergehende kulturelle Nutzung vor.

11.500 Quadratmeter groß

Die meisten Mainzer kennen das Alte Rohrlager nur von außen – wenn sie auf der Weisenauer Straße an den alten Mauern und den denkmalgeschützten Gebäuden vorbeifahren. Das 11.500 Quadratmeter große Gelände unterhalb des Stadtparks aber versprüht im Innern den Charme eines Industriedenkmals mit mehreren Einzelgebäuden und ist daher, so Ebling und Höhne, für Kulturinitiativen bestens geeignet.

Die Entsorgung der Altlasten, die im vergangenen September begonnen und für die die Stadtwerke rund eine Million Euro aufgebracht hatte, ist nunmehr abgeschlossen, das Gelände ist geräumt. Nur einen Arkadengang, der zum denkmalgeschützten Ensemble gehört und der abgetragen wurden, um das darunter liegende Erdreich von Altlasten befreien zu können, wird derzeit wieder aufgebaut.

Neuer Standorte für kulturelles Leben?

Für die Peng-Initiative, die demnächst ihren derzeitigen Standort in der ehemaligen Peter-Jordan-Schule räumen muss, sei das Rohrlager mit seinen vielen, kleineren Gebäuden ideal. „Die Pengler sind Kulturnomaden im besten Sinne des Wortes“, sagt Ebling. Die Stadt unterstütze gerne diese kreative Initiative, deren Markenzeichen es sei, neue Standorte mit kulturellem Leben zu füllen.

Wenn 2016 das Kuz an der Dagobertstraße wie geplant umgebaut und dafür mindestens ein Jahr lang geschlossen wird, biete sich das Rohrlager als Ausweichstätte an. Denn auf dem Gelände gibt es eine alte Industrie-Halle, die mit rund 600 Quadratmetern in etwa so groß ist wie der Kuz-Veranstaltungssaal. „Kuz im Exil“ nennt Ebling das Vorhaben, mit dem gewährleistet werden soll, dass der „Kuz-Gedanke“ in der Zeit des Umbaus an der Dagobertstraße ohne Unterbrechung weitergeführt werden soll.

Dauerhafter Umzug nicht geplant

Mit den beiden (Noch-)Geschäftsführen des Kulturzentrums sei bereits besprochen worden, dass die technischen Musik- und Lichtanlagen des Kuz in der Rohrlager-Halle eingesetzt werden können. Ein dauerhafter Umzug des Kuz komme aber nicht in Frage. Denn der alte Standort soll aufgrund seiner exponierten Lage in der südlichen Altstadt erhalten bleiben.

Am Dienstag gibt es ein Gespräch mit den Penglern und den Kuz-Betreibern, in der das weitere Vorgehen und das Konzept für die kulturelle Zwischennutzung besprochen werden soll, berichtet Ebling.
Was langfristig aus dem Rohrlager werden soll, ist offen. „Wir haben bei der Entscheidungsfindung keine Eile“, betont Höhne. An einen Verkauf des „strategisch günstig liegenden“ Industriegeländes sei nicht gedacht. Aufgrund der Lärmbelastung durch die viel befahrene Weisenauer Straße und die Bahngleise auf beiden Seiten sei an eine Wohnbebauung nicht zu denken. Auch für Flüchtlingsunterkünfte eigne sich das Gelände nicht, so Ebling.